Verfasst von André Gabriel am 12.06.07 14:32:06 - 1 Kommentare

Hostel 2

Hostel: Part II

Moviereporter-Bewertung:
  • 1.5/6 Sterne.
Leserwertung (10): 3.2 / 6

Land USA

Genre Horror

Laufzeit: 93

Jahr 2007

Webseite
Trailer

Kinostart: 14.06.2007
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Inhalt

Fortsetzung von Hostel

Hostel 2 begibt sich auf die Spur von drei jungen Amerikanerinnen, die während des Sommersemesters in Rom Kunst studieren. Bei einem Wochenendausflug werden sie in das berüchtigte slowakische Hostel gelockt. Schon bald erfahren sie das düstere Geheimnis dieses Ortes und seiner internationalen Pendants äußerst schmerzhaft am eigenen Leib - und erleben die Hölle auf Erden.

Kritik

Die Regie hat wieder Eli Roth übernommen und als ausführender Produzent fungierte erneut Quentin Tarantino... auch, wenn wir uns einfach nicht erklären können, was Quentin dazu trieb, nun schon zweimal seinen Namen zu verschwenden.
In den Hauptrollen spielen Lauren German (The Texas Chainsaw Massacre), Heather Matarazzo (Plötzlich Prinzessin), Bijou Phillips (Almost Famous) und Roger Bart (The Producers). Bart kennen wohl viele auch durch die Erfolgs-TV-Serie Desperate Housewives... ebenso wie Richard Burgi, der dann auch zufällig im Zweier-Kunden-Gespann mit Bart auftritt. Für Fans der Serie sicherlich eine lustige Angelegenheit.

Zur Info: diese Review kann einige Spoiler enthalten.

Was soll man sagen, nachdem man das Kino verlassen hat und das Gefühl hatte, Teil 1 mit einem anderen Cast zu sehen? Meine durchweg negative Meinung zum Vorgänger habe ich ja in diversen News zum Sequel gern zum Ausdruck gebracht, nun sieht die Sache, nach dem "Genuss" der Fortsetzung, nur minimal anders aus. Part II ist besser als Part I, das allein steht fest. Und das allein ist die Frage, die ich ohne Überlegung beantworten kann. Fragt man mich aber: was denkst du, warum wurde dieser Film inszeniert? Nun, dann finde ich keine Antwort. Denn Hostel kann sich nicht entscheiden. Weder im ersten noch im zweiten Teil. Kann sich nicht für eine bestimmte Genre-Seite entscheiden, will zweierlei bedienen und das passt einfach nicht und wirkt gerade bei einem zum Teil recht grenznahen Inhalt wie in Part II lediglich falsch. Als der erste Teil in den Kinos lief, habe ich irgendwann mal vernommen, man wolle mit Hostel sozialkritisch sein. Ich geh nun davon aus, dass dies auch für die Fortsetzung gilt. In Ordnung, suchen wir die sozialkritischen Aspekte in Hostel 2... der Mensch als Ware. Der Mensch als Mittel zum radikalen Abbau von Alltagsstress oder schlicht zur Befriedigung sexueller, perverser oder kannibalistischer Vorlieben, die hinter der Fassade von Reichtum und augenscheinlichem Lebensglück schlummern. Nun, dass es solche Menschen gibt, wissen wir. Das ist keine Neuigkeit. Hostel wirft auch kein neues Licht auf einen noch unterbelichteten Aspekt. Was tut Hostel dann? Die Filme greifen einen angeblich wahren Hintergrund auf und liefern dann einen Inhalt, der nicht dazu passt. Denn was sagt uns beispielsweise die Szene, in der der bis dato als "gut" dargestellte Kunde plötzlich eine andere Seite seines Ichs präsentiert, während der bis dato als "böse" dargestellte Kunde einen Rückzieher macht? Dass die wahre Identität manchmal im Verborgenen liegt? Dass in vielen Menschen das Böse schlummern kann, obwohl sie nach außen hin den Bilderbuch-Ehepartner oder ähnliches geben? Dass manche Menschen selbst gar nichts von bestimmten Eigenschaften ihrerselbst wissen, bis diese dann in entsprechenden Situationen ans Tageslicht kommen? Auch das ist nichts Neues und auch diese Aspekt werden durch Hostel nicht in ein neues Licht gerückt. Hostel will mal ernst, mal trashig sein. Und das funktioniert nicht. Punktum. Man muss sich bei einem solchen Thema einfach für eine Seite entscheiden. Ein Film, in dem man detailgetreu, sprich ganz direkt in Nahaufnahme darstellt, wie Kindern eine Waffe an die Stirn gehalten und ins Gesicht gedrückt wird, um dann schließlich, nach etwa drei Minuten, die diese Szene in Anspruch genommen hat, einem der Kinder (aus der schon aus Teil 1 bekannten uminösen Kinderbande) das Gehirn aus dem Schädel zu pusten, kann eigentlich nicht mehr trashig und auf pechschwarze Weise lustig sein. Da ist es dann auch egal, ob man nun direkt zeigt, wie das Kind erschossen wird oder ob wir lediglich den Schuss hören. Was den Film besser macht als Hostel Part I ist aber genau jene, zum Teil bediente trashige Seite (zum Beispiel die Abschlussszene oder auch die Szene mit der "schleckenden Katze"), die man auch schon aus Eli Roths genialem Erstlingswerk Cabin Fever kennt. Nur mit dem Unterschied, dass dieser Film den Horror-Trash konsequent durchzieht.

