Sin City
Inhalt
Walk down the right back alley in Sin City and you can find anything.Einer der meisterwarteten Filme des Jahres, eine Comicverfilmung Frank Miller's, gedreht von Kultregisseur Robert Rodriguez und von Quentin Tarantino als Gastregisseur und einem Staraufgebot bis in die kleinste Nebenrolle das seinesgleichen sucht. Erfüllt der Film auch all die grossen Erwartungen?
Erzählt wird Sin City in folgenden drei Handlungssträngen:
The Hard Good-Bye: Marv (Mickey Rouke) ist ein Ungetüm von Mann, ein Monster, ein Schläger, der keiner Auseinandersetzung aus dem Weg geht, der so unerbittlich ist wie seine eisenharten Fäuste. Freunde besitzt er keine, Liebe kennt er nicht. Doch in dieser Nacht ist alles anders: Die bildschöne Goldie (Jaime King) hat sich in seine kräftigen Arme geflüchtet. Ausgerechnet in Marvs Arme. Er kann sein Glück nicht fassen. In dieser einen Nacht erhält er all die Liebe, auf die er bislang immer verzichten musste, von einem Engel, einer Erscheinung. Am nächsten Morgen, als Marv mit schwerem Kopf neben ihr erwacht, ist Goldie tot – ermordet während er schlief. Es bleibt keine Zeit, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wer der Mörder gewesen sein könnte. Denn Marv ist klar, dass der Täter die Situation ausnutzt, um den Mord ihm in die Schuhe zu schieben. Erfüllt von unfassbarer Wut gelingt Marv in letzter Sekunde die Flucht vor der heraneilenden Polizei. Er findet kurz Unterschlupf bei seiner Bewährungshelferin, der Lesbierin Lucille (Carla Gugino), und eilt dann weiter, um denjenigen ausfindig zu machen, der ihn hintergehen wollte. Im Kadie's tanzt die bildschöne Nancy (Jessica Alba) ihren lasziven Tanz, aber Marv hat keine Augen für sie. Er verbreitet die Nachricht, dass sein Herz gebrochen ist wegen des Todes von Goldie. Und muss nicht lange warten, bis ihn zwei Killer in eine dunkle Gasse bitten. Sie haben keine Chance. Bevor sie ihr Lebenslicht aushauchen, erhält Marv die nötige Information. Unerbittlich kämpft sich Marv voran, schließlich landet er in der Kirche im Beichtstuhl beim Priester (Frank Miller). Aber Marv steht nicht der Sinn nach Beichte, sondern nach Rache. Der Priester kann noch einen Namen nennen, bevor er das Zeitliche segnet. Ein Name, der selbst Marv das Blut in den Adern gefrieren lässt: Roark. Roark (Rutger Hauer), der mächtigste Mann von Sin City, der Senator und Kardinal der Stadt...
The Big Fat Kill: Einst war Dwight (Clive Owen) ein erfolgreicher Fotojournalist, doch das ist lange Jahre her. Jetzt driftet er nurmehr ziellos durch Sin City, um der Vergangenheit entweder zu entfliehen oder die Ereignisse von damals einfach zu vergessen. Die Nacht hat er bei der attraktiven Shellie (Brittany Murphy) verbracht. Aber Dwight kann nicht verweilen. Denn Shellies Lover Jackie Boy (Benicio Del Toro) verlangt polternd Einlass. Man sollte glauben, Shellie müsste aus Schaden klug geworden sein, doch wie immer gibt sie nach und lässt Jackie in ihre Wohnung, der mit seinen nicht minder überdrehten Kumpels sofort wieder Ärger macht. Wie immer steigert sich Jackie Boy in bester Psychopathenmanier in seine Wut hinein. Er zückt bereits sein Rasiermesser, um Shellie eine Lektion zu erteilen, da tritt Dwight aus seinem Versteck und nimmt sich Jackie Boy vor. Bevor der sich erholen kann, ist Dwight bereits unterwegs zu den Mädchen von Old Town, die dieses Viertel regieren. Die Huren von Sin City haben Dwight damals geholfen, als es ihm beinahe an den Kragen gegangen war. Heimlich ist die Anführerin der perfekt organisierten Prostituierten, Gail (Rosario Dawson), immer schon in Dwight verliebt gewesen, obwohl er diese Liebe nie erwidert hat. Souverän herrscht sie über Old Town, auch weil sie es war, die einen fragilen Waffenstillstand mit der Polizei und der Mafia vereinbart hat: Sie lassen die Huren in Frieden – im Gegenzug erhalten sie Unterstützung, wenn sie Partys feiern wollen. Und vor allem: Die Huren haben versprochen, keinem Cop in Old Town jemals ein Haar zu krümmen. Weil Dwight mitgehört hat, dass Jackie Boy und seine Kumpels die Mädels von Old Town aufmischen wollen, will er Gail und ihre Freundinnen warnen. Doch die haben bereits Wind von der Sache bekommen und haben Jackie Boy und seiner Clique eine Falle gestellt. Was sie aber nicht wissen: Jackie Boy ist ein Cop...
