Chopper
Inhalt
Ein Psychopathen-Porträt, das auf einer wahren Begebenheit beruht und das Leben des Australiers Mark Brandon Read belichtet, der sowohl Krimineller als auch Bestsellerautor ist.Andrew Dominik schrieb das Drehbuch und führte auch selbst Regie in Chopper, einem actionreichen Drama, das den wohl bekanntesten Australier porträtiert - Mark Brandon Read, der sich selbst Chopper nennt (Übersetzung: Beil oder Beißerchen).
Der Beginn des Films ist eine Gefängnisszene. Chopper (Bana) und sein "Freund" Jimmy (Lyndon) sitzen gemeinsam. Wir sehen eine Art Aufenthaltsraum und erkennen sofort eine Abgrenzung der Insassen, denn Gruppenbildung wird deutlich. Es werden einige Sprüche auf die andere Seite geschleudert, dann eskaliert die Situation schließlich, denn Chopper geht mit einem kaum sichtbaren, aber für sein Vorhaben äußerst hinreichenden Gegenstand auf einen anderen Mitgefangenen los, der eine Art Boss der verfeindeten Gruppe zu sein scheint - wenige Sekunden später liegt dieser in seiner eigenen riesigen Blutlache und rote Fontänen sprudeln aus seiner Halsschlagader und er stirbt an den Folgen dieser Verletzung, was wiederum eine Gefühlsänderung -so etwas wie Reue- bei Chopper bewirkt, der dann und wann, aber recht regelmäßig, zeigt, dass tief in seinem Inneren scheinbar doch etwas schlummert, das nicht mit dem vorherrschenden Willen, als Krimineller Aufsehen zu erregen, korelliert. Ein Aspekt, der die dramatische Seite des Films hervorhebt, denn sonst würde es sich hier wahrscheinlich um einen schlichten Actionstreifen handeln. Nein, es ist die Persönlichkeit Choppers, um die es geht, um den Menschen Mark "Chopper" Read, der auf einer wahrlich dünnen Leine wandelt, die Gewaltverinnerlichung von beinahe Menschlichkeit trennt.
Jahre vergehen und Chopper kommt frei. Äußerlich der typische Badboy kehrt er erst einmal zu seinem Vater zurück, der sich sogar freut, seinen Sohn nach all der Zeit wiederzusehen. Die beiden trinken gemeinsam ein Bier und unterhalten sich spärlich. Dann lernen wir Choppers Freundin kennen, eine Prostituierte... und ebenso Choppers Eifersucht und vor allem seinen Hang zur Cholerik. Er wirft seiner Freundin Tanya (Beahan) ein Verhältnis mit einem Drogendealer und ehemaligen Bekannten Choppers vor und rastet im Haus der Mutter von Tanya völlig aus. So sieht sein Handeln aus: Chopper brüllt, schlägt, tötet gegebenfalls; erst dann bereut er, scheint sich Gedanken über seine Taten zu machen oder kommt auch irgendwann dazwischen auf einen ähnlichen Gedanken, der ihn aber nicht davon abhält, im Endeffekt doch zu explodieren. Diese Verhaltensmuster wirken wie Blackouts und ziehen sich durch den Film, spiegeln die elementaren Charakterzüge und zentral die Psyche von Chopper wider.
Der wahre Mark Brandon Read hatte den kuriosen Anspruch, der bekannteste Straftäter Australiens zu werden, ein Wunsch, wenn man es denn so nennen möchte, dem er auch erfolgreich nachgegangen war. Dann aber das Sonderbare: Read brachte seine persönlichen Erlebnisse zu Papier, produzierte eine Biographie, die schließlich zum Bestseller wurde.
"Ich bin nicht so hart Junge, du brichst mir das Herz"
Das Jahr 2000 war ein erfolgreiches Jahr für den Film und vor allem für den Hauptdarsteller Eric Bana (Hulk), den man aufgrund einer Maske im Film zwar kaum noch wiedererkennt, der aber dennoch eine grandiose darstellerische Leistung abliefert und nicht umsonst den Preis in der Kategorie Best Actor auf dem Stockholm Film Festival, im selben Jahr auch den AFI Award (Australian Film Institute) sowie ein Jahr später den FCCA Award (Film Critics Circle of Australia Awards) für die beste männliche Hauptrolle gewann. Auch Andrew Dominik feierte beträchtliche Erfolge mit seinem Werk. So gewann er ebenfalls den AFI Award, den Critics Award und den Großen Preis beim Cognac Festival du Film Policier sowie den FCCA Award. Der Film Chopper an sich war nominiert für den besten ausländischen Film bei den British Independent Film Awards im Jahr 2001, konnte aber nicht gewinnen, war für den AFI Award ebenfalls "nur" nominiert, konnte aber den FCCA Award in der Kategorie Bester Film einheimsen.
Als Chopper wieder in Freiheit ist, sieht er sich einer Reihe von Feinden und sogar einem Mordkomplott gegenüber. Im Film arbeitet er mit dem Polizisten Detective Downie (Young) und dessen Partner zusammen, ein inhaltlicher Aspekt, der nicht unbedingt mit den tatsächlichen Begebenheiten übereinstimmen muss.
Aus gutem Grund hat der Film ein FSK 18 erhalten, denn die Gewaltszenen sind schon recht heftig; nicht zu missachten auch die Tatsache, dass man genau dabei zusehen kann, wie Chopper sich von einem Mitinhaftierten erhebliche