Verfasst von André Gabriel am 15.02.07 15:21:29 - 3 Kommentare

Texas Chainsaw Massacre: The Beginning

The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning

Moviereporter-Bewertung:
  • 3.5/6 Sterne.
Leserwertung (7): 4.0 / 6

Land USA

Genre Horror, Thriller

Laufzeit: 91

Jahr 2006

Webseite
Trailer

Kinostart: 18.01.2007
zu Favoriten hinzufügen

Inhalt

Texas Chainsaw Massacre - das Prequel

1969: Der Vietnam-Konflikt ist außer Kontrolle geraten, mit katastrophalen Folgen und unermesslichen Verlusten für die Vereinigten Staaten. Per Wehrpflicht bekommt die Militärmaschine neues Futter. Der 18-jährige Dean Hill (Taylor Handley) wird eingezogen, doch bevor er sich zur Musterung melden kann, beschließt Deans Bruder Eric (Matthew Bomer), Dean zu überraschen: Eric hat bereits Kampferfahrung in Vietnam und möchte sich trotz der Einwände seiner treuen Verlobten Chrissie (Jordana Brewster) zusammen mit Dean erneut zu seiner geschätzten Marine-Corps-Einheit melden, damit er als älterer den ziellosen Rekruten im Auge behalten kann. Doch leider will Dean von den Plänen seines älteren Bruders nichts wissen. Deans Plan ist viel einfacher: Er will sich vor der Einberufung drücken und nach Mexiko fliehen. Seine energische Freundin Bailey (Diora Baird) unterstützt ihn dabei. Doch weil die beiden Paare nicht ahnen, welche Auseinandersetzung tatsächlich auf sie wartet, wollen sie auf einer Fahrt durch Texas noch einmal richtig einen draufmachen.

Auf ihrem Ausflug bekommt das fröhliche Gespann von den unheimlichen Motorradfahrern Holden (Lee Tergesen) und Freundin Alex (Cyia Batten) einen gehörigen Schrecken eingejagt: Alex verfolgt den Jeep der vier und provoziert einen gefährlichen Unfall - Chrissie wird aus dem Wagen geschleudert. Alex will die Verletzten gerade ausrauben, als Sheriff Hoyt (R. Lee Ermey) am Unfallort erscheint und die Killerin vom Schlimmsten abhalten kann. Chrissie versteckt sich in einem Gebüsch und beobachtet, wie der Sheriff Alex kaltblütig umbringt, anschließend die Freunde grundlos verspottet und sie dann in den Streifenwagen verfrachtet. Was Chrissie nicht ahnt: Hoyt ist auf dem Weg zum Haus der Hewitts, wo Thomas - der sich später in das grausige Monster Leatherface (Andrew Bryniarski) verwandeln wird - und der übrige Hewitt-Clan bereits warten. Die entsetzte Chrissie muss miterleben, was die Hewitts mit ihren Gefährten anstellen - jetzt sind die drei allein auf Chrissies Hilfe angewiesen.

Kritik

Zunächst noch einmal einige Worte zum Ursprung. Wofür wir einige Jahre in die Vergangenheit reisen müssen, genau gesagt ins Jahr 1974: Regisseur Tobe Hooper, der hier auch als Produzent fungierte und nebenbei erwähnt aus Austin in Texas stammt, insziniert einen der erschreckendsten Filme aus dem Genre Horror, die bislang den Weg auf die Leinwand gefunden haben - The Texas Chainsaw Massacre (1974), lose basierend auf den Geschehnissen rund um den Menschen Ed Gein (Ed Gein - In the Light of the Moon). Es ist vor allem die Atmosphäre, die Einsamkeit und damit verbundene Hilflosigkeit der Umgebung, in der sich die Opfer befinden. Es ist das zermürbende Gefühl, das einen befällt, die Angst, selbst in eine solche Situation zu geraten. Auch wenn der Horror sich hier in überzogen mannigfaltiger Form zeigt, das Erlebte ist dennoch realistisch.

Wer kennt ihn nicht: Michael Bay. Filme wie Pearl Harbor, zuletzt The Island oder demnächst Transformers sind wohl jedem ein Begriff, der sich mit den Themen Hollywood und Blockbuster ein wenig beschäftigt. Schon im Texas-Remake aus dem Jahr 2003 war Bay als Produzent hinter den Kulissen tätig und schon zu Beginn des Films hatte man den Eindruck, diesen Einfluss direkt auf der Leinwand zu sehen, als hätte er während den Dreharbeiten neben Regisseur Marcus Nispel gestanden und ihm erklärt, wie man eine gelungene und originelle Kamerafahrt insziniert. Wer den Film gesehen hat, wird sich vielleicht erinnern: erst der Schuss, dann die Fahrt durch das Einschussloch hindurch und schließlich durch die Heckscheibe des Vans nach draußen. Leider müssen wir auf solche visuellen Leckerbissen im Prequel verzichten, Bay hat sich diesmal wohl doch stark im Hintergrund aufgehalten.

