James Bond 007: Liebesgrüße aus Moskau
From Russia with Love
Inhalt
James Bond: Pardon me, do you have a match?Kerim's Chauffeur: I use a lighter.
James Bond: Better still.
Kerim's Chauffeur: Until they go wrong.
James Bond: Exactly.
In Venedig gewinnt Kronsteen (Vladek Sheybal) eine bedeutende Schachmeisterschaft. Kurz darauf wird er auf einer Yacht als Nummer 5 der Nummer 1 – Ernst Stavro Blofeld (Eric Pohlmann) - einen teuflischen Plan vorstellen, mit dem er die Supermächte England und Russland gegen einander ausspielen will. Unter der Zuhilfenahme einer weiblichen Mitarbeiterin der russischen Kryptographischen Abteilung in der Türkei und des britischen Geheimdienstes will er der Organisation PHANTOM eine russische Dechiffriermaschine namens "Lector" beschaffen, die Russland dann wieder für viel Geld zurückkaufen soll.
Rosa Klebb (Lotte Lenya) - Nummer 3 – reist nach Istanbul, wo sie sich im russischen Konsulat Tatjana Romanova (Daniela Bianchi) immer noch als Leiterin des russischen Geheimdienstes zu erkennen gibt. Längst aus dem Geheimdienst ausgeschieden setzt sie dennoch Romanova auf James Bond (Sir Sean Connery) an. Diese soll sich in das Passfoto eines britischen Agenten verliebt haben. Falls der britische Geheimdienst ihr zu Immunität verhilft, verspricht sie diesem eine "Lector". Einzige Bedingung: James Bond soll sie nach England bringen.
Der britische Geheimdienst fasst die Meldung von Romanova natürlich als Falle auf. Dessen ungeachtet versucht man dennoch an eine "Lector" ranzukommen und beauftragt einen Doppelnullagenten mit der schönen Russin auf den Balkan Kontakt aufzunehmen. Ausgerüstet mit einem Spezialkoffer von Major Boothroyd (Desmond Llweyln) reist James Bond nach Istanbul und trifft sich mit dem türkischen Kontaktmann Ali Kerim Bey (Pedro Armendáriz), der kurz darauf einen Anschlag von Krilencu (Fred Haggerty) – einem Bulgaren, der im Auftrag der Russen tötet - nur knapp entkommen kann.
Kerim Bey besorgt James Bond unterirdische Pläne vom russischen Konsulat. Kerim Bey tötet Krilencu. Kurz darauf treffen Bond und Romanova das erste Mal aufeinander. Sie will Bond weitere Informationen über die "Lector" liefern, woraufhin er eine "Lector" in seine Hände bringen kann.
Bond will die Dechiffriermaschine mit dem Orient-Express über die Grenze von Jugoslawien nach Trieste bringen. Im Zug befindet sich jedoch ebenfalls der Killer Donald "Red" Grant (Robert Shaw), der Kerim Bey ausschaltet. In Belgrad trifft sich Bond mit einem Sohn des Verstorbenen, der ihm dabei helfen wird, die "Lector" außer Landes zu schaffen. Im Zug kommt es zum Kampf zwischen Grant und Bond.
Bond kann mit Romanova und der "Lector" vom Zug springen und nach wilden Verfolgungsjagden über die Grenze nach Italien fliehen. In einem Hotelzimmer in Venedig wähnen die beiden sich in Sicherheit, doch plötzlich stehen sie Rosa Klebb gegenüber …
Kritik
Am 1. April 1963 begannen die Dreharbeiten zu dem zweiten James Bond-Abenteuer. Da niemand mit dem großen Erfolg von Dr. No gerechnet hatte, wollten die Produzenten Harry Saltzmann und Albert R. Broccoli schnell einen weiteren Teil produzieren. Noch als Dr. No in den Kinos lief begannen die Vorbereitungen zu Liebesgrüße aus Moskau, das Budget lag bei 2 Mio. Dollar. Richard Maibaum wurde erneut für das Drehbuch engagiert. Er schrieb jede Menge von dem Fleming-Roman um. So startet die Geschichte anders als im Buch nicht auf einem baltischen Besitz an einem Swimmingpool, wo Grant von einem vollbusigen Bauernmädchen massiert wird, sondern in einer mondüberfluteten Gartenszene, wo Bond in den Teasersequenzen verfolgt und letztendlich von Grant ausgeschaltet wird - zum Glück wurde Bond nur von einem Bösewicht zu Trainingszwecken gedoubelt. Vorher gewann die 007-Erkennungssequenz zum ersten Mal an Bedeutung, in der Connery läuft, von einem Pistolenlauf verfolgt wird, sich plötzlich dreht und schießt, der Bildschirm wird blutig rot und die Teasersequenzen starten. Dies sollte der Auftakt zu der wahrscheinlich mächtigsten, erfolgreichsten und am längsten andauernden Kinoreihe der Filmgeschichte werden. Danach folgt der Vorspann, bei dem die Namen auf den sich wiegenden Körper einer türkischen Tänzerin projiziert wurden. Der Film beginnt dann erst richtig in Venedig.Liebesgrüße aus Moskau basiert auf starken Charakteren mit besonderer Ausstrahlung. Erwähnenswert sind neben James Bond die drei russischen Meisterspione. Angeführt von der Obermacherin von SMERSH (SMERSH steht für "Smjert Spionam" – "Tod den Spionen") Rosa Klebb, dem Killer Donald 'Red' Grant und dem Meisterplaner Kronsteen. Alle verkörpert von exzellenten Schauspielern wie Robert Shaw oder Lotte Lenya. Auf der anderen Seite erscheinen Namen wie Pedro Armendáriz, der Kerim Bey verkörpert. Schwer vom Krebs gezeichnet erschoss sich Armendáriz noch vor Drehschluss in einem Krankenhaus. Seine Szenen wurden vorgezogen. Gelegentlich wurde er sogar von Regisseur Terence Young mit dunkler Perücke und Schnurrbart gedoubelt. Bondgirl war Daniela Bianchi – das italienische Fotomodell, das 1960 "Miss Rom" und "Miss Universum" wurde. Ihr Englisch war zum Teil so schlecht, dass sie ebenfalls in der Originalfassung synchronisiert werden musste. Übrigens die Produzenten von Liebesgrüße aus Moskau wollten zuerst Alfred Hitchcock als Regisseur für ihr Projekt gewinnen, der aber ablehnte. Kostenlose Publicity bekamen die Macher vom damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy, der offen zugab, From Russia with Love auf seiner Lektürenliste zu haben.
Während Dr. No noch nicht auf trickreiche Gadgets setzte, wird in Liebesgrüße aus Moskau ein normaler Diplomatenkoffer zur ultimativen Waffe – vorgestellt von Desmond Llewelyn, der hier noch als Major Boothroyd erscheint. Im Koffer befinden sich 50 Goldstücke, ein Wurfmesser, Munition vom Kaliber 25, ein siebenteiliges Scharfschützengewehr und ein Trickkanister mit Tränengas, der explodiert, wenn man den Koffer "falsch" öffnet. Bond benutzt ebenfalls ein Diktiergerät, dass in einen Fotoapparat integriert ist.
Liebesgrüße aus Moskau erzählt im Hintergrund des exotischen Flairs von Istanbul eine hochspannende Erpressergeschichte in Zeiten des Kalten Krieges. Obwohl die Zeit vielleicht einen Politthriller hätte fordern können, wollte man Bond nie in die Politik verwickeln. Man merkt deutlich, dass die Bösewichter NICHT die Russen sind, die Filmemacher setzten dafür erneut das Verbrechersyndicat SPECTRE (im dt. PHANTOM, im engl. SPECTRE - steht für "Special Executive for Counterintelligence, Terrorism, Revenge and Exortion") ein. Symbolisch für die dritte Partei schuf Maibaum sicherlich die Szene mit dem Siamesischen Kampffisch, der zuschaut wie sich zwei Artgenossen bis zum Tode des einen bekämpfen, um sich dann auf den Überlebenden zu stürzen, der zu erschöpft ist, um sich weiter verteidigen zu können.
Fazit
Liebesgrüße aus Moskau ist nicht nur der Lieblingsbond von Connery, sondern auch einer meiner Liebsten, wenn nicht sogar DER Liebste. Für mich bringt er die Atmosphäre des Kalten Krieges von allen James Bond-Filmen am besten rüber. Er wirkt verblüffend echt und nicht überdreht. Man spürt regelrecht den Kampf zwischen den Nationen auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs. Die Kampfszene im Orient-Express zählt heute noch zu den aufregendsten Kampfszenen, die je choreographiert wurden. Zu meinen Lieblingsszenen zählt die Stelle, als James Bond auf dem Bild von Tatjana Romanova für Miss Moneypenny schreibt: "From Russia with Love" und als Krilencu versucht aus dem Mund von Anita Ekberg zu fliehen. Obendrein ist Daniela Bianchi - mein absolutes Lieblingsbondgirl - mit von der Partie. Unter der musikalischen Begleitung vom Meisterkomponisten John Barry bietet Liebesgrüße aus Moskau alles was das Spionageherz begehrt: Frauen, Action, Verfolgungsjagden, Waffen und eine spannende Geschichte. Über Sir Sean Connery brauche ich ja wohl nicht viele Worte zu verlieren: Ur-Bond, unerreicht, fantastisch wie immer!
Liebesgrüße aus Moskau - ein erstklassiker Spionagethriller und gleichzeitig der letzte der ernsthaften Bondfilme, aber dennoch richtiger Auftakt zur erfolgreichsten Kinoserie aller Zeiten.
NOT QUITE THE END
James Bond will return
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Regisseur
Schauspieler
Francis De Wolff, Vladek Sheybal, Martine Beswick, Aliza Gur, Lois Maxwell, Nadja Regin, George Pastell, Walter Gotell, Eunice Gayson, Bernard Lee, Pedro Armendáriz, Robert Shaw, Lotte Lenya, Sean Connery, Daniela Bianchi


