Verfasst von Thorsten Meiritz am 04.08.06 06:13:33 - 7 Kommentare

Black Hawk Down

Land USA

Genre Action, Drama, Krieg

Laufzeit: 144

Jahr 2001

Webseite
Trailer

Kinostart: 10.10.2002
Moviereporter-Bewertung:
  • 5.5/6 Sterne.
Leserwertung (14): 5.21 / 6
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Inhalt

Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen – Plato.
Niemand wird zurückgelassen – Wahlspruch der US Army Ranger.
Ein zweifach oscarprämiertes Kriegsdrama nach einer wahren Begebenheit

Somalia, Ost Afrika 1992. Jahre des Krieges zwischen rivalisierenden Volksstämmen verursachen eine Hungersnot biblischen Ausmaßes: 300.000 Menschen verhungern.
Mohamed Farrah Aidid, der mächtigste Kriegsherr im Land, regiert die Hauptstadt Mogadischu. Er beschlagnahmt internationale Hilfslieferungen in den Häfen – Hunger ist seine größte Waffe. Die Welt sieht jedoch nicht tatenlos zu. Im Schutz von 20.000 U.S. Marines wird Nahrung an die Hungernden verteilt und die Ordnung wieder hergestellt.

April 1993: Aidid wartet bis zum Abzug der Marines, um dann den verbleibenden UN-Friedenstruppen den Krieg zu erklären. 24 pakistanische Soldaten werden in einen Hinterhalt gelockt und niedergemetzelt. Außerdem beginnen die Milizen damit amerikanisches Personal gezielt ins Visier zu nehmen. Daraufhin werden Ende August Amerikas Eliteeinheiten, Delta Force, Army Rangers und die 160th SOAR nach Mogadischu gesandt, um Aidid auszuschalten und die Ordnung erneut herzustellen. Für diese Mission werden drei Wochen veranschlagt, als es nach der sechsten jedoch immer noch kein Ergebnis gab, wurde die Führung in Washington ungeduldig.

Samstag, 2. Oktober 1993: Der Geschäftsmann Atto wird, dank der Aufklärungsarbeit von Delta Force Sergeant Norm "Hoot" Gibson (Eric Bana), von US Truppen in Gewahrsam genommen. Atto ist Aidids Waffenhändler und gleichzeitig einer seiner wichtigsten Finanziers. Am gleichen Tag kommt der junge Ranger Todd Blackburn (Orlando Bloom) in Mogadischu an. Er wird dem Zug von Leutnant Beales. unterstellt. Dieser erleidet jedoch noch am selben Abend einen epileptischen Anfall, so dass Sergeant Matt Eversmann (Josh Hartnett) die Verantwortung für seinen Zug übernehmen muss.

Am Sonntag, den 3. Oktober soll eine Versammlung von Aidids politischen Beratern dazu genutzt werden, um die zwei wichtigsten dingfest zu machen. Die Operation wird lediglich aufgrund von wagen Hinweisen mehrerer Spitzel durch Major General William F. Garrison (Sam Shepard) geplant. Die Verhaftung soll von den Delta Forces durchgeführt und der Rückzug durch die Rangereinheiten unter dem Kommando von Captain Mike Steele (Jason Isaacs) gedeckt werden. Die passende Luftunterstützung wird jedoch verweigert. Die Mission soll nicht länger als 30 Minuten dauern.

Zunächst verläuft die Aktion planmäßig, allerdings wurde die Miliz vor der Ankunft der US Truppen gewarnt. Schwer bewaffnet stellen sie sich ihnen entgegen. Da geschieht ein erster Zwischenfall: Private Blackburn stürzt aufgrund eines Ausweichmanövers aus einem Hubschrauber. Schwer verletzt wird er zur Transportkolonne von Leutnant Colonel Danny McKnight (Tom Sizemore) gebracht, der den Befehl gibt die Kolonne zu teilen, um den Verletzten sofort abzutransportieren. Wenig später gibt es den nächsten Zwischenfall, denn einer der Black Hawk Hubschrauber wird abgeschossen. Nun müssen sich auch die Bodenkräfte aufteilen, um die Absturzstelle zu sichern und damit müssen sie die Initiative aus der Hand geben. Immer mehr Miliztruppen und Rebellen rücken gegen sie vor. Als dann ein weiterer Black Hawk abgeschossen wird, ist die Mission endgültig gescheitert. Für die Soldaten beginnt nun ein Kampf ums nackte Überleben, den keiner der Beteiligten so schnell vergessen wird…

