Everybody's Fine (2009)
Handlung
Robert De Niro, Drew Barrymore, Sam Rockwell und Kate Beckinsale in einem Familiendrama von Kirk Jones.
Kaum ein Mensch achtet bei der Reise mit dem Zug auf vorbeiziehende Stromleitungen - außer Frank Goode (Robert De Niro). Sein ganzes Leben lang hat er in einer Kabelfabrik hart gearbeitet, um seiner Familie ein gutes Leben zu ermöglichen. Mittlerweile ist er ein typischer Witwer im Ruhestand - beigefarbenes Rentneroutfit und adrett eingerichtetes Haus inklusive. Über das erfolgreiche und glückliche Leben der vier Kinder hielt ihn ausschließlich seine Frau auf dem Laufenden, doch nach deren Tod erwachen in Frank plötzlich lange versteckte Vatergefühle. Als alle vier Kinder einer nach dem anderen den geplanten Wochenend-Besuch absagen, beschließt Frank einen Road Trip der besonderen Art. Er packt den Koffer für eine spontane Reise quer durch die USA mit dem Ziel, seine Kinder zu überraschen: den Künstler David (Austin Lysy), die Werbeagentur-Chefin Amy (Kate Beckinsale), den Dirigenten Robert (Sam Rockwell) und die Tänzerin Rosie (Drew Barrymore). Doch nach und nach stellt er fest, dass die Vier lange nicht so erfolgreich und zufrieden mit ihrem Leben sind wie er immer dachte...
Besetzung / Stab
Regie
Bilder
Kritik
Der britische Regisseur Kirk Jones schrieb und inszenierte "Everybody's Fine" basierend auf dem Originaldrehbuch von Guiseppe Tornatore, dessen Original "Stanno Tutti Bene" 1990 erschien. Die Geschichte wurde dabei nicht groß verändert und auf amerikanische Verhältnisse angepasst. An den US-Kinokassen ging der Film allerdings ziemlich schnell unter, und das trotz großem Staraufgebots, was ziemlich schade ist, denn "Everybody's Fine" ist ein schöner Film geworden...
Familiendramen gibt es wie Sand am Meer, trotztdem ist das Thema nie ausgeschöpft. Auch wenn "Everybody's Fine" keine Innovationspreise gewinnen wird, so liefert er trotzdem das, was man sich von einem schönen unterhaltsamen Film wünscht. Auch wenn ein Blick auf das Poster anders vermuten lässt, handelt es sich vordergründig um ein Drama und hat damit stets einen traurigen Unterton, da man mit Frank, der Hauptfigur, stets Mitleid hat, der ganz einsam ohne seine verstorbene Frau weiter lebt und keinen regelmässigen Kontakt mehr zu seinen Kindern hat. Trotzdem bewahren Frank und damit auch der Film ihren Humor und lockern so das Ganze immer wieder gelungen auf, so dass seine Reise für den Zuschauer sehr angenehm ausfällt. Frank ist nicht auf den Kopf gefallen und auch wenn er von allen enttäuscht und offensichtlich belogen wird, bleibt er stets gelassen und versucht sich nichts anmerken zu lassen. Er versucht durch seine spontanen Besuche seinen Kindern eine angenehme Überraschung zu bereiten und auch wenn er stets ungelegen erscheinen mag, stellt er allen zum Abschluss eine gemeinsame Frage, die ihm auf dem Herzen liegt, nämlich ob derjenige glücklich sei. Frank ist ein guter Kerl, der sicherlich nicht alles richtig gemacht hat, aber im innersten ein gutes Herz hat, so dass der Zuschauer auch schnell mit ihm sympathisieren wird und wodurch sein Leidensweg auch auf den Zuschauer übergreift.
Das Ende hält zudem eine kleine Überraschung bereit, die man kurz vorher vielleicht schon erahnt hat, trotzdem aber emotional sehr wirkungsvoll ist. Hier trumpft "Everybody's Fine" nochmal so richtig auf und geht mächtig unter die Haut.
Der Film konzentriert sich ganz auf seine Charaktere und deren Psyche und Beziehungen zueinander. Während man bei Frank noch einen tiefgründigen Einblick in seine Seele erhält, fällt das bei seinen Kinder leider etwas schwerer aus. Franks Besuche bei ihnen sind kurz, ihre Probleme werden nur kurz angeschnitten, nicht aber groß thematisiert, so dass es sich bei ihnen nur um einen oberflächlichen Einblick in deren Leben handelt. Die Zeit ist natürlich knapp bemessen und der Film will schnell vorwärts kommen, doch wünscht man sich manchmal doch ein wenig mehr Einblicke in die Charaktere.
Robert De Niros besten Zeiten sind schon lange her, früher noch der größte Star Hollywoods, heute eher bekannt durch schlechte Filme oder seine oft merkwürdige Rollenwahl. Den traurigsten Tiefpunkt hatte er zuletzt in seinem heiß erwarteten "Righteous Kill" ("Kurzer Prozeß") an der Seite Al Pacinos, umso erfreulicher ist es aber nun, dass De Niro mit seiner Hauptrolle in "Everybody's Fine" wieder einiges gut macht. Auch wenn der Film lange nicht an seine früheren Meisterwerke rankommt, ist er doch wenigstens gut gelungen, so auch sein Schauspiel, das zwar rollenbedingt zurückhaltend ausgefallen ist, durch sein gekonntes Mimikspiel aber passend ist. Es tut gut, De Niro wieder in guter Form zu erleben. Mit Drew Barrymore, Kate Beckinsale und Sam Rockwell hat man drei namenhafte Darsteller für die Besetzung von Franks Kindern gefunden, die allesamt, trotz kurzen Auftritten, das beste aus ihren Rollen holen, überzeugend auftreten und darüber hinaus auch genau wie De Niro sympathisch rüber kommen.
Eine nette Idee haben sich die Macher übrigens noch einfallen lassen: Während seiner Reise macht Frank immer wieder Fotos um all die Dinge festzuhalten, die er dabei erlebt. Während des Abspanns bekommen wir genau diese Fotos dann zu sehen, was das Ganze nochmal nett abschließt.
Fazit: "Everybody's Fine" ist ein gut gelungenes, angenehmes Drama mit tollen Darstellern, bei dem man sich gut unterhalten zurücklehnen kann.

Kommentare
ADAMGOLDNIK
geschrieben am 25.12.2009 um 22:28:31
Mal sehen was wirds davon.
und die ma sehen wie der Film wird abschneiden.
Bin gespannt auf Komedy mit R. de Niro
KingKong
geschrieben am 06.02.2010 um 13:19:34
Die Kritik macht mich hellhörig und der Film kommt auf meine Liste.
Onepunchmickey
geschrieben am 07.02.2010 um 18:41:18
hmmm nicht fürs kino, bestimmt aber mal auf dvd...
Seraph
geschrieben am 15.02.2010 um 00:58:23
tolle kritik sibbe :)
macht mir richtig lust auf den film!
MfG
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