Schaut man sich den Trailer an, weiß man schon, was einen erwartet. Ein Film, der vom Stil, von der Farbgebung und der Musik her stark an das Remake angelehnt ist. Frei nach dem Motto: nichts riskieren, auf altbewährtes setzen... wobei "altbewährtes" nicht ganz passt, denn die Kritiken waren nicht einstimmig positiv, auch wenn das Remake bei Moviereporter äußerst gut abgeschnitten hat. Es ist also dasselbe Prinzip: wieder eine Gruppe junger Leute, die gemeinsam mit dem Auto unterwegs sind, wieder kommt es zu einem Unfall (während dieser im Remake noch in Gestalt eines psychisch niedergerafften Opfers, das flüchten konnte, daherkam, ist es im Prequel tatsächlich ein Verkehrsunfall). Wieder erscheint der unangenehme und noch herzloser wirkende Hoyt und verschleppt die jungen Menschen, bringt sie zum einsam gelegenen Haus der Hewitts, um dem Horror frische Nahrung zu geben: dann beginnt das Foltern und schließlich das Töten. Nichts neues, vieles, das man schon kennt, dazu auch noch im selben Stil, in derselben Atmosphäre, man hat das Gefühl, den gleichen Film mit minimal verändertem Inhalt zu sehen. Stellt sich die Frage: kann das funktionieren?
Ein Prequel erzählt die Vorgeschichte zu schon bekannten Ereignissen. Es müssen also Antworten gegeben werden. Wie entstand das menschliche Monster Leatherface ist natürlich die Frage, die unangefochten auf der Pole-Position liegt. Jene Antwort, ohne sie zu verraten, ist wenig ergiebig und ausgereift, was nicht unbedingt ein Negativpunkt ist. Denn eine zu detailliert dargestellte Grundlage für sein Heranwachsen zu Leatherface hätte wohl kitschig und klischeehaft gewirkt. Dennoch überzeugen die Erklärungsansätze nicht vollständig.

Was ist mit den drei Komponenten, die ein guter Slasherfilm bedienen muss? Ich wiederhole sie gern nochmal: Spannung, Schockeffekte, Mordszenen. Wirkliche Spannung kommt nur einmal auf, als Chrissie sich in das Haus stielt. Die vorhandenen Schockeffekte - oder die, die es mal werden möchten - haben zumeist eine Wirkung wie ein tief schlafendes Baby mit Schnuller im Mund... niedlich, aber nicht aufregend. Die Mordszenen, ein Thema für sich. Denn leider - und bitte, was sollte das? - wurde uns lediglich die derb geschnittene Fassung präsentiert. Meiner Ansicht nach eine Frechheit, denn der Schnitt war alles andere als logisch. Die Szenen wirkten teilweise regelrecht entstellt und wiesen unschlüssige Zeitsprünge auf. Eine gute Überleitung zum nächsten Thema: einige Szenen waren, und dieser Effekt ist durchaus zu begrüßen, eine nicht zu verkennende Hommage an das Original von 1974. Wer also die geschnittene Version des Originals kennt, in dem die Szenen noch unschlüssiger und die Zeitsprünge noch erheblicher sind, der wird sich in diesen Momenten daran erinnern. Lobend zu erwähnen sind in diesem Kontext aber primär zwei Szenen des Prequels: zum einen die Tischszene, in der Täter und Opfer gemeinsam am Esstisch sitzen, sowie die Tatsache, dass Chrissie mit dem Sprung durch eine Fensterscheibe ihre fragwürdige Freiheit wiedererlangt.

Ebenfalls ein Pluspunkt, dass der Cast der Darsteller- und Darstellerinnenriege aus dem Remake gleicht. Wir treffen also alle uns bekannten Figuren der mörderischen Familie Hewitt wieder, die, das sollte abschließend gesagt werden, noch weitaus tabuloser agiert.

Fazit: als Fan guter Horrorfilme, der das Remake mit begeisterter Furcht gesehen hat, wählte ich Texas Chainsaw Massacre: The Beginning in die Liste meiner Most-Wanted-Filme für das Jahr 2007. Definitiv ist das Projekt Texas-Prequel nicht fehl geschlagen. Und doch musste ich leider feststellen, dass es dem Film an Originalität fehlt und was noch viel schwieriger zu akzeptieren ist: die gnadenlose Atmosphäre aus Original und Remake kommt hier nicht auf.

Jetzt kommentieren? / 3 Kommentare

  1. Jigsaw

    Jigsaw / 05.04.2008 22:45:32

    Genau wie Bays Remake,knallhart und ohne Kompromisse erzählt der Filme wie die Hewitt Familie und Leatherface zur Legende wurde.Für Fans von harter Backwood Horrorkost ein absolutes muß.


    5 Sternen

  2. Affe

    Affe / 09.05.2008 23:23:14

    Absolut knallharter und kranker Horror. Genau so muss ein moderner Horrorfilm sein. Keine verdammten Computeranimationen. Der hat mich glatt von den Socken gehauen. Absolutes Muss für Horrorfans


    nicht bewertet

  3. Chinchillakiller

    Chinchillakiller / 11.06.2008 21:59:46

    Stimme Jigsaw und Affe voll und ganz zu!!!


    5 Sternen


Jetzt hier Kommentar schreiben

Bitte auf gute Umgangsformen achten!! Beleidigungen werden nicht geduldet.