That Yellow Bastard: Eine Stunde noch, dann wird der letzte und einzige aufrechte und ehrliche Cop von Sin City, John Hartigan (Bruce Willis), in Pension geschickt. Aber auch, wenn es seinem eindeutig weniger integren Partner Bob (Michael Madsen) nicht passt: Einen Job muss Hartigan noch erledigen. Die elfjährige Nancy ist entführt worden. Und von einem Informanten hat Hartigan erfahren, wo sie und ihr Entführer stecken. Hartigan beißt sich durch. Keiner kann ihn aufhalten. Bob nicht und auch nicht die Handlanger des Entführers – der perverse Junior (Nick Stahl), der Sohn von Senator und Kardinalsbruder Roark (Powers Boothe), der die Macht des Vaters nutzt, um sich an jungen Mädchen zu vergehen. Doch heute Nacht nicht. Dafür sorgt Hartigan. Er stellt Junior und seine Geisel an einem einsamen Pier. Unerbittlich entleert er sein Magazin in den Entführer. Schießt ihm die Hände ab, zwischen die Beine. Er soll keine Mädchen mehr vergewaltigen können. Doch bevor er den Job vollenden kann, kommt ihm der korrupte Bob in die Quere, der Hartigan niederstreckt. Langsam wird Hartigan schwarz vor Augen. So fühlt es sich an zu sterben. Als Hartigan wieder erwacht, befindet er sich im Krankenhaus, am Leben erhalten von zahllosen Schläuchen. Roark ist bei ihm. Und gibt ihm ein erschütterndes Versprechen. Er wird das Verbrechen so aussehen lassen, als wäre Hartigan der Päderast gewesen. Alle Welt wird sich von Hartigan abwenden. Seine Frau. Seine Kollegen. Seine Freunde. Er wird im Gefängnis verschimmeln. Gehasst und gebrochen. Doch bevor Hartigan ausgeschaltet werden kann, erhält er Besuch von Nancy, dem Mädchen, das er gerettet hat, für das er sich geopfert hat. Hartigan verbietet ihr, für ihn auszusagen – man würde ihr die Worte im Munde umdrehen. Stattdessen soll sie untertauchen, bevor man sie ausschalten kann. Nancy verspricht es ihm. Und dass sie ihm wöchentlich Briefe schreiben wird, unter dem Pseudonym "Cordelia". Nur er wird wissen, dass die Briefe von ihr sind. Von da ab schweigt Hartigan. Egal wie viel Schmerzen ihm zugefügt werden, er gesteht nichts. Bleibt immer stumm. Für Nancy. Für sie findet er die Kraft, die schlimmste Folter zu überstehen. Schweigend. Am Leben gehalten in seiner einsamen Einzelzelle von den Briefen, die er wöchentlich erhält. Acht Jahre lang. Dann kommen die Briefe auf einmal nicht mehr. Hartigan ist verzweifelt. Ist Nancy etwas passiert?
