Bellini: Norma
Inhalt
Klassik im Kino. Diesmal: Bellinis "Norma"Gallien, zur Zeit der römischen Besetzung (ca. 50 Jahre v. Chr.). Die Druidenpriesterin Norma zögert, den Galliern das Zeichen zum Kampf gegen die Römer zu geben, denn sie ist, entgegen ihrer Keuschheitspflicht, die heimliche Geliebte des römische Prokonsuls Pollione und Mutter seiner beiden Kinder.
Als sie aber entdeckt, dass Pollione sich Adalgisa zugewandt hat, gibt sie das Signal zum Angriff. An dem gefangen genommenen, treu zu Adalgisa stehenden Pollione vollzieht sie die Rache indessen nicht. Statt Adalgisa sühnt sie selbst den Bruch des Keuschheitsgebots auf dem Scheiterhaufen. Von solcher Liebe überwältigt, folgt ihr Pollione in den Tod.
Seit seiner ersten Oper für die Scala ( "Il Pirata") war Bellini ein Liebling des Mailänder Publikums. Die Partitur der "Norma" stellt einen Höhepunkt in seinem Schaffen dar – eine Musik von tief romantischer Haltung, voll Melancholie und Weltschmerz. Trotz der elementar ausschwingenden Linien besitzt die Oper dramatische Stringenz, die z.B. im Terzett am Ende des 1. Aktes zum Ausdruck kommt – einem eklatanten Verstoß gegen die Konventionen der Zeit, die ein großes Ensemble mit Chor forderten. An den dramatischen Höhepunkten verwischen sich, wie meist bei Bellini, auch die Grenzen zwischen geschlossener Nummer und Ensemble.
"Norma" wurde außerdem zum Inbegriff der hochromantischen Gesangspartie, in der sich absolute Beherrschung des italienischen Schöngesangs und interpretatorische Hingabe verbinden. Dank der als kongenial gerühmten Interpretation durch die Malibran setzte sich "Norma" als die italienische Primadonnenoper per excellence durch, wenn auch langsam und nach gescheiterter Uraufführung.
Jetzt kommentieren? / 0 Kommentare
Regisseur
Schauspieler
Edita Gruberova, Zoran Todorovich, Sonia Ganassi, Roberto Scandiuzzi, Markus Herzog, Cynthia Jansen


