Mindhunters
Inhalt
Sie wollen alle Profiler werden - eine Insel, eine verlassene Stadt, ein Rätsel... und zu viel Realität.Wenn der Täter dem bekannten Muster weiter folgt, dann werden die nächsten Minuten weitere Opfer bereit halten. J.D. Reston (Slater - True Romance) und Sara Moore (Morris - Minority Report) sind einem Ritualmörder auf der Spur. Langsam nähern sie sich dem verlassenen Landhaus, vor dem ein Wagen steht, dessen Kennzeichen Hinweise darauf gibt, dass der Täter sich wohl im Gebäudeinneren befindet. Ihre Annahme wird durch Mädchenschreie bestätigt, die sich aus dem Haus zu ihnen in die pechschwarze Nacht flüchten. Sie fordern Verstärkung an, dann betreten sie das große Anwesen und folgen den Schreien in den Keller. Zu spät. Die weiblichen Opfer liegen ermordert in der Badewanne, auch der Mörder ist tot - Selbstmord. Über das Funkgerät übermitteln sie, dass die Situation unter Kontrolle ist. Doch es waren die Hinweise, die es zu entdecken galt, was die beiden angehenden FBI-Agenten jedoch nicht getan haben. Wer sagt, dass es sich nur um einen Killer handelt?
Es geht um Prüfungen, die möglichst realitätsnah sind. Sie alle wollen Profiler werden, zu einer Spezialeinheit des FBI gehören. Ihr Team besteht aus fünf Männern und zwei Frauen: Lucas Harper (Miller - Melinda und Melinda), Nicole Willis (Velasquez - Die Mumie), Bobby Whitman (Bailey - Fight Club), Vince Sherman (Collins Jr. - Traffic) und Rafe Perry (Kemp - Van Helsing). Gemeinsam mit J.D. Reston (in dem Film Heathers spielte Slater auch eine Figur namens J.D.) und Sara Moore bilden sie das angehende Profiler-Team, das aber noch den Status Ausbildung hat. Um das zu ändern, müssen sie Prüfungen bestehen, die dem realen Berufsleben so nahe kommen, das jedes Teammitglied bestens auf den FBI-Alltag vorbereitet ist. Am Kopf dieser Organisation befindet sich Jake Harris (Kilmer - True Romance), der seine "Studenten" für eine letzte Aufgabe auf eine abgelegene Insel verfrachtet, einem US-Militär-Gebiet, das als abschließende Übungsstätte dienen soll. Die Stadt, in der sich das Team auf der Insel aufhält, verhält sich wie ein Übungsparcour. Menschenleere Gebäude - die einzigen Bewohner sind Pappaufsteller und Katzen. Ach ja, noch eine weitere Person stößt hinzu: Gabe Jensen (LL Cool J - Halloween H20: 20 Years Later), der normalerweise nicht zu dem Team gehört, aber in der Funktion eines Beobachters mit auf die Insel fliegt.
So beginnt es mit einem Tatort... und endet in einem blutigen Massaker, einem durchdachten Katz und Maus-Spiel, das die einzelnen Teammitglieder nicht nur an den Rand des Wahnsinns, sondern auch gegeneinander treibt.
Kritik
"Wann ist eine Situation unter Kontrolle?" - "Auf dem Nachhause-Weg"Mindhunters verfolgt einem bekannten Schema. Im Grunde genommen dem Schema, nach dem sich grob gesehen jeder Slasher orientiert. Eine Handvoll Menschen wird in eine bestimmte Situation gegeben, dazu eine Prise Eigenschicksal, wie man es in unserem Fall bei Sara Moore feststellen kann, immer wieder Gekröse und Geschreie und zum Abschmecken noch eine ordentliche Portion Überraschungeffekt; zumindest sollte es so sein; ein Film, der kein überraschendes Ende bereit hält, vor allem wenn es sich um solche Art von Film handelt, in dem ständig nach einem Täter gefahndet wird, ist schlichtweg ein schlechter Film. Ob es Mindhunters gelungen ist, diesem Schema treu zu bleiben oder möglicherweise noch etwas Neues, etwas Revolutionäres, hinzu zu fügen, werden wir sehen.
Das Genre Action ist vielfälltig und lässt sich natürlich immer mit anderen Genres mixen. Auch hier steht augenscheinlich die Action im Vordergrund, da es sich nunmal um ein reales Szenario handelt - die Ausbildung von FBI-Agenten. Doch sobald jenes Team die Insel erreicht hat, entpuppt sich der vermeintliche Actionstreifen als eine Mischung von ebendiesem vordergründigen Genre und Horror. Wobei ich stets geneigt bin, auch das Genre Horror grob zu splitten - in Geisterstorys und Slasherstorys. Es liegt auf der Hand, dass es sich hierbei nicht um ein surreales Thema handelt. Der Film bleibt real. Und dennoch handelt es sich von seiner Struktur her um Horror à la Teenieslasher wie Scream oder Düstere Legenden; nur eben ohne Teenies. Das Konzept ist simpel: ein Killer, dessen Identität wir natürlich nicht kennen, denn genau um diese Auflösung geht es ja, treibt sein Unwesen. Wer ist der Mörder und was ist sein Motiv?
Die Geschichte ist spannend erzählt, nicht zuletzt aufgrund der ständigen Vorwürfe innerhalb der Profiler-Gruppe. Aber auch die Atmosphäre an sich trägt ihren Teil zu der Spannung bei, die sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film schlängelt (was sicher ein optimaler Effekt ist). Die leere Stadt sorgt schon von allein für Gänsehautstimmung und erinnert stark an das Computerspiel Silent Hill, dem wohl besten Horrorgame aller Zeiten. Hinzu kommt das hintergründige Thema des Films, das immer mal wieder ein wenig Licht auf das Motiv und die Spur des Täters zu werfen scheint, im Endeffekt aber doch nur die Art und Weise wiederspiegelt, nach der in Mindhunters gemordet wird. Der Killer selbst hat auch ein Schema. Er nutzt die individuellen Schwächen seiner Opfer (nicht wirklich neu und originell) und spielt in seiner Umsetzung mit der Zeit, die ein wesentliches Element des Films darstellt.
Zu den Dialogen: nun ja, es ist das ewige Dilemma. Filmdialoge sind meistens hochgestochene und äußerst realitätsferne Sprachvariationen, die den Zuschauer in ernsten Situationen aufgrund der deutlichen Absurdität schmunzeln lassen. Das ist schade. Ein Film sollte, trotz all der Fiktion, immer eine gewisse Nähe zum wirklichen Leben haben; und wenn es nur rein menschlich ist, also auf die Kommunikation und auf das generelle Handeln der Personen bezogen. Leider hat auch Mindhunters in Sachen Dialoge nicht allzu viel zu bieten. Hier eine Kostprobe: "Glauben sie mir, ich bin ihr Typ" - beim ersten Mal vielleicht lustig, aber mittlerweile definitiv zu oft gehört. Nun gut, es kann nicht jeder Film selbst in Sachen Dialogen so perfekt sein wie Man on Fire, der wirklich gute Dialoge enthält ("Chrissies Kunst ist der Tod und er ist dabei, sein Meisterwerk zu vollbringen").
Und die Effekte? Mindhunters ist kein Film, zu dem man gezielt etwas zum Thema Specialeffects sagen kann. Also nur eine Szene, die nicht so gut aussieht. Die Explosion auf dem Steg, die das Team nach hinten schleudert - irgendwie misslungen, weil es schlicht unecht wirkt.
Was ist das Wichtigste an Filmen dieser Art? Die Antwort ist einfach: es geht um Spannung, Schockeffekte und Mordszenen, weniger um zwischenmenschliche Dinge oder schauspielerische Leistungen. Zu der Spannung habe ich bereits etwas gesagt und an Schockeffekten mangelt es dem Film nicht. Zwar sind diese nicht primär zu erwähnen, aber in manch einer Szene zuckt der Körper schon ein wenig. Nein, die Spannung ist es, die hier vordergründig zu nennen wäre und recht gut funktioniert; wie schon erwähnt wurde.
Tja, und am Ende eines jeden Killer-Movies kommt dann die große Auflösung und entweder hat sie diesen gewollten Wow-Effekt oder eben nicht. Mindhunters kann diesen Effekt leider nicht für sich verbuchen. Zwar ist man im Endeffekt gedanklich so durcheinander, dass man schlicht und einfach nicht wissen kann, wer es nun ist, der die Uhrzeiten immer wieder festlegt, zu denen die Opfer sterben. Doch die endgültige Wahrheit ist nicht überwältigt.
Ursprünglich wurden folgende Darsteller bezüglich des Cast zu Mindhunters gehandelt: Ryan Phillippe, Reese Witherspoon, Christopher Walken, Martin Sheen und Gary Busey - hört sich dann doch ein wenig hochkarätiger an.
Erst sollte Peter Howitt (Laws of Attraction) Regie führen, doch dann wurde es Renny Harlin, der vor Mindhunters als Regisseur in Filmen wie Exorcist: The Beginning, Die Hard 2: Die Harder sowie in A Nightmare On Elm Street 4: The Dream Master fungierte.
Mindhunters ist ein Film, den man als Genrefan durchaus sehen kann. Man sollte aber weder allzu viel Neues, noch ein besonders umwerfendes Finale erwarten. Ansonsten liefert der Hauptteil gute Unterhaltung, mittelmäßige Darsteller und vor allem nette und spannende Sets, die für eine düstere Stimmung sorgen, die dem Film sehr gut tut.
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Regisseur
Schauspieler
LL Cool J, Val Kilmer, Christian Slater, Kathryn Morris, Clifton Collins Jr., Jonny Lee Miller, Will Kemp, Patricia Velasquez, Cassandra Bell