Kritik
"Sin City" ist, wie der Name schon sagt, eine sündige Stadt. Dominiert von Gewalt und Sex. Director Robert Rodriguez zeigt "Sin City", geteilt in die drei Handlungsstränge: "The Hard Goodbye", "The Big Fat Kill" und "That Yellow Bastard" allesamt in einer stilistischen Brillanz. Der gesamte Film ist in schwarz/weiss gehalten, bestimmte Schlüsselobjtekte erscheinen aber farbig, so zB. das goldene Haar von Goldie (Jaime King), Explosionen oder der gelbe Bastard (Nick Stahl). Die komplette Umgebung von "Sin City", eine düstere, bedrohlich wirkende fiktive Stadt, ist digital erschaffen und die Darsteller agieren allesamt vor dem Green-Screen. Und das sieht einfach grossartig aus. Rodriguez erschuf einen erstklassigen Stil um der Comicvorlage und dem Film-Noir-Thema treu zu bleiben und hat es auf perfekte Weise hinbekommen. Vergleicht man Frank Millers Comicvorlage mit dem fertigen Film sieht es wie eine 1:1-Kopie aus, Rodriguez verzichtete glücklicherweise auf eine eigene Interpretation und verfilmte stattdessen originalgetreu den Comic. Das alles ist auch das faszinierende am Film, der erschaffene Stil ist an Coolness eigentlich kaum zu überbieten.Zur tollen Atmosphäre trägt auch die Story bei. Diese ist, wie bereits erwähnt, in drei Handlungsstränge geteilt. Jeder erzählt die Geschichte einer zentralen Person innerhalb Sin Citys. Komplex oder besonders originell ist keine der Handlungsstränge, eher sind sie schlicht und einfach – wie auch im Comic – aber es passt eben wunderbar zum Stil des Film-Noir-Genres des Films. Auch die Monologe der Protagonisten, die immer wieder im Film auftauchen, sind typisch dafür. Eine Szene wurde auch von Quentin Tarantino als Guestdirector gedreht (Clive Owen und Belnicio del Toro im Auto), für genau $1 Gage, und zwar als Gefälligkeit dafür, dass Robert Rodriguez den Soundtrack zu "Kill Bill 2" für $1 schrieb. Diese Szene fällt aber nicht sonderlich auf falls einige nun denken, dass es eine herausragende Szene sei die sofort zu erkennen sei. Eines haben alle Stories des Films aber gemeinsam: Gewalt wird überall angewandt, und zwar sehr viel davon! Zuschauer mit schwachen Nerven sollten sich also überlegen den Film anzusehen, denn wer mit Gewalt innerhalb eines Films nicht umgehen kann sollte einen grossen Bogen um "Sin City" schlagen. Denn es ist mit viel Blut und massig abgetrennten Gliedmassen zu rechnen. Beispiel gefällig? Da eine Leiche nicht in den Kofferraum eines Wagens passt, ist die erste Idee natürlich, diese in alle Einzelteile zu zerlegen – mittels Katana – was teilweise angedeutet, teilweise aber auch zu sehen ist. Wen der Gewaltfaktor aber nicht stört, der wird Sin City lieben.
Gigantisch ist auch das Staraufgebot des Films. Robert Rodriguez konnte mit seiner tollen Filmidee massig gute Darsteller für wenig Budget für den Film begeistern. Die 3 Hauptdarsteller der drei Handlungsstränge sind Bruce Willis, Mickey Rourke und Clive Owen. Und alle drei leisten sehr gute Arbeit. Bruce Willis ("Die Hard", "Armageddon") spielt die ihm fast schon typische Rolle des Cops der nicht aufgibt und für Gerechtigkeit kämpft. Seine Episode hinkt meiner Meinung nach qualitativ ein wenig hinter den anderen beiden hinterher, darüber lässt sich aber streiten. Clive Owen, der zuletzt seine schauspielerische Glanzleistung mit "Closer - Hautnah" abgeliefert hat, passt auf wunderbar in seine Rolle und war eine sehr gute Wahl seitens Rodriguez. In seiner Episode geht richtig die Post ab, der Name ("The Big Fat Kill") sagt dabei eigentlch schon alles. Mikey Rourke ("Nine 1/2 Weeks") ist der härteste im Bunde, jemand mit dem man sich lieber nicht anlegen wollen würde und genau diese Person verkörpert er wunderbar als grimmig dreinschauende, vernarbte Person. Auch seine Episode war sehr gut und Rourke verkörpert einen der coolsten Charaktere. In den zahlreichen Nebenrollen des Films sind dann noch hochkarätige Darsteller wie Josh Hartnett ("Black Hawk Down")Elijah Wood ("Herr der Ringe"), Benicio Del Toro ("Traffic"), Michael Clarke Duncan ("The Green Mile", "The Island"), Jessica Alba ("Honey"), Nick Stahl ("Terminator 3"), Rosario Dawson ("The Rundown"), Jaime King ("White Chicks"), Brittany Murphy ("8 Mile") oder Michael Madson ("Kill Bill 2") zu sehen. Alle verkörpern die verschiedensten und schrägsten Figuren in "Sin City". Die Männer sind darin meistens die harten Burschen, die erst schiessen, dann fragen. Die Frauen sind mindestens genauso gefährlich, das aber auf sehr verführerisch freizügige Weise mit viel nackter Haut. Besonders positiv aufgefallen sind aus der Masse der Nebendarsteller Belnicio Del Toro oder Elijah Wood, letzterer aber weniger durch schauspielerisches Talent sondern eher durch seine wohl bisher skurrilste, abgedrehteste Rolle.
Auch der Soundtrack des Films ist gut gelungen. Robert Rodriguez schrieb die Musik zum Film selbst und sie passt ungemein gut in den Film hinein, erzeugt genau die richtige Stimmung beim Zuschauer und lässt atmosphärisch noch mal das Film-Noir Genre auferleben.
Fazit: Sin City ist an Coolness nicht zu überbieten und stilistisch einfach brillant. Würde der Stil des Filmes bewertet werden wäre das die volle Punktzahl. Das Staraufgebot im Film sucht auch seinesgleichen und so schlicht der Film an sich auch ist, denn an Anspruch oder Inhalt hat er nicht viel zu bieten, er hat das Gewisse Etwas und ist wohl eines der absoluten Highlights des Jahres. Allerdings werden sich die Geister am Film scheiden: Die einen werden ihn lieben und Rodriguez fortan, wenn nicht schon längst so, verehren, die anderen werden abgestossen sein von der harten Gewaltdarstellung im Film und den Film hassen. Auch sollte man sich für den Stil begeistern können, schliesslich handelt es sich um eine Comicverfilmung die originalgetreu umgesetzt wurde. Rodriguez kündigte bereits zwei weitere Nachfolger an, die beste Nachricht die von ihm kommen konnte. Alles in allem ist Sin City ein Meisterwerk, das man gesehen haben sollte. Hut ab vor Rodriguez.
Zum Vergleich des Comics mit dem fertigen Film siehe: Sin City Comic-Film-Vergleich
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Regisseur
Robert Rodriguez, Frank Miller
Schauspieler
Bruce Willis, Clive Owen, Mickey Rourke, Benicio Del Toro, Elijah Wood, Josh Hartnett, Brittany Murphy, Michael Clarke Duncan, Michael Madsen, Jessica Alba, Jaime King, Rosario Dawson, Nick Stahl, Alexis Bledel, Marley Shelton, Carla Gugino, Devon Aoki
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mye / 09.12.2007 14:21:22
was für ein film!! und was für eine geniale art, einen comic so originalgetreu wie nur irgend möglich auf die leinwand zu bringen - ein ganz klarer sechs-sterne-film
6 Sternen
Veremar / 09.12.2007 16:12:39
Superfilm der den Comic sehr gelungen Umgesetzt hat. Sehenswert!
6 Sternen
mye / 13.12.2007 20:14:00
ja genau, ich würde sogar noch weiter gehen und sagen, dass es eine rundum PERFEKTE umsetzung ist
6 Sternen
Kaspian / 13.12.2007 21:37:30
Ich sags ja scho immer, warum langweillige Story für Filme erfinden...wo doch die meißten Comics über genügend geniale Vorlagen verfügen?
5 Sternen
DocProc / 19.12.2007 15:31:08
die beste Comicverfilmung aller Zeiten!!!
6 Sternen
Nightwalker / 20.12.2007 18:55:29
Einfach genial!
Brutal,spannend, erotisch und mit haufenweise guter Darsteller.
10/10 natürlich!!
6 Sternen