Pan's Labyrinth
El Laberinto del Fauno
Inhalt
Eine dunkle, ergreifende Parabel über die Macht der Träume und ein Plädoyer für die Kraft von Liebe und Hoffnung - erzählt in realen und fantastischen HandlungssträngenIn magisch-realistischen Bildern erzählt Pan's Labyrinth die berührende Geschichte der kleinen Ofélia (Ivana Baquero), die mit ihrer hochschwangeren Mutter zum Stiefvater in eine ländliche Gegend Nordspaniens zieht. Der Stiefvater hat dort den Auftrag übernommen, im Jahr 1944 kurz nach General Francos Sieg, die republikanischen Rebellen zu bekämpfen. Seine Brutalität, Unberechenbarkeit und das schwere Verhältnis zu ihm lassen Ofélia in eine geheimnisvolle Fantasiewelt flüchten, welche von wundersamen, schaurigen und mythischen Fabelwesen bevölkert ist. In ihrem neu erschaffenen Kosmos findet das Mädchen nicht nur Zuflucht, sondern wird mit Ängsten und Träumen konfrontiert, welche ihr helfen, den Schrecken der Realität zu trotzen.
Kritik
Zu zwei Männern hinter dem Projekt:Der mexikanische Regisseur Guillermo del Toro wechselt immer wieder zwischen mexikanischen Produktionen und Hollywoodfilmen wie Hellboy (2004) oder Blade II (2002). Zum ersten Mal international gefeiert wurde er aufgrund des im Jahr 1993 erschienenen Films Cronos, ein Genremix aus Drama und Horror.
Erwähnenswert: Produziert wird Pan's Labyrinth übrigens von Alfonso Cuarón, der sich auch schon als Regisseur in Hollywood einen Namen gemacht hat und Filme wie Harry Potter und der Gefangene von Azkaban oder gerade erst Children of Men mit Clive Owen in der Hauptrolle gedreht hat.
Um das (oft gemeinsam arbeitende) Mexiko-Trio zu vervollständigen noch ein dritter Name, der zwar nicht bei Pan's Labyrinth mitgewirkt hat, aber im Zusammenhang mit Del Toro und Cuarón unbedingt erwähnt werden sollte: Alejandro González Iñárritu, Regisseur des oscarnominierten (u.a. Bester Film) Dramas Babel.
Interessant am Film El Laberinto del Fauno (Originaltitel) ist die Vermischung von realen dramatischen Kriegselementen und fantastischen Handlungssträngen. Drängt sich zunächst die Frage auf, warum Regisseur Del Toro, der auch das Drehbuch geschrieben hat, diesen Weg wählte, um seine Geschichte zu erzählen; er selbst sagt dazu: "Meine Überzeugung ist, dass alle Fantasy politisch ist, ausnahmslos. Sie kann sich zwar in die eine oder andere Richtung entwickeln, hat aber immer einen politischen Unterton. Diese verschlungenen Beziehungen habe ich zuerst in meinem Debütfilm Cronos angesprochen, später dann -sehr viel eindeutiger- in The Devil's Backbone. Dieser Aspekt ist mir also ganz offensichtlich wichtig. Ich denke, dass die beiden Welten sich gegenseitig beleuchten. Ich bin der Auffassung, dass mehr als die Hälfte dessen, was eine Geschichte erzählenswert macht, der Kontext ist. [...] Ich halte es für naiv, anzunehmen, Fantasy sei nicht politisch; ich bin der Überzeugung, sie ist es immer und es macht Sinn, sie so anzugehen".
Ist dem zuzustimmen? Ziehen wir mal andere Filme des Genres heran, beispielsweise Harry Potter, ein weiteres Beispiel für real-fantastische Filme. Hier ist es wohl eher ein sozialkritischer Unterton. Was ist mit Der Herr der Ringe... politische Aussagen? Nicht direkt, aber zumindest dann, wenn man sich die Mühe macht und beginnt, zu interpretieren... die Machtverhältnisse, die Gier nach Macht, der Krieg darum. Ja, dann vielleicht. Vielleicht funktioniert es ja und man findet gewisse politische Stränge, wenn man sich auf die interpretatorische Suche begibt, fest steht jedoch, dass nicht alle Filme dieses Wechselspiel so direkt thematisieren wie es in Pan's Labyrinth der Fall ist und es steht ebenso fest, dass dies auch nicht zwingend der Fall sein muss.
Bleibt demnach die Frage offen, ob es hier funktioniert hat. Eine schnelle Antwort: das hat es. Wobei es einen kleinen fantasybezogenen Hohlraum gab, eine etwas zu lange Zeitspanne, in der wir ohne den Pan (in der deutschen Synchronisation ist es ein Pan, in allen anderen Fassungen immer ein Faun) und die Prüfungen, die Ofélia bestehen muss, auskommen mussten.
Warum aber hat Del Toro den Film so (über)hart inszeniert. Allein die Szene, in der Capitan Vidal (Sergi Lopez) einem spanischen Bauern das Gesicht mit einer Flasche zertrümmert und wir diesen Akt der Gewalt aus der Nahen beobachten; wer den französischen Film Irréversible gesehen hat, erinnert sich vielleicht an eine ähnliche Szene mit einem Feuerlöscher... nur ein Hinweis: die Flaschenszene in Pan's Labyrinth ist noch härter. Durch diese Inszenierung definiert er den Film ganz klar als "Erwachsenenfilm" und an dieser Stelle auch eine ernst gemeinte Warnung: nicht vom Trailer beirren lassen, der durchaus märchenhaft erscheint, und den nächsten Familienurlaub mit den Kindern ins Kino zu einer Vorstellung von Pan's Labyrinth verlagern.
Möglicherweise korreliert gerade diese Inszenierung aber erst so richtig mit der beabsichtigten Wirkung des Films, genauer mit der Aussage. Del Toro hat die Schrecken so drastisch dargestellt, um die erwähnte Kraft von Liebe und Hoffnung hervorzuheben. Mögen die situativen Ängste noch so gravierend erscheinen, man darf nie den Fehler machen und seine Hoffnungen auf bessere Zeiten, auf Heilung zu verlieren. Bessere Zeiten hier in Hinblick auf den Frieden und die Loslösung vom tyrannischen Capitan Vidal, Heilung hinsichtlich der Mutter von Ofélia zum Beispiel. So wirkt (Vorsicht Spoiler) dann auch die Wurzel als ein kraftvolles Symbol für Hoffnung und den ehrlichen Glauben, den Ofélia in diesen eigentlich leblosen Gegenstand setzt, der erst dann zu Leben beginnt, als sie dem Pan (respektive Faun) vertraut und die Wurzel unter das Bett ihrer schwer kranken Mutter legt, woraufhin es ihr auch bald besser geht, Und erst als die Wurzel von Vidal entdeckt und schließlich von der Mutter selbst, die sich den Machenschaften von Vidal aus Angst nicht zur Wehr setzt, ins Kaminfeuer geworfen wird, verschlechtert sich der Zustand wieder.
Von diesem enormen symbolischen Gehalt können wir nun wunderbar die Brücke zur wohl wichtigsten Frage bauen: erlebt Ofélia ihre fantastische Reise wirklich oder geschieht das alles nur in ihren Gedanken und symbolisiert ihre Hoffnungen, verkörpert den Willen zu hoffen, der noch in ihr keimt? Es gibt sowohl Hinweise für die eine als auch für die andere Antwort und ich denke, diese Frage kann und sollte jeder für sich beantworten, denn wie sie auch immer ausfällt, die Aussage des Films an sich wird nicht gemindert: ein Plädoyer für die Kraft von Liebe und Hoffnung.
Pan's Labyrinth ist insgesamt für sechs Oscars nominiert, darunter auch in den Sparten Bester Nicht Englischsprachiger Film, Bestes Originaldrehbuch, Beste Musik und Beste Kamera (man wird schnell merken, aus welchem Grund).
Fazit: ein Film, der von den Kritikern hoch gelobt wird. Und Moviereporter macht da keine Ausnahme. Emotionsgeladen und bildgewaltig. Tiefgreifend und symbolträchtig. Untermalt von wunderbarer Musik (allein das Lied, das die Haushälterin für Ofélia summt). Ein grausamer und gleichsam schöner Film mit einem Ende, das prädestiniet ist, um sich weitergehend Gedanken zu machen. Also wagen sie den Schritt und betreten das Labyrinth aus Schrecken, Träumen, Ängsten und Hoffnungen.
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Regisseur
Schauspieler
Ariadna Gil, Ivana Baquero, Sergi López, Maribel Verdú, Doug Jones, Álex Angulo, Manolo Solo, César Vea, Roger Casamajor, Ivan Massagué, Gonzalo Uriarte, Eusebio Lázaro, Francisco Vidal, Juanjo Cucalón, Lina Mira, Mario Zorrilla, Sebastián Haro, Mila Espiga, Pepa Pedroche, María Jesús Gattoo, Ana Sáez, Chani Martín, Milo Taboada, Fernando Albizu, Pedro G. Marzo, José Luis Torrijo, Íñigo Garcés, Fernando Tielve, Federico Luppi, Chicho Campillo


