Verfasst von Thorsten Meiritz am 17.01.07 23:35:02 - 5 Kommentare

Beverly Hills Cop

Moviereporter-Bewertung:
  • 5.0/6 Sterne.
Leserwertung (12): 5.25 / 6

Land USA

Genre Action, Komödie

Laufzeit: 105

Jahr 1984


Kinostart: 04.04.1985
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Inhalt

Ich lös’ den Fall – auf jeden Fall!

Axel Foley (Eddie Murphy) ist nicht gerade ein Vorzeigecop innerhalb der Detroit Police. Gerade hat er einen Undercover-Einsatz vermasselt und sein Vorgesetzter, Inspector Todd (Gilbert R. Hill), muss wieder einmal den Kopf für ihn hinhalten. Unverhofft bekommt Axel kurz danach Besuch von seinem alten Freund Michael Tandino (James Russo), der vor einem halben Jahr aus dem Gefängnis freikam und seitdem in Beverly Hills gearbeitet hat. Er präsentiert Axel ein Bündel deutscher Schuldscheine, der sich aber zunächst nicht weiter darum kümmert. Nach einer durchzechten Nacht lauern ihnen jedoch zwei Profi-Killer vor Axels Wohnung auf. Sie schlagen Axel K.O. und ermorden eiskalt seinen Freund.
Kurzerhand nimmt Axel sich Urlaub und reist nach Beverly Hills, um den Tod seines Freundes zu untersuchen. Er wendet sich zunächst an seine alte Freundin Jenny Summers (Lisa Eilbacher), die Michael den Job als Wachmann beschaffte. Die Spur führt ihn zu dem renommierten Kunsthändler Victor Maitland (Steven Berkoff), der den ungebetenen Gast umgehend aus seinem Büro entfernen lässt – mitten durch eine Schaufensterscheibe und anstatt ihm behilflich zu sein wird er von zwei überkorrekten Polizisten des Beverly Hills Departments abgeführt. Auf dem Revier macht er die Bekanntschaft der Detectives John Taggart (John Ashton) und Billy Rosewood (Judge Reinhold), sowie von deren Vorgesetztem Lieutenant Andrew Bogomil (Ronny Cox) und obwohl sich Axel ebenfalls als Polizist zu erkennen gibt wird er nicht gerade mit offenen Armen empfangen.
Doch davon lässt er sich nicht abschrecken und ermittelt auf eigene Faust weiter. Unterstützung erhält er dabei nur von Jenny, die wie Axel die Verantwortlichen für Michaels Tod hinter Schloss und Riegel bringen will. Jedoch werden die Beiden von Rosewood und Taggart beschattet – kein Problem für Axel, der mit allen Wassern gewaschen ist und die Zwei mit Hilfe einiger Bananen zunächst ausbremst. Axels Ermittlungen zeigen eines ganz deutlich: Maitland scheint nicht das zu sein, was er vorgibt und Axel will ihn endlich dingfest machen, wenn da nicht immer wieder die Polizei von Beverly Hills wäre, die ihm ständig in die Quere kommt…

Kritik

Als im Jahr 1984 "Beverly Hills Cop" in den amerikanischen Kinos anlief, hatte wohl keiner der Beteiligten mit diesem überwältigenden Erfolg gerechnet. Weltweit spielte der Film mehr als 316 Millionen US-Dollar ein und wurde in diesem Jahr nur noch durch "Indiana Jones und der Tempel des Todes" geschlagen. Betrachtet man nur das US-Einspielergebnis war "Beverly Hills Cop" sogar der erfolgreichste Film des Jahres und das bei einem geschätzten Budget von lediglich 15 Millionen US-Dollar. Der Film war gleich in dreifacher Hinsicht "bahnbrechend". Zum einen läutete er die erfolgreiche Actionfilm-Ära des Produzentengespanns Don Simpson und Jerry Bruckheimer ein. Ein Jahr zuvor feierten die Beiden ihren bis dato größten Erfolg mit dem Film "Flashdance". "Beverly Hills Cop" sollte lange Zeit einer der Erfolgreichsten Filme des Produzentenduos bleiben. Zum anderen wurde durch den Film eine weitere Ära eingeleitet, nämlich die der Cop-Komödien. Zuvor gab es nur Filme in denen Harte Cops wie Clint Eastwood als "Dirty Harry" oder auch Charles Bronson in seinen unzähligen Filmen die Hauptrolle innehatten. Mit "Beverly Hills Cop" wurde ein neuer Weg bestritten, denn dem knallharten Cop wurde nun jede Menge Witz und Charme mit auf den Weg gegeben und auch die Polizeiarbeit an sich wurde nicht mehr so ganz bierernst dargestellt. Axel Foley ist nicht gerade der Prototyp eines Cops und dennoch auf seine Art mit seinen Ermittlungsmethoden sehr erfolgreich. Ohne diesen Film gäbe es vielleicht heute nicht die "Lethal Weapon" Filmreihe oder auch nicht die "Bad Boys" Filme, für die Simpson und Bruckheimer ja auch wieder persönlich verantwortlich zeichnen. Schließlich markierte die Actionkomödie auch noch den endgültigen Durchbruch für Eddie Murphy.
Dazu wäre es aber beinahe gar nicht gekommen, denn die Rolle des Axel Foley wurde zunächst Darstellern wie Al Pacino, James Caan oder Mickey Rourke angeboten, die sie jedoch (in diesem Fall glücklicherweise) alle ablehnten. Danach galt lange Zeit Sylvester Stallone als Top-Favorit für den Part. Jedoch wollte Stallone keine Komödie spielen, da er sich selbst nicht als Komödiant sah. Daher wurde das Script auf ihn zugeschnitten, so dass viel mehr Actionsequenzen ins Drehbuch eingebaut wurden. Dadurch hätte der Film allerdings das geplante Budget von 15 Millionen gesprengt, so dass schließlich auch Stallone aus dem Projekt ausstieg. Einige Änderungen, die er in das Drehbuch eingebaut hatte, verwendete er später in seinem Film "Die City Kobra". Damit war der Weg endlich frei für Eddie Murphy, den Simpson und Bruckheimer schon längere Zeit als ihren persönlichen Favoriten gehandelt hatten. Erst zwei Wochen vor Drehbeginn kam er schließlich an Bord, was erneute Änderungen im Drehbuch nach sich zog, denn die Figur des Michel Tandino war zunächst als Stallones Bruder angelegt und Jenny Summers sollte eigentlich die Geliebte von Stallone in der ursprünglichen Version sein. Kurzerhand wurden die beiden Figuren zu engen Freunden von Foley gemacht.

Mit Eddie Murphy bekam die Figur des Axel Foley eine besondere Qualität. Er ist die perfekte Besetzung für den Cop mit der großen Klappe, hinter der jedoch auch einiges steckt. Er ist schlagfertig, witzig und dennoch zielstrebig. Ein Detroiter Cop, der mit allen Wassern gewaschen ist und die noble Welt und etwas „steife“ Polizei von Beverly Hills gehörig aufwirbelt – ein Zusammenprall zweier Welten. Außerdem brachte Eddie Murphy als Schauspieler auch seine eigene Qualität mit in die Rolle ein, denn viele Szenen und Dialoge wurden von ihm einfach improvisiert. Diese Fähigkeit erlangte er während seiner Zeit als Stand-Up Comedian und auch später in der Comedy-Serie "Saturday Night Live" in der er lange Zeit mitwirkte und ein gefeierter Star dieser Show war. Dank dieser Begabung brachte er auch einigen Schwung in die Dreharbeiten, da niemand so genau wusste, was er wohl als nächstes machen würde, so dass viel Filmmaterial nur noch als Outtakes dienen konnte, da sich die Filmcrew nicht das Lachen verkneifen konnte. In meinen Augen ist die Rolle des Axel Foley eine der besten Figuren, die Eddie Murphy in seiner Karriere dargestellt hat. Kleiner Tipp: den Film in Originalsprache anschauen, denn Eddie Murphys Sprüche und besonders sein einzigartiges Lachen sind urkomisch. Er ist die tragende Säule des Films.

Murphy wurde das Polizistenduo Rosewood und Taggart, alias Judge Reinhold und John Ashton zur Seite gestellt. Die Beiden harmonieren einfach perfekt. Regisseur Martin Brest wollte die beiden wie ein altes Ehepaar oder auch wie die Reinkarnation von Stan Laurel und Oliver Hardy mit Polizeimarke wirken lassen, was ihm auch gut gelungen ist. Hierbei übernimmt John Ashton den männlichen und Judge Reinhold den eher weiblichen Part in dieser "Beziehung". Ihr Vorgesetzter Lieuteneant Andrew Bogomil wird von dem amerikanischen Fernsehstar Ronny Cox verkörpert, der seiner Rolle eine Ruhe und Abgeklärtheit verleiht, die ein wenig im Kontrast zu den drei anderen Genannten steht. Dennoch steht er stets hinter seinen Männern und verteidigt sie und auch Axel steht er zur Seite als dieser seine Hilfe braucht. Den Bösewicht des Films mimt der Brite Steven Berkoff, der ein Jahr zuvor auch als Bösewicht General Orlov in "James Bond: Octopussy" zu sehen war. Auch er ist die ideale Wahl für diese Rolle und versteht es sehr gut den eiskalten, aalglatten Gangster zu verkörpern. In weiteren Rollen sind Lisa Eilbacher, James Russo, Paul Reiser, Bronson Pinchot und in einer sehr kleinen Rolle auch der damals noch völlig unbekannte Damon Wayans zu sehen. Eine Besonderheit weist der Part des Inspector Todd auf, denn Darsteller Gilbert R. Hill war zu dieser Zeit in Wirklichkeit als hochrangiger Polizist in Detroit tätig. Produzent Jerry Bruckheimer entdeckte ihn bei seiner Recherchearbeit innerhalb der Detroit Police und war sofort von seiner Ausstrahlung fasziniert. Daher setzte er alles daran ihn für den Film anzuwerben.

Auch die Besetzung des Regiestuhls war keine leichte Angelegenheit. Für Bruckheimer gab es von Anfang an keine andere Wahl als Martin Brest, der dieses zunächst jedoch ablehnte, da er der Meinung war, dass der Film nicht in sein Repertoire passt. Doch Bruckheimer ließ nicht locker und rief ununterbrochen bei Brest zu Hause an, bis dieser genervt entschied eine Münze entscheiden zu lassen. Das Ergebnis des Münzwurfes war, dass Brest den Film schließlich doch in Szene setzte, womit er anfangs gar nicht glücklich war. Nach dem großen Erfolg hat sich der Regisseur besagte Münze mittlerweile eingerahmt. Er erzählt den Film eigentlich in einem ruhigen Stil, ohne schnelle Schnitte oder aufwendige Spezialeffekte. Er verlässt sich dabei voll und ganz auf das Können seines Hauptdarstellers und auch des übrigen Ensembles – eine weise Entscheidung, wie sich herausstellte.

Ein weiteres tragendes Element des Films ist zweifelsohne die fantastische Musik, denn sowohl der Score als auch die ausgewählten Lieder sind perfekt auf den Film abgestimmt. Zu Recht erhielt das Soundtrack-Album im Jahr 1986 den Grammy. Der Score stammt aus der Feder des deutschstämmigen Filmkomponisten Harold Faltermeyer, der zu dieser Zeit einer der angesagtesten Komponisten Hollywoods war. Wer kennt nicht sein Axel F.-Theme? Bis heute ein Kult-Klassiker! Aber auch die Songs des Films werden in die Handlung eingebaut. Beispielsweise intonieren die Pointer Sisters mit "Neutron Dance" eine Verfolgungsjagd und als Axel Foley mit seinem schäbigen blauen Chevy Nova durch die Straßen von Beverly Hills rollt ist Patti LaBelle mit ihrem Hit "Stir It Up" zu hören. Den Anfang macht freilich Glenn Frey, zu dessen Song "Heat Is On" einige Eindrücke von Detroit zu sehen sind – Songs, die einfach zum Mitwippen anregen.

Fazit:
"Beverly Hills Cop" hat mittlerweile Kult-Status erreicht. Bis heute eine der besten Rollen von Eddie Murphy. Die gute Mischung aus Action und Komödie macht einfach Spaß. Durch die tolle Musik, die natürlich den 1980er Jahren entspringt, aber auch heute noch gut anzuhören ist, rundet den Film ab. Der Startschuss einer außergewöhnlichen Produzentenkarriere war gegeben und durch den riesigen Erfolg des Films lag eine Fortsetzung natürlich nahe, welche dann auch drei Jahre später folgen sollte.

Jetzt kommentieren? / 5 Kommentare

  1. Feuerfrucht

    Feuerfrucht / 10.12.2007 22:27:39

    Kult kult kult kult!! Wer kennt ihn nicht den Beverly Hills Cop und sein genialen Axel F. soundtrack.


    6 Sternen

  2. Kaspian

    Kaspian / 11.12.2007 00:41:50

    Klassiker....


    nicht bewertet

  3. Rusty

    Rusty / 17.12.2007 17:43:07

    zu der zeit war beverly hills cop ein muss. ich denke nicht, dass sie den kultstatus erreicht haben, aber sind auf jeden fall sehenswert


    5 Sternen

  4. Jigsaw

    Jigsaw / 08.04.2008 18:36:13

    Ohne Frage dieser Film und seine Musik sind kult.Tei 1&2 sind absolute Brüller die man einfach gesehen haben muß und über Teil 3,tja darüber reden wir lieber nicht.


    6 Sternen

  5. DocProc

    DocProc / 07.06.2008 23:15:13

    Auch wenn ich Eddy Murphy eigentlich garnet mag, ist diese Reihe scho ein muss!


    4 Sternen


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