Kritik

Wie bereits in der Einleitung erwähnt beruht die Story zu "Black Hawk Down" auf wahren Geschehnissen, genauer gesagt auf dem gleichnamigen Buch zu diesem Ereignis, geschrieben von Mark Bowden. Während dieser Schlacht verloren mehr als 1000 Somalis, 19 US-Soldaten und ein UN-Soldat ihr Leben. Die UN-Truppen wurden von der US-Army zur Rettung ihrer eingekesselten Soldaten angefordert. Einer der abgeschossenen Piloten, Michael Durant, wurde nach 11 Tagen Gefangenschaft freigelassen. Zwei Wochen später zog Präsident Clinton die Delta Force und die Ranger aus Somalia ab. General Garrison übernahm die volle Verantwortung für den Ausgang der Mission. Am 2. August 1996 wurde Mohamed Farrah Aidid in Mogadischu ermordet. Am Tag darauf reichte General Garrison seinen Rücktritt ein.

Jerry Bruckheimer sicherte sich die Rechte für eine Verfilmung des Buches. Eigentlich war es Regisseur Simon West, der ihn dazu drängte, mit der Intention selbst bei diesem Projekt Regie zu führen, aber er wandte sich davon ab, um die Regie für "Lara Croft: Tomb Raider" zu übernehmen. Daher fiel die Wahl auf Ridley Scott ("Königreich der Himmel") als neuen Regisseur. Für die beiden ist es die erste Zusammenarbeit. Zuvor hat Jerry Bruckheimer oftmals mit Ridleys jüngerem Bruder Tony Scott ("Mann unter Feuer") zusammengearbeitet. Eines der Markenzeichen von Ridley Scotts Regiestil sind atemberaubende visuelle Bilder – ein Aspekt den man auch in "Black Hawk Down" auf der Stelle realisiert. Der Film bietet in meinen Augen, neben Steven Spielbergs "Der Soldat James Ryan" (Saving Private Ryan), die realistischsten und dramatischsten Kriegs- oder Kampfszenen die ich jemals in einem Film gesehen habe. Scott verzichtet auf jegliche Glorifizierung oder Gewaltverherrlichung, sondern zeigt den Krieg so wie er ist, in seiner ganzen Grausamkeit und Brutalität. Er lässt den Zuschauer hautnah am nackten Überlebenskampf der Soldaten teilhaben. Aus diesem Grund gibt es auch viele Szenen die nichts für schwache Nerven oder empfindliche Mägen sind. Wäre der Film ein gewöhnlicher Actionfilm ohne erzieherischen oder aufklärenden Anspruch, so hätte er mit Sicherheit eine FSK-18 Freigabe bekommen. Das einzig "heldenhafte" an diesem Kampf ist die Kameradschaft der Soldaten untereinander, jeder steht für den anderen ein, es geht nicht um Heldentum, sondern immer nur um den Mann der einem am nächsten ist. Die Einzigen die er ein wenig als Helden hervorhebt sind zwei Delta Force Seargents, die ihr Leben bei der Verteidigung eines verletzten Piloten verloren – ein Einsatz, zu welchem sie sich freiwillig gemeldet haben. Beide bekamen als erste amerikanische Soldaten seit dem Vietnam Krieg posthum die "Medal of Honor", die höchste militärische Auszeichnung, verliehen.
Scott widmete den Film seiner Mutter Elizabeth, die im selben Jahr verstarb.

