Die Vorahnung
Premonition
Inhalt
Neuer Thriller mit Sandra Bullock.In „Premonition“ (so der Originaltitel, auf deutsch „Vorahnung“) geht es um eine Mutter und Ehefrau deren Welt aus den Angeln gerät als ihr Mann bei einem Autounfall ums Leben kommt. Linda Hanson (Sandra Bullock) ist der Typ von Frau, die für ihren Mann und ihre Kinder alles tun würde. Die Familienidylle wird jedoch jäh auseinandergerissen als Jim, (der aus „Nip Tuck“ bekannte Julian McMahon), bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt. Schon der erste Tag nach Jims Tod gestaltet sich für Linda als unmöglich zu bewältigende Kraftprobe. Und so schläft sie abends völlig ermattet und trostlos auf dem Sofa ein. Am nächsten Morgen kann Linda jedoch ihren Augen nicht trauen, als sie Jim quicklebendig in der Küche begegnet. Hat sie seinen Tod nur geträumt? Während sie versucht sich wieder in der scheinbaren Realität, dass ihr Mann lebt, zurechtzufinden, fallen ihr Veränderungen in der Beziehung zu ihrem Mann auf. Er ist plötzlich desinteressiert und so gar nicht mehr der liebevolle Partner, den sie kennt. Und auch ihre sonst so ruhige Mutter (Kate Nelligan) scheint sehr um sie besorgt zu sein. Als Linda dann auch noch starke Psychopharamka in ihrem Zimmer entdeckt; die sie scheinbar seit Tagen einnimmt, davon aber keinerlei Erinnerung hat; beginnt sie an ihrem Verstand zu zweifeln. Am nächsten Morgen erwacht sie in einer Realität in der ihr Mann tot ist und ihre Tochter einen grauenvollen Unfall hatte. Nur langsam kommt sie hinter ein Geheimnis, das sie immer mehr zu zerstören droht. Als sie am nächsten Morgen abermals mit einem lebendigen Jim erwacht versucht sie verzweifelt in ihr Schicksaal einzugreifen. Aber mit welchen Konsequenzen?
Kritik
In allererster Linie ist "Premonition" eine Fest für Sandra Bullock Liebhaber, denn der deutsche Regisseur Mennan Yapo verlässt sich nahezu völlig auf die Leinwandpräsenz seines Stars, dies wird bei den unzähligen Close-Ups mehr als deutlich. In dieser Hinsicht gibt es auch überhaupt nichts zu meckern. Sandra sieht hinreißend aus und gibt ein überzeugendes Portrait einer Frau ab, deren perfektes Leben den Bach runter geht. Yapo´s Art dem Publikum die Geschichte zu erzählen ist jedoch mitunter sehr gewöhnungsbedürftig. Ähnlich wie in seinem viel gelobten Erstlingswerk "Lautlos“ kommt seine Inszenierung sehr langsam daher, minunter jedoch zu langsam. In den ersten Minuten lässt er Linda Wäsche waschen, Kleidung zusammenlegen und ihre Kinder von der Schule abholen, um so ihr ganz normales Leben als Hausfrau zu zeigen. Ein Mensch wie du und dich, der sich um seine Familie kümmert. Mit der Information über Jims Tod wird Linda und dem Zuschauer dann bewusst wie wenig ihr von ihrem Leben noch bleibt ohne ihre perfekte Familienidylle. Was folgt ist eine ganz genaue und emotionale Beobachtung eines Menschen, der alles verloren hat und an diesem Zustand zu verzweifeln droht. Soweit so gut.Wenn dann der Thriller Effekt, dass sie am nächsten Morgen aufwacht und ihr Mann wieder lebt, einsetzt, könnte man eigentlich denken, dass der Film seinen Rhythmus verändern würde und in einen schnelleren Gang schaltet, nur tut er genau dies nicht.
Je weiter der Film fortschreitet, desto deutlicher wird allerdings, dass genau dieses Fehlen von überhasteten Schnitten und rasanter Erzählweise von Yapo so gewollt ist, sozusagen als Methode dem Film mehr Realitätssinn als Fiktion zu geben. Ihm scheint vielmehr an der Indentfizierung des Publikums mit Linda und ihrer Situation gelegen, als seiner Geschichte den in den meisten Thrillern gewohnten Geschwindigkeitsschub zu verleihen. Damit lässt er eine starke Handschrift erkennen, gerade auch dadurch, dass er nicht auf bereits tausendfach erprobte Thriller Standards setzt. Es gibt nur ein Problem.
Für sein Vorhaben, einen langsamen, aber intensiven Film zu drehen, hätte er nämlich Eines ganz dringend gebraucht: Ein wasserfestes, gutes Drehbuch.
Sowohl die Kamerabeit und damit auch Torsten Lipstock´s Art die Bilder einzufangen als auch die wirklich gute Schauspielleistung von Sandra Bullock hätten dem Film eigentlich den Weg ebnen müssen, aber das Drehbuch spielt nicht mit.
Das Script von "Eve und der letzte Gentleman“ Autor ist zu unausgegoren.
Und doch hält es zwei Highlights parat. Das Erste ist, als Linda versucht den Tod ihres Mannes zu verhindern und von ihrer Mutter als verrückt gehalten wird. In dieser Szene, in der eine psychische Anstalt eine nicht unwichtige Rolle spielt, fühlt man sich plötzlich in einen anderen Film reingezogen. Einen schnellen, hundsgemeinen „Dein ganzes Leben ist eine Lüge“-artigen Film. Völlig unverständlicherweise gleitet die Geschichte danach aber wieder in seichtere Gewässer ab. Zwar bangt man mit Linda, dass sie den Tod ihres Mannes verhindern kann, aber anstatt ein Ultimatum aufzubauen springt der Film hin und her zwischen den Erzählebenen (Jim ist tot – Jim ist nicht tot) und verlangsamt so sein Tempo wieder.
Das zweite Highlight was den Gesamteindruck dann auch wieder in einen positiveren Bereich schiebt ist das Ende. Die meisten „Was wäre wenn“ oder Mysterie-Filme haben eine enttäuschende Auflösung. Bei „Dunkle Visionen“ ist das Ende das, was den Film doch noch zu einem passablen Kinoerlebnis macht. Denn plötzlich beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen; nämlich dann als Linda schlussendlich am Tag des Unfalls erwacht und mit allen Mitteln versucht ihn zu verhindern. Die finale Sequenz ist herzerreißend, spannend und tragisch.
Was bleibt ist der Eindruck dass "Premonition“ viel, viel besser hätte sein können: mit einem guten Drehbuch.
Fazit: Regie, Kamera, Darsteller, Atmosphäre sind überzeugend, nur das Drehbuch spielt nicht so ganz mit.
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Regisseur
Schauspieler
Sandra Bullock, Julian McMahon, Shyann McClure, Courtney Taylor Burness, Nia Long, Marc Macaulay, Kate Nelligan, Irene Ziegler, Phillip DeVona, Ritchie Montgomery, Matt Moore, Amber Valletta, Peter Stormare, Laurel Whitsett, Kristin Ketterer, Marcus Lyle Brown, Jude Ciccolella, E.J. Stapleton