Hinzu kommen regelrechte Fehler. Jene Momente, die einfach unstimmig sind, keinen rechten Sinn ergeben. Warum schnappt man sich die beiden weiblichen Opfer nicht gleich nach dem Einchecken, sondern lässt sie erstmal auf eine Feier gehen, in Ruhe auspacken, einige Tage die Umgebung genießen? Das passt nicht zu den sonst so skrupellos agierenden, stets in schwarze Kleidung gehüllten Angestellten des Hostel-Business. A Propos Business... das ist der vorherrschende Aspekt, der im zweiten Teil noch deutlicher gemacht wird, in dem beispielsweise auf der ganzen Welt um die Frauen geboten wird, nachdem deren Fotos vom Reisepass an potenzielle Kunden geschickt wurden. Auch der Chef des ganzen Hostel-Business wird in Teil 2 gezeigt: ein überreicher Geschäftsmann, dem es am wichtigsten ist, dass der Contract, der Vertrag eingehalten wird. Hierzu gehört einleitend ein Tattoo mit dem Hostel-Symbol, das denjenigen als Kunden und somit auch als Mörder brandmarkt, denn sobald man dem Vertrag zustimmt, muss man die Sache auch zu Ende bringen und das Opfer töten. Warum? Nun, damit man gemordet hat und es sozusagen ein Eigentor wäre, würde man sich im Anschluss an die Polizei wendet, um das Hostel-Business zu verraten. Logischer und gut durchdachter Teil des Vertrags? Mitnichten, denn schon ein anonymer Tipp würde genügen, um all dem ein Ende zu bereiten. Das ist dann auch der größte Negativpunkt in Sachen Unsinnigkeit.

Zur Härte des Films: vor dem Film wurde uns mitgeteilt, dass wir "das Vergnügen" genießen, den Film komplett uncut zu sehen, da die letzte FSK-Entscheidung erst vor ein paar Tagen gefallen ist. Durch den endgültigen Schnitt, der nicht allzu erheblich ausfallen soll, hat man dann ein FSK 18 erreicht. Kurzum: der Film geht einmal zu weit (in der bereits erwähnten Szene, in der ein Junge erschossen wird, was einfach nicht zum Rest des Inhalts passt) und einmal sehr weit (die Szene, die das Poster schon ankündigt, um nicht mehr zu verraten).

Fazit: Hostel Part II unterscheidet sich vom ersten Teil nur im Cast, wobei wir zu Beginn des Films sogar nochmal Bekanntschaft mit dem Überlebenden aus Teil 1 machen (Jay Hernandez). Der Anfang ist auch übrigens gar nicht schlecht, gipfelt dann sogar in der überaus amüsanten Szene mit der schon angesprochenen "schleckenden Katze". Alles andere ist aber nur ein Abklatsch des schon schlechten Vorgängers, was allein nur schief gehen kann, in dem der Fokus diesmal aber noch expliziter auf die Kundschaft gelegt wird. Zudem ist der Film ja nicht mal spannend oder verstörend (wie Texas Chainsaw Massacre beispielsweise), da wir das, was im Hostel geschieht, schon kennen. Da nutzt es auch nichts, wenn plötzlich statt eher typische Gliedmaßen das "beste Stück eines Mannes" dran glauben muss. Das ist nicht schockierend, sondern nur lustig.
In Anbetracht der heutigen hohen Kinopreise ist für sehr Interessierte die DVD wohl die bessere Wahl.

Jetzt kommentieren? / 1 Kommentare

  1. Jigsaw

    Jigsaw / 05.04.2008 11:34:12

    Ehrlich gesagt hab ich mir nach Hostel 1 nicht allzuviel erwartet bin aber positiv überrascht worden.Der Film war insgesamt stimmiger und durch die doppelte Sichtweise,nähmlich der der Opfer und der Täter sehr viel besser.Fazit:Hostel 1 ganz schnell vergessen und Teil 2 sehen,der für mich mit ein paar kleinen Änderungen als erster Teil sehr viel besser gewesen währe.


    4 Sternen


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