Die schauspielerische Leistung ist durch die Bank sehr überzeugend. Jeder der Akteure spielt seinen Part als Soldat sehr glaubwürdig, als wären sie wirklich ein Teil der Elitetruppen. Das liegt wohl vor allem an dem Boot-Camp Programm, das jeder Schauspieler der als Ranger oder Detla agiert, absolvieren musste, damit sie dem Zuschauer den Eindruck eines echten Elitesoldaten vermitteln können. Zusätzlich spielen viele echte Ranger im Film als Statisten mit, um die Glaubwürdigkeit weiter zu steigern. Alle Hubschrauber die im Film zu sehen sind, gehören wirklich der 160th SOAR (Special Operations Aviation Regiment) an und die meisten Piloten waren an den echten Kampfhandlungen am 3. und 4. Oktober in Mogadischu beteiligt. Die Schauspieler tragen während des Films Helme auf denen ihr Name steht, was in Wirklichkeit natürlich nicht der Fall ist. Aber Regisseur Ridley Scott war der Meinung, dass dies notwendig sei, damit der Zuschauer zwischen den einzelnen Charakteren unterscheiden kann, denn in den Uniformen sehen sie alle gleich aus.
Von den Akteuren kann man eigentlich nicht viele besonders als Hauptdarsteller hervorheben. Es sind viele unterschiedliche Charaktere die eine wichtige Rolle spielen, aber allen voran Josh Hartnett als Ranger Staff Seargent Matt Eversmann, der bei diesem Einsatz zum ersten Mal die Verantwortung für seine Männer übernehmen muss. Er macht sich während des Films immer wieder Vorwürfe, ob er nicht vielleicht in der einen oder anderen Situation anders hätte handeln müssen und fühlt sich indirekt für den Tod seiner Männer verantwortlich. Außerdem wird eine wichtige, wenn auch fiktive Rolle, von Ewan McGregor ("Star Wars Episode III – Die Rache der Sith") übernommen; er spielt den Specialist John Grimes. Sein Charakter ist an Specialist John Stebbins angelehnt, der für seine Verdienste während der Schlacht den Silver Star verliehen bekam. Im Jahr 2000 wurde dieser jedoch wegen Kindesmissbrauch zu einer 30-jährigen Haftstrafe verurteilt. Deshalb bestand das Pentagon darauf, dass der Name für den Film geändert werden musste. Ein weiterer wichtiger Charakter wird von Jason Isaacs dargestellt. Er mimt Ranger Captain Mike Steele, der der Hauptverantwortliche für die Koordinierung der Bodentruppen ist. Diese Aufzählung könnte nun noch Zeilenweise fortgeführt werden, aber um dies Abzukürzen seinen nur nochmals Eric Bana ("Chopper"), Tom Sizemore ("Heat"), William Fichtner ("Heat") und Sam Shepard als Major General William F. Garrison an dieser Stelle erwähnt.
Am Ende des Films sieht man einige Soldaten die den Rückweg zu Fuß antreten müssen, da die Fahrzeuge alle besetzt sind. Zunächst könnte man denken, dass diese Variante nur aus dramaturgischen Gesichtspunkten gewählt wurde, aber auch dieser Vorfall beruht auf einer Tatsache und hat sich tatsächlich so abgespielt. Dieses Ereignis wurde von den betroffenen Soldaten später als "The Mogadishu Mile" bezeichnet.

Der Score zum Film wurde von Hans Zimmer komponiert, der wieder einmal eine hervorragende Arbeit abliefert. Er kombiniert zum einen ruhige dramatische Passagen mit eher dynamischen Klängen die auf die Actionsequenzen abgestimmt sind. Zum anderen ist sein Soundtrack stark von afrikanischen Einflüssen und Lyrics geprägt, da er mit einigen afrikanischen Musikern zusammengearbeitet hat. Zusätzlich dürfen wir in einigen Passagen des Films wieder einmal der bezaubernden Stimme von Lisa Gerrard lauschen, jene Sängerin die ich in meiner Review zu "Mann unter Feuer" bereits in den höchsten Tönen gelobt habe. Alles in allem ein wirklich sehr gut gelungener Score. Zu Beginn des Abspanns ist das Lied "Minstrel Boy" von Joe Strummer zu hören. Außerdem werden im Film die zwei klassischen Oldies "Suspicious Minds" und "You're the Devil in Disguise" von Elvis Presley verwendet.

