From Paris with Love (2010)
Handlung
Ein amerikanischer Geheimagent und ein junger Botschaftsmitarbeiter müssen einen gefährlichen Auftrag in Paris erledigen.
James Reese (Jonathan Rhys Meyers) ist ein ehrgeiziger junger Agent. Getarnt als Assistent des US-Botschafters in Paris, führt er jedoch ein eher ruhiges Dasein. Das ändert sich schlagartig, als er durch einen Zufall zusammen mit dem ausgebufften Agenten Charles Wax (John Travolta) auf einen Fall angesetzt wird. Wax ist ein wahrer Albtraum: laut, ordinär und draufgängerisch. Sehr schnell jedoch begreift Stevens, dass die unkonventionellen Methoden seines Kollegen selbst die ausweglosesten Situationen retten. Zunächst auf die Spur von Drogenhändlern angesetzt, erweist sich der Fall schnell als hoch brisant: ein Terroranschlag soll auf ein Gipfeltreffen verübt werden und Stevens schöne Freundin scheint darin verwickelt zu sein…
Besetzung / Stab
Regie
Bilder
Kritik
"Welcome to Paris, Baby!"
Erst letztes Jahr kam Pierre Morels Rache-Thriller „96 Hours" in die Kinos und ist bei den meisten positiv in Erinnerung geblieben. Zuvor war Morel als Kameramann in Filmen wie „The Transporter" oder „Unleashed - Entfesselt" tätig und hatte sein Regie-Debüt mit dem Actionfilm „Ghetto Gangz - Die Hölle vor Paris" der in Deutschland jedoch kaum Aufmerksamkeit bekam. Etwa ein Jahr nach dem Erfolg von „96 Hours" zaubert er mit „From Paris with Love" einen weiteren Actionknaller aus dem Ärmel und holt mit Drehbuchautor Luc Besson auch noch John Travolta und Jonathan Rhys Meyers an Bord. Da ist doch schon ein adrenalingeladener Film vorprogrammiert, oder?
Die Antwort lautet: Ja und nein! Aber kommen wir zunächst einmal zur Geschichte, die ist zwar nicht gerade sehr tiefgründig aber für einen kurzweiligen Action-Thriller mit humorvollen Einlagen sicherlich nicht schlecht. Luc Besson, der das Drehbuch zum Film schrieb, hat zwar schon bessere Endresultate gezeigt, aber beweist auch hier wieder mit lustigen und zugleich knallharten Dialogen sein Einfallsreichtum. Ob es nun etliche Zeitlupenszenen, zahlreiche Explosionen oder geballte Ladung Action ist, Man(n) kann davon einfach nicht genug kriegen. Positiv ist auch die Wahl der Charaktere. James Reese, der ehrgeizige Agent, kommt sehr smart rüber, wirkt aber in vielen Situationen unentschlossen und tollpatschig. Als in einem neuen Auftrag dann noch der coole, knallharte und unorthodoxe CIA-Mann Charlie Wax dazu stößt und Reese Partner wird, begreift er erst den Ernst der Lage und merkt schnell, dass Wax ihm eine sehr große Hilfe ist. Das ungleiche Team muss sich so gegen einige Drogenhändler durchschlagen und zeigt das mit tollen Choreographie-Einlagen, welche schon teilweise einem Tanz gleichen.
„Ich glaube, dies ist der actionreichste Film, in dem ich je mitgespielt habe, und ich war wirklich in einigen Actionfilmen dabei, aber noch nie so aktiv. Das war klasse." - John Travolta
John Travolta („Pulp Fiction", „Grease") stiehlt hier mal wieder allen die Show. Er liebt es einfach, in die verschiedensten Rollen zu schlüpfen. Bei „From Paris with Love" verkörpert er den draufgängerischen Charlie Wax. Glatze, Bart, Lederjacke und ein grimmiges Aussehen gehören zu seiner Standardausrüstung. Seine Rolle ist extrem unberechenbar und er tut Dinge, die sein Partner niemals tun würde. Ob er sich nun unbewaffnet mit einer Horde von chinesischen Drogendealern anlegt oder es mit einer Panzerfaust mal richtig krachen lässt. Für Wax gibt es keine Regeln, denn er hat so gut wie nichts zu verlieren! Und wenn er mal nicht am kämpfen ist, dann gibt er humorvolle Sprüche von sich und bringt die Menge zum Lachen. Jonathan Rhys Meyers („Match Point") schlüpft in die Rolle des ehrgeizigen jungen Agenten James Reese, der mit Charlie Wax einen Partner auf die Nase gedrückt bekommen hat. Er spielt die Rolle des im Umgang mit Waffen unerfahrenen Agenten sehr solide und überzeugt mit seiner charmanten Ader. Im Gegensatz zu Wax hat Reese etwas zu verlieren und zwar seine Freundin Caroline, gespielt von Kasia Smutniak („Goal 3 - Das Finale"). Die eher unbekannte gebürtige Polin hat zwar nur eine kleine Nebenrolle, verkörpert diese aber mit Leidenschaft. Gegen Travolta kommen die beiden von der schauspielerischen Leistung her jedoch nicht an, aber sie brauchen sich auch sicherlich nicht zu verstecken.
„Charlie Wax ist eine überlebensgroße Figur, völlig over-the-top, ein Agent, dem ununterbrochen der Abzugsfinger juckt, und es war ein großes Vergnügen für uns, ihn mit John zusammen zu entwickeln." - Pierre Morel
Fazit: Ein kurzweiliger Actionfilm mit coolen Sprüchen, einem genialen Travolta und einer Menge Action. Wer Morels Vorgänger „96 Hours" für gut empfunden hat, dem könnte „From Paris with Love" ebenfalls zusagen. Jedoch sollte man nicht mit zu hohen Erwartungen in den Film gehen und eine reine realistische Actionkomödie mit tiefgründiger Story erwarten, denn an Morels letzten Streifen kommt sein neustes Werk nicht heran. Über einige unlogische Szenen kann man getrost hinwegsehen und sich einfach nur von dem adrenalingeladenen Trip berieseln lassen. In diesem Sinne: „Wax on, Wax off!"

Kommentare
Kane
geschrieben am 05.02.2010 um 18:04:04
Nice Batista!
Travolta ist bei mir immer gern gesehen und 96 Hours (Taken) ist ebenfalls top.
Werde mir definitiv reinziehen, aber nicht im Kino.
Onepunchmickey
geschrieben am 05.02.2010 um 18:07:11
mehr hab ich nach den Trailern auch nicht erwartet...
aber schön das du meinen Travolta eindruck bestätigst..
„Wax on, Wax off!"
PeterPanski
geschrieben am 06.02.2010 um 14:31:53
Den werd ich mir mit Sicherheit auch noch im Kino geben, Kritik klingt gut, Trailer sah auch geil aus.
Nur kommt für mich nicht ganz raus, warum der Film "nur" 4 Sterne bekommt? Zu unrealistisch? Zu hohl? Oder einfach zu hohe Erwartungen´?
hida
geschrieben am 07.02.2010 um 20:00:49
Ich hab den Trailer kürzlich erst im Kino gesehn und der war ja nicht grad der Burner (da war keine -einzige- Szene die mich angesprochen hätte). Deswegen hab ich FPWL eigentlich auch verworfen. Aber wenn der Film von euch satte 4 Sternchen bekommt, dann sollte ich mir das vlt. doch noch mal überlegen :)
siBBe
geschrieben am 08.02.2010 um 20:25:15
So hab ihn nun auch gesehn und fand ihn cool. Bekloppt, aber funny. Dünne Story, aber jede Menge Boom Boom. Wenn Pierre Morel Action macht, dann fällt sie verdammt nochmal auch hart aus, so muss es sein. John Travolta ist der Hammer in dem Film, egal was er tut oder von sich gibt es ist immer wieder für Lacher gut. Ok Morels bester Film ist es nicht, Taken (aka 96 Hours) ist nochmal ne ganz andere Klasse, aber wer einen funny Action Film will ist hier ganz gut aufgehoben
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