Verfasst von Daniel Hanneke am 18.06.05 00:00:00 - 0 Kommentare

Fateless - Roman eines Schicksallosen

Moviereporter-Bewertung:
  • 4.0/6 Sterne.
Leserwertung (0): 0.0 / 6

Land Ungarn, Deutschland, Großbritannien

Genre Drama

Laufzeit: 140

Jahr 2004

Webseite
Trailer

Kinostart: 02.06.2005
zu Favoriten hinzufügen

Inhalt

'Denn sogar dort, bei den Schornsteinen, gab es in der Pause zwischen den Qualen etwas, das dem Glück ähnlich war.'

Budapest 1944. Der 14-jährige György muss den Abschied seines Vaters ins Arbeitslager der Nazis miterleben. Die Verwandten sind verwirrt und besorgt. Nach dessen Abreise erhält György einen Passierschein um in einer Fabrik am Stadtrand zu arbeiten, der Bus dorthin wird jedoch angehalten. Alle mit einem Judenstern müssen aussteigen, der Weg führt sie in ein Auffanglager. Von dort aus beginnt die lange Fahrt in das Konzentrationslager Auschwitz. Es heißt nun Leben und Überleben.

"6 4 9 2 1 - das hatte ich ab jetzt zu antworten, wenn mich jemand fragt, wer ich bin."

Man hilft sich gegenseitig bis es nicht mehr geht. Endlose tägliche Kämpfe um die Suppe, um das nackte Überleben zermürben die Menschen. György muss das Sterben anderer miterleben und leidet weiter. Wie durch ein Wunder wird er eines Tages in eine saubere Krankenstation gebracht, wo es zu essen und zu trinken gibt. Ein kleiner Funken Lebenswille scheint zurückzukehren...

Kritik

"Fateless" ist die gelungene filmische Umsetzung des "Roman eines Schicksallosen" von Literaturnobelpreisträger Imre Kertész. Regisseur Lajos Koltai, der zweimal als Kameramann für den Oscar nominiert war, hat der literarischen Vorlage entsprochen und in seinem Werk eine beklemmende Atmosphäre geschaffen, die aufzeigt, wie ein Mensch Qualen aushalten und überleben kann. Den Zuschauer erwarten fast zweieinhalb Stunden lähmendes Kino faszinierend untermalt von der beeindruckenden Orchestrierung Ennios Morricones.

Gedreht wurde "Fateless" hauptsächlich in Ungarn, in einem für den Film nachgebauten Konzentrationslager bei Budapest. Die ungarisch-deutsch-britische Co-Produktion gilt mit einem Gesamtetat von rund zehn Millionen Euro in Ungarn als teuerster Film aller Zeiten.

Bei der diesjährigen Berlinale wurde der Film kurzfristig noch ins Wettbewerbs-Programm aufgenommen, meiner Ansicht nach zu recht. Ein sehenswerter Beitrag, der aktuell mitten in die Debatte über den Umgang mit dem Holocaust passt.

Jetzt kommentieren? / 0 Kommentare


Jetzt hier Kommentar schreiben

Bitte auf gute Umgangsformen achten!! Beleidigungen werden nicht geduldet.