Fazit: "Black Hawk Down" ist ein atemberaubender und äußerst realistischer (Anti)Kriegsfilm der den Zuschauer durch seine visuellen Bilder zu fesseln vermag. Der Film bekam im Jahr 2002 zwei Oscars, für den besten Sound und den besten Schnitt. Ridley Scott war als bester Regisseur nominiert. Mittels drastischer Gewaltdarstellung zeigt er dem Betrachter die kalte Grausamkeit und abscheuliche Brutalität des Krieges, was in jedem von uns einen Denkprozess auslösen sollte. Wie können Menschen nur dazu im Stande sein, eine solche Situation heraufzubeschwören? Das schreckliche ist, dass es trotzdem immer wieder passiert. In einigen Ländern Afrikas ist Völkermord leider an der Tagesordnung und nicht nur dort, nur leider wird darüber in den westlichen Medien nur selten berichtet, denn es betrifft UNS ja nicht direkt. Ein weiterer sehr guter Film der diese Thematik behandelt ist "Hotel Ruanda". Besonders schlimm finde ich die Tatsache, dass junge unschuldige Kinder in solche Kampfhandlungen mit hineingezogen und als so genannte "Kindersoldaten" rekrutiert werden! Aber wieder zurück zum Film. Regisseur Ridley Scott versteht es, einerseits Dank der starken visuellen Bilder und andererseits durch seine vielschichtigen Charaktere, die Kameradschaft zwischen den Soldaten zu verdeutlichen, jeder hilft dem Mann der ihm gerade am nächsten ist. Hier liegt vielleicht der einzige Kritikpunkt am Film, da hierdurch der Eindruck vermittelt werden könnte, dass es eine tolle Sache ist Soldat zu sein, sozusagen ein großes Anwerbungsvideo der US-Army – naja das Pentagon wird ja nicht umsonst den Film unterstützt haben. Aber wenn man wiederum den Rest des Films betrachtet sollte man davon eher abgeschreckt werden.
Mein persönliches Fazit fällt trotzdem durchweg positiv aus. Mir hat der Film gut gefallen, obwohl man in diesem Fall lieber nicht davon sprechen sollte, um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen. Der Film ist einfach gut und vor allen Dingen überaus realistisch gemacht, die schauspielerische Leistung stimmt und das Ganze wird noch durch einen brillanten Score gekrönt!

Prädikat wertvoll, aber nichts für schwache Nerven!


Jetzt kommentieren? / 7 Kommentare

  1. stallone

    stallone / 13.12.2007 17:09:08

    ich bin ein absoluter fan von diesem film und von ridley scott, seine filme haben ne schöne botschaft.


    nicht bewertet

  2. turbo

    turbo / 14.12.2007 21:13:43

    Habe den Film auf DVD gesehen und direkt danach nochmal geguckt. Bildgewaltig!


    6 Sternen

  3. Nightwalker

    Nightwalker / 31.12.2007 11:22:46

    Wuchtiger, realistischer Kriegsfilm, mit jeder menger Klasseschauspieler.

    Nur die Werbung vom Sender störte.

    10/10


    6 Sternen

  4. PeterPanski

    PeterPanski / 10.01.2008 13:05:42

    Mitreißender, superspannender Kriegsfilm. Besser gehts nicht... einer meiner Lieblingsfilme.


    6 Sternen

  5. Xylon

    Xylon / 07.03.2008 23:30:52

    Ach war das 'n klasse Film!!
    Gute Aufnahmen und spannend gestaltet! Wundebar ;)


    5 Sternen

  6. Veremar

    Veremar / 11.03.2008 16:34:53

    Klasse Film. Spannung, Action... wer ihn nicht gesehen hat, verpasst wirklich was!


    5 Sternen

  7. Jigsaw

    Jigsaw / 08.04.2008 18:40:05

    Dieser Film zeigt wie Krieg wirklich ist,brutal voller Hass und immer Falsch.


    5 Sternen


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