Verfasst von Haiko Kàcserik-Maczek am 28.06.07 13:02:47 - 4 Kommentare

Next

Moviereporter-Bewertung:
  • 3.0/6 Sterne.
Leserwertung (9): 3.33 / 6

Land USA

Genre Action, Sci-Fi, Thriller

Laufzeit: 96

Jahr 2007

Webseite

Kinostart: 19.07.2007
zu Favoriten hinzufügen

Inhalt

Action-Thriller von "Stirb an einem anderen Tag"-Regisseur Lee Tamahori

Cris Johnson (Nicolas Cage) ist Magier in einem heruntergekommenen Club in Las Vegas. Seine durchschnittlichen Kunststücke peppt er mit einer übersinnlichen Gabe – seinen hellseherischen Fähigkeiten – auf und verblüfft die wenigen Zuschauer mit zutreffenden Vorhersagen. Er kann tatsächlich zwei Minuten in die Zukunft sehen und während das Künstlerdasein normale Ernte abwirft, bessert er sein Einkommen am Black Jack-Tisch auf, was prompt die Sicherheitsleute des Spielcasinos in Alarmbereitschaft versetzt. Als Cris einen geplanten Überfall auf eine Kassiererin vereitelt, wird er von den Sicherheitsleuten beschuldigt und gejagt. Auf der Flucht lernt er Liz (Jessica Biel) kennen, die Frau seines Lebens.

Die Mannschaft aus dem Casino sind jedoch nicht die einzigen Verfolger von Cris. Die FBI-Agentin Callie Ferris (Julianne Moore) fahndet ebenfalls nach dem Hellseher. Ihr Problem ist weitaus bedrohlicher und gefährlicher als Ungereimtheiten am Spieltisch: eine Terror-Organisation um den mysteriösen Mr. Smith (Thomas Kretschmann) plant den ultimativen Terroranschlag auf Los Angeles und zwar mit einer Atombombe. Mit Chris' Hilfe glaubt Callie den nuklearen Holocaust verhindern zu wissen. Cris muss in die Zukunft sehen, um das Gegenwärtige so zu verändern, dass es noch eine Zukunft gibt …

Kritik

Sicherlich hat jeder schon einmal eine Show eines Hellsehers, Zauberers oder Magiers gesehen. Im Bett nach der Show läßt unsere Skepsis, dass alles nur Show gewesen war, uns ruhig einschlafen. Wäre man nicht schockiert, wenn man wüßte, dass manche Dinge doch wahr sind? Hinter der Maske der Inszenierung muss doch ein bisschen Wahrheit stecken. Denn wenn nicht … mit der Alternative kann man doch unmöglich leben?!

Genau darum dreht es sich in "Next": um einen Magier als Hauptdarsteller, der in Wirklichkeit präkognitive Fähigkeit besitzt. Der Film kombiniert Romantik mit abenteuerlichen Elementen eines normalen Action-Movies, eigentlich genauso wie Nic Cage es mag.

Die Vorbereitungen zu "Next" begannen bereits 2002, nach dem Steven Spielberg mit seinem "Minority Report" erste Erfolge feiern konnte. Nicht nur "Minority Report", sondern auch "Next" basieren auf Kurzgeschichten des Autors Philipp K. Dick. Dieses Mal mußte "The Golden Man" für eine Adaption für die große Leinwand herhalten. Die Originalgeschichte spielt zwar in der Zukunft, doch Drehbuchautor Gary Goldman wollte die Story dennoch in der Gegenwart ansiedeln, die alle kennen. In dieser müssen alle physikalischen Gesetze eingehaten werden … außer beim Protagonisten, was zum Ende immer lächerlicher erscheint, wenn sich dieser selbst "klont".

Nicolas Cage verkörpert Cris Johnson, der unter seinem Künstlernamen Frank Cadillac in Las Vegas als Magier auftritt. Seine Figur könnte man mit den "Pre-Cogs" aus "Minority Report" vergleichen. Seine präkognitiven Fähigkeiten erinnert einem an ein Videospiel. In der einen Szene setzt er sie immer wieder und wieder ein, um in der Zukunft sehen zu können, welcher Schachzug ihn weiterbringen, sozusagen ins nächste Level katapultieren könnte. Cris kann nicht richtig wie ein Hellseher in die Zukunft sehen, er kann nur in die unmittelbare Zukunft sehen und ausschließlich nur in seine eigene Zukunft. Und gerade diese Begabung bringt ihn in Schwierigkeiten und er muss fliehen. Auf der Flucht lernt er Liz kennen, die von Jessica Biel dargsetellt wird. Sie ist eine wunderschöne Lehrerin, die ihren Beitrag für die Gesellschaft leistet, indem sie unterprivilegierte Kinder unterrichtet. Eine eher ungewöhnliche Rolle für die actionerprobte Biel, hat sie doch schon in Filmen wie "Blade: Trinity" und "Stealth – Unter dem Radar" ihre kämpferischen Fähigkeiten unter Beweis stellen dürfen. Hier verkörpert sie eher die schlichte Frau, sie sieht uncool aus, wenn sie rennt und darf auch niemanden verhauen. Die Romanze zwischen der Wunderchönen und dem eher Manirierten vertieft sich, bringt jedoch auch Nebenwirkungen mit sich. Plötzlich besitzt Cris die Fähigkeit viel weiter in die Zukunft blicken zu können, was ihn für das FBI noch wichtiger macht. Die FBI-Agentin Callie Ferris wird von Julianne Moore verkörpert, für sie ist es der zweite Einsatz nach "Hannibal" im Dienste der Bundespolizei.

Was so nett als Liebesromanze begonnen hat, erfährt jetzt einen kräftigen Dreher, denn Callie will nun als Antagonisten mit Hilfe der Begabungen von Cris einen ganz fiesen Plan von Terroristen vereiteln, die eine Atombombe in Los Angeles plazieren wollen. Und wer führt die Eurotrash-Terroristengruppe an? Wie soll es auch anders sein … ein Deutscher. Der zwiespältige Mr. Smith wird von Thomas Kretschmann dargestellt. Auf seine schauspielerischen Fertigkeiten braucht man bei diesem Film jedoch nicht weiter eingehen.

Da das Liebesabenteuer ja unbedingt nun in einem Actionfilm abdriften möchte, darf natürlich auch nicht die Action fehlen. Gute Grundvorraussetzungen hatte das Team ja, legte Regisseur Lee Tamahori doch mit dem James Bond-Film "Stirb an einem anderen Tag" gute Actionsequenzen hin. Doch obwohl hier unser Cris in einer Lawinen-Sequenz einen steilen Hang hinunter rennen muss, verfolgt von Polizisten und hinabstürzenden Felsen, einem Wasserspeicher, einer Dampflok, Baumstämmen und Schutt, kann man sich nur wundern, wie plump und öde die Computereffekte eines so großen Regisseurs rüberkamen und muss sich fragen, wo die 70 Mio. Dollar Budget geblieben sind. Da macht auch der große Showdown der Terroristen, die sich am Bord eines riesigen Frachters mit SWAT-Teams und FBI-Agenten mit Schusswechseln und Explosionen bekriegen, nichts mehr gut.

Fazit:
Der Film ist im Kern eine wunderschöne Liebesgeschichte und handelt im Grunde nur von einem Thema und zwar davon, dass Bedürfnisse einer Mehrheit wichtiger sind als die Bedürfnisse eines Einzelnen. Man sieht einen Cage, der eine Kunst zu kämpfen ohne zu kämpfen an den Tag legt, die man nach Actionkrachern wie "Con Air" oder "The Rock" gar nicht sehen mag. Außer einem wie immer coolen Cage und einem kleinen Twist zum Ende hat "Next" leider nicht viel zu bieten. Nette Pluspunkte erhält der Film durch die Cameo-Auftritte von Peter "Lieutenant Columbo" Falk und Cages Frau Alice, doch am Ende bleibt nur ein Name, auf dem man sich im Vorfeld so richtig gefreut hatte und leider enttäuscht wurde: Philip K. Dick.

Entweder lieber "The Golden Man" lesen oder "Minority Report" in den DVD-Player schieben!

Jetzt kommentieren? / 4 Kommentare

  1. Veremar

    Veremar / 14.12.2007 19:28:26

    Originell, spannend und mit Action. Kein absoluter Muss, aber sehenswert!


    4 Sternen

  2. stallone

    stallone / 15.12.2007 10:11:28

    eine sehr beeindruckende idee und auch schön umgesetzt!


    3 Sternen

  3. Nightwalker

    Nightwalker / 16.12.2007 16:26:20

    Idee ist gut, aber das Ende war ein bisschen seltsam ^^


    4 Sternen

  4. Veremar

    Veremar / 22.12.2007 21:52:42

    Gerade das Ende fand ich war noch ein Pluspunkt für den Film


    4 Sternen


Jetzt hier Kommentar schreiben

Bitte auf gute Umgangsformen achten!! Beleidigungen werden nicht geduldet.