Wrong Turn
Inhalt
Ein Waldspaziergang der etwas anderen Art. Eine Gruppe junger Menschen wird von einer Gruppe unbarmherziger Hobbymetzger gejagt.Der Film beginnt wie nahezu jeder Horrorfilm. In der Einleitung sterben gleich erstmal ein oder mehrere Opfer, die mit der anschließenden Handlung nichts zu tun haben; also wirklich nur als Opfer dienen. So auch in Wrong Turn. Zwei Bergsteiger. Dem Zuschauer wird der Schauplatz des gesamten Films präsentiert - ein weitläufiges Waldgebiet. Dann ein bisschen Blut, um auch zu beweisen, dass es sich um einen Horrorstreifen handelt. Fertig, Einleitung geschafft. Nichts Neues, nichts Originelles... was bleibt ist eine dem Genre gerecht werdende Einleitung.
Chris (Harrington) ist Medizinstudent und auf dem Weg zu einem wichtigen Termin. Aber schon stellt sich ihm das Hindernis buchstäblich in den Weg, was dazu führt, dass er eine andere Richtung einschlagen muss. Es handelt sich um eine plumpe Straßensperrung und schon wählt Chris den falschen Umweg - Wrong Turn.
Er kommt an eine Tankstelle und trifft auf einen recht unansehnlichen alten Mann, der... ja, was trinkt der da eigentlich? Sieht wie Erdbeermilch aus, auch wenn eher eine ordentliche Flasche Whiskey oder ähnliches gepasst hätte. Ein Klischeebruch in einem schlichten Horrofilm? Das macht Hoffnung. Chris hält also an der schäbigen Tankstelle, die sofort an Texas Chainsaw Massacre erinnert. Chris sieht auf einer Karte einen Umweg, der ihn wieder auf den Highway führen wird, und schlägt diesen Weg auch prompt ein - natürlich ein Fehler, das wissen wir schon vor ihm, aber auch er soll es schnell herausfinden. Nur wenige Minuten später ist er für einige Sekunden unaufmerksam und fährt in einen anderen Wagen, der aufgrund einer Reifenpanne mitten auf der verlassenen Straße steht. Und schon hat das Schicksal die jungen Menschen zusammen geführt, die im Folgenden des Films nach und nach abgeschlachtet werden sollen.
Jesse (Dushku), Carly (Chriqui), Scott (Sisto), Francine (Booth) und Evan (Zegers) haben ein ruhiges Wochenende beim Campen geplant, doch es soll natürlich alles anders werden. Die Reifenpanne liefert den Einstieg, Chris` Kollidierung mit dem Jeep der fünf Freunde stellt dann den schlichten Versuch dar, noch ein weiteres Opfer in die Geschichte einzubringen, denn rein auf die Story bezogen hätten auch die fünf Freunde allein die Hauptrollen spielen können. So machen sie sich also auf den Weg, eine Lösung für ihre Probleme zu finden, denken aber nicht daran, den Weg zurück zur Tankstelle zu gehen, was sicherlich die beste Lösung gewesen wäre. Doch dann wären sie halt nicht in die offenen Arme der drei Aussetzigen gelaufen, die in einer wiederum äußerst schäbigen Hütte in dem Wald hausen. Dort gelangen sie auch bald hin und müssen feststellen, dass sie hier nicht auf Hilfe hoffen können. Stacheldraht, merkwürdig gefüllte Einmachgläser und Puppenköpfe (die üblichen Untensilien eben, um eine beängstigende Kulisse zu schaffen) erwarten die Freunde in der abgelegenen Hütte und als sie sich wieder auf den Rückweg machen wollen fährt ein anderer Wagen vor... und der Albtraum kann beginnen.
Der Hauptteil von Wrong Turn ist dann eine Hetzjagd durch die dichten Wälder. Ihre Verfolger? Das sind schrecklich mutierte Wesen, äußerlich die typischen Hinterwäldler, aber körperlich stark missgebildete Kreaturen, die ihren Zorn darüber scheinbar an jedem Menschen auslassen, der den Fehler macht, sich in ihrer Nähe aufzuhalten - Wrong Turn eben.
Kritik
Ich beginne meine Kritik mit dem am 25. September 1965 in Slippery Rock, Pennsylvania, geborenen Regisseur Rob Schmidt, der seine "Karriere" im Jahr 1995 mit der Komödie Milestone begann, einem Film, den wohl kaum jemand kennen wird. Was darauf folgte war auch dementsprechend schwach. Und das zu recht. Rob Schmidt leistet in Wrong Turn ziemlich schlechte Arbeit. Immer wieder schwenkt die Kamera augenscheinlich sinnlos über atmosphärisch wertvoll wirkende Gegenstände in der Hütte beispielsweise, doch das alles wirkt einfach mangehaft umgesetzt. Keine Frage, Atmosphäre ist wichtig, doch dann zum Beispiel an Michael Bay orientieren, der seine Kamerafahrten wesentlich besser in Szene setzt. Hier hat man eher den Eindruck, als würden Hobbyurlaubfilmer ihr Hotelzimmer filmen, um das dann anschließend der Familie und Freunden zu zeigen.Die Darsteller sind ebenso unbekannt wie der Regisseur. Desmond Harrington beispielsweise spielte in dem wirklich richtig misslungenen Horrorfilm Ghost Ship mit, Eliza Dushku, die einige der in dem Film vorkommenden Stunts selber machte, kann man in True Lies neben Arnold Schwarzenegger und Jamie Lee Curtis sehen, einem zumindest recht ansehnlichen Actionstreifen von James Cameron, der das erfolgreiche Drama Titanic gedreht hat. Lindy Booth spielte 2004 in Dawn of the Dead mit, dem Remake des aus dem Jahr 1978 stammenden gleichnamigen Zombiefilms von Kultregisseur George A. Romero (Land of the Dead). Gut, es ist weder der Cast noch der Regisseur, der Wrong Turn auszeichnen könnte.
Übrigens: Die Figur Jesse Burlingame wurde nach der Heldin aus einem Roman von Stephen King, Gerald's Game, benannt.
Inhaltlich ist der Film etwa so vage bestückt wie stundenlange Aufnahmen einer Häuserwand. Mehr, als das, wovon ich im ersten Teil dieser Review berichtet habe, geschieht eben nicht... aber das ist nicht schlimm. Denn genau dieser Punkt stellt den eigentlichen Charakter eines solchen Slasherfilms dar. Wozu Story, wenn es im Endeffekt doch nur um Schockeffekte, Blut und möglichst viel Spannung geht? Das sind die Voraussetzungen, die ein Horrorfilm solcher Art erfüllen muss. Also, wie sieht es damit aus? In Sachen Blut bietet der Film einiges. Genauer gesagt, Wrong Turn ist richtig brutal, das mangelnde Mitgefühl der drei Menschenmetzger wird tabulos dargestellt. Umso kurioser, dass der Film nur ein FSK 16 erhalten hat. Hier wird grausam gemordet, sinnlos zerstückelt, gutheißend gekifft... aber gut, das Thema FSK ist eh ein Thema für sich, das wohl nie enträtselt oder verstanden wird.
Spannung: ja. Schockeffekte: auch, könnte aber mehr davon geben.
Was bleibt ist ein, wenn man vom endgültigen Gesamtprodukt ausgeht, gelungener Genrefilm. Horrorfans könnten begeistert sein und erfüllende 84 Minuten mit Wrong Turn verbringen... und im Nachhinein wohl jedes Waldgebiet strengstens meiden.
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Regisseur
Schauspieler
Eliza Dushku, Desmond Harrington, Jeremy Sisto, Emmanuelle Chriqui, Lindy Booth, Julian Richings, Kevin Zegers, Garry Robbins



Nightwalker / 04.12.2007 17:53:46
Teil 1 ist einfach nur gut.
Schön spannend! Schauspieler ok. Mir fallen keine Kritikpunkte ein.
8,5 Dead End - Schilder die schon im ersten Teil auftauchen.
5 Sternen
mye / 04.12.2007 18:30:19
ja, ich finde den auch sehr gelungen... teil 2 ist dagegen noch schlechter als hills have eyes 2, was ja kaum noch geht... wrong turn 2 habe ich tatsächlich "vorgespult" und mir dan nur noch das ende angesehen...
4 Sternen
CineWalker / 04.12.2007 20:52:41
Wrong Turn ist einfach ein toller Fim unter den Kult-Horror-Movies. Den 2.Teil habe ich persönlich nicht gesehn und das aus gutem Grund: Die meisten Fortsetzungen von Horrofilmen sind meistens Low-Budget Filme, die es nicht wert sind, anzuschauen. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel :)
nicht bewertet
Veremar / 09.12.2007 16:27:49
Dieser Film ist für mich ein Highlight, spannend und gruselig. War aber auch vom zweiten Teil enttäuscht.
4 Sternen
Jigsaw / 05.04.2008 19:12:10
Klassischer Backwood Horror im Stil von Texas Chainsaw Massacre,gut gemacht und spannend,leider folgte ein total sinnloser und unnötiger zweiter Teil.
nicht bewertet