Naked Weapon
Inhalt
Die asiatische Antwort auf 'Drei Engel für Charlie' - nur etwas freizügiger und brutaler.Chek Law Dak Gung (Originaltitel) - es verhält sich ein wenig wie ein Sommercamp für junge Mädchen. Gut, junge Mädchen mit besonderen kämpferischen Fähigkeiten, also doch eher ein Trainingslager. Und nimmt man nun noch den Aspekt der Ewigkeit mit hinein und verknüpft alles miteinander, dann weiß man im Grunde genommen, worum es zu Beginn des Films geht. Nun gut, so ganz freiwillig läuft die ganze Sache auch nicht ab: eine Reihe Mädchen werden gekidnapped, auf eine abgelegene Insel verfrachtet, um dort richtig gute Kämpferinnen aus ihnen zu machen. Welcher Hintergrund? Natürlich ein kommerzieller. Die Regel besagt, dass nur ein Mädchen überleben wird und jenes Mädchen -dann allerdings schon in einem fortgeschrittenen Alter- arbeitet dann fortan als Auftragskillerin für Madame M (Almen Wong Pui-Ha).
Erinnernd an die Geschichten um Charles Townsend und seine "Engel" spielt ein Faktor in Naked Weapon eine zentrale Rolle, der in dem Hollywoodspiegelbild nicht wirklich so primär dargestellt wird. Welcher Tip war es, der den Mädchen zu guter Letzt mit auf den Weg gegeben wurde (neben der unvereinbarten Entjungferung)? Es ist der Moment der Schwäche, den es bei Männern auszunutzen gilt, und dieser Moment ist in Naked Weapon schlicht und einfach Geilheit. Erst Vögeln dann Töten, lautet die äußerst primitive Devise, nach der die Assassinen vorgehen sollen.
Am Ende des langjährigen Camps werden die noch lebenden Mädchen in einem Käfig und endgültigen Showdown erneut gegeneinander aufgehetzt; nur eine kann überleben. Doch diesmal ist es anders: drei Mädchen werden auserwählt, weil sie Madame M von ihren einzigartigen Qualitäten überzeugen konnten... also noch schnell die ersten Instruktionen gegeben, aus den Mädchen nicht nur Kämpferinnen, sondern auch Weinkennerinnen und schließlich und zu guter Letzt "Frauen" gemacht. Dann kann die erste Mission starten und scheinbar ist es keiner der drei Frauen noch in Erinnerung, dass sie im Auftrag ihrer Arbeitgeberin vergewaltigt wurden, denn darüber wird den gesamten Film über kein Wort mehr verloren. Nein, vielmehr erleben wir die wohl absurdeste und gar bescheuertste Liebesgeschichte der Filmhistorie - ein Polizeibeamter, der den Fall schon damals, vor Jahren (merkwürdig nur, dass er selbst aussieht, als hätte er den Dienst gerade erst vor wenigen Wochen angetreten... und sich übrigens auch so verhält), untersucht hatte, als die vielen Mädchen verschwanden, möchte die Killerinnen nun stellen und festnehmen. Da ist es schon fast tragisch, dass er sich in eine von ihnen, Charlene (Maggie Q), Hals über Kopf verliebt; übrigens in einem Eiswagen, eine der absurdesten Szenen des gesamten Films.
Mark Aldred, der den russischen Gangsterboss spielt, wurde im Anschluss von der Schule in Hong Kong gefeuert, in der er als Englischlehrer tätig war, da der Rektor seine Rolle in Naked Weapon nicht duldete.
In der zweiten Hälfte des Films geht es also um die drei Killerinnen, allerdings nur noch sekundär. Im Fokus steht jetzt die Beziehung zwischen Charlene und dem wohl miserabelsten und unglaubwürdigsten Polizisten, den man je gesehen hat, sowie das Wiedersehen (und die damit verbundenen Probleme) von Charlene und ihrer Mutter, die noch immer hofft, dass ihre damals verschwundene Tochter am Leben ist. An dieser Stelle auch die Überleitung zum nächsten großen Manko des Films. Es wird versucht, im Zuge jener Mutter-Tochter-Beziehung ein wenig an Dramatik in den Film einzubringen, was deutlich daneben geht. Das ganze Szenario wirkt gestellt und übertrieben und löst keinerlei Mitleid oder dergleichen Emotionen beim Zuschauer aus.
Dennoch hat der Film einen roten Faden: Absurdität. Hier einige Beispiele zur Untermalung: eine der drei Killerinnen soll Charlenes Mutter umbringen; man bedenke, dass es sich bei dem Trainingscamp um eine langjährige, harte Ausbildung handelte -Himmel, diese Frau könnte jeden noch so kräftigen Typen fertig machen, hat man das Gefühl. Dann der "Kampf" mit der Mutter und was geschieht? Genau, sie hat doch tatsächlich Probleme mit der alten Frau, kann aber sonst drei Saltos schlagen und im Spagat landen während sie nebenher sieben Gegner besiegt - logisch.
Die Mutter wird ins Krankenhaus getragen, vom dämlichen Polizisten im Huckepack und Charlene hinterher. Er sagt etwas wie: "Schnell, sie verblutet" und nur wenige Sekunden später bleiben die beiden eine ganze Weile stehen und verabreden sich erst einmal; die sterbende Mama ist derweil vergessen.
"Jedes Mal, wenn du mir nahe genug bist und ich dich fühlen könnte, verschwindest du", sagt der Polizist nach einer gemeinsamen Nacht mit ihr - das bleibt einfach so stehen.
Hinzu kommt eine völlig ungenügende Synchronisation, die uns einen abstrusen Dialog nach dem anderen liefert; unglaubwürdig, lächerlich, einfach schlecht.
Kritik
Was bleibt sind einige ansehnliche Actionszenen (allerdings mit Seilen gedreht, wenn sie dieses asientypische Hin-und-Hergefliege stört, dann können sie auch die Action in Naked Weapon vergessen), mehr nicht - zudem wirken die meisten Actionszenen wie einstudierte Choreographien, was sie natürlich auch sind, aber das darf man im Film doch nicht so aufdringlich mitbekommen.Eine Story, die zum Schreien langweilig und absurd ist, Schauspieler, die uns ihr mangelndes Können beweisen, verseuchte Dialoge - es gibt kaum einen Grund, sich diesen Film anzuschauen. Also: Abstand halten von Naked Weapon.



mye / 17.03.2008 20:15:43
gibt es jemanden, der den film gut findet? wenn ja, warum? :)
1 Sternen