Der Ort der Wahrheit
Truth or Consequences, N.M.
Inhalt
Ein actionreicher Streifen mit Roadmoviequalität, der immer mal wieder und vor allem im Finale auf die dramatische Schiene driftet - Truth or Consequences, N.M. - Der Ort der Wahrheit.Raymond (Gallo) darf das Gefängnis verlassen. Die Atmosphäre zu Beginn des Films wirkt freundlich und das begleitende Klaviergeklimper unterstützt dieses Gefühl von Freiheit. Raymond sieht sich noch einmal um, starrt die Wände ein letztes Mal an, die ihn jahrelang umgeben haben. Draußen wartet jemand auf ihn, wartet sehnsüchtig - wortlos schließt Addy (Dickens) ihre Liebe in die Arme, den Mann, der so lange von ihr getrennt war. Die ersten Minuten verlaufen wie ein Drama mit vorgezogenem Happy-End. Zwei sich liebende Menschen haben sich endlich wieder. Wie schön. Doch spätestens mit dem ersten Auftritt des psychopathischen Curtis (Sutherland) wird dem Zuschauer nur allzu klar, dass es sich nicht um eine Liebesgeschichte handelt. Nun ja, in einer Nebengeschichte schon und man wird auch immer wieder an True Romance (Review) erinnert, doch der lineare Plot orientiert sich an dem recht weitläufigen Genre Crime und hält dann und wann dramatische Sequenzen, regelmäßig Dialogwitz sowie harte Action à la Quentin Tarantino (Special) bereit.
Raymond hat einen Plan. Es wird das letzte Ding sein, das er drehen will, wirklich der letzte Deal - natürlich der Zukunft von ihm und Addy wegen; die typische Begründung eben. Und auch sonst liefert der Film storymäßig nicht viel Neues. Der Handlungsverlauf geht geradlinig und ohne große Überraschungen über die Bühne, doch es ist eh nicht der Inhalt, auf den es in einem solchen Film ankommt. Es sind vielmehr die Elemente des Films, genauer gesagt die Umsetzung, die hier zählt. Die Story an sich ist recht gängig: ein Drogendeal, der natürlich nicht direkt vor den Nasen der kriminellen Gruppe abgewickelt werden kann. Es gibt ein Ziel und nun lautet die Devise, sich diesem Ziel möglichst unkompliziert und ohne großes Aufsehen zu nähern. Keine Frage, dass genau das schief geht und sich die Gruppe immer wieder mit Problemen konfrontiert sieht. Solche Probleme sind dann sowohl intern, als auch extern. Gruppeninterne Probleme treten vor allem durch den geistig leicht abwesenden Curtis auf, der nie so richtig den Unterschied zwischen realem Leben und gutem Actionfilm kennt. Hindernisse von außen wären dann -neben der logischen Anteilnahme der Polizei- die Mafia oder auch eine männliche Geisel, die sich im Laufe der Zeit immer mehr für die Lebensinhalte eines Gangsters interessiert.
Kurzum: Curtis erschießt einen Polizisten, sie greifen sich den Koffer mit den Drogen und peilen New Mexico an. So hauen sich die vier vermeintlichen Gangster (Raymond, Addy, Curtis und Marcus - Williamson) also in einen Wagen und machen sich auf den Weg nach New Mexico - Truth or Consequences.
Kritik
Ich fange einfach mal bei der Musik an, um einen Einstieg in den kritischen Teil dieser Review zu finden. Also ehrlich, der Score ist super, passt ausgezeichnet zu den einzelnen Szenen und vor allem die finale Einstellung verträgt sich wunderbar mit der dazu ausgewählten Musik. Manchmal sind die Lieder aber auch einfach Klassiker, die man eh gerne hört.Zu den Darstellern: allen voran natürlich Kiefer Sutherland, der hier sowohl als Regisseur und als Darsteller tätig ist und einen guten Teil dazu beiträgt, dass Curtis Freley seine psychopathische Ader auch nach außen hin preis gibt. Sutherland feierte mit Truth or Consequences, N.M. sein Kinodebüt, bevor drei Jahre später im Jahr 2000 der Thriller Woman Wanted mit Holly Hunter und ihm selbst in den Hauptrollen folgte. Als Darsteller war er hingegen schon in einigen Filmen zu sehen. Zu den bekanntesten Movies, in denen Sutherland mitgespielt hat, zählen wohl The Vanishing, in dem er an der Seite von Sandra Bullock (Miss Undercover - Review) und Jeff Bridges zu sehen war. Ein Jahr bevor er Truth or Consequences, N.M. drehte konnte man ihn in A Time to Kill - Die Jury (Review) gemeinsam mit Kevin Spacey, Samuel L. Jackson (Star Wars-Episode III - Review) und erneut mit Schauspielkollegin Sandra Bullock (Miss Undercover 2 - Review und Special) sehen.
Mir ist keine schlechte darstellerische Leistung in Erinnerung, doch Vincent Gallo, der die Figur Raymond Lembecke mimt, möchte ich noch besonders hervorheben. Er spielt den mittlerweile skeptischen Gangster einwandfrei und beweist gegen Ende des Films richtig gute schauspielerische Qualitäten. Doch auch er war bereits als Director tätig und so entstand 1998 das Drama Buffalo '66; zu dem Cast gehörten damals neben ihm selbst auch Christina Ricci (Cursed - Preview), Mickey Rourke (Sin City -Preview) und Kevin Pollak (Hostage - Review), der in Truth or Consequences, N.M. die Rolle der männlichen Geisel Gordon Jacobson übernahm.
Der Film ist tatsächlich in Ordnung, auch wenn viele sagen werden, dass er nur versucht so zu sein wie die großen Vorbilder Pulp Fiction oder auch Natural Born Killers (Review). Nein wirklich, der Film ist geradlinig, geht sozusagen seinen Weg und meistert diesen meiner Ansicht nach richtig gut. Das Produkt ist dann zwar eine recht überraschungsfreie Geschichte, die aber definitiv in Sachen Einzelschicksale, Dramatik und Action überzeugen kann. Die Schießereien wurden von Sutherland sehr gut umgesetzt und machen einfach Spaß, das muss man selbst in diesem Zusammenhang so sagen. Der Director`s Cut ist dann auch recht brutal und so hat der Film mal wieder ein FSK 18 erhalten; nicht ganz grundlos.
Fazit: Sehr gute Crime-Unterhaltung, absolut keine Langeweile, ein Film mit ansprechenden Roadmovie-Qualitäten und ein Finale, das endlich einmal wirklich den Titel Showdown tragen darf.
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Regisseur
Schauspieler
Steve O’Neill, Vincent Gallo, Mykelti Williamson, Kiefer Sutherland, Kevin Pollak, Kim Dickens, Grace Phillips, James McDaniel, Rick Rossovich, John C. McGinley, Max Perlich, Rod Steiger, Martin Sheen, Scott Christopher, Marshall Bell, Richard Clark, Mark Lonow, Jason Rodriquez, Jim Wilkey, Craig Cliver, Robert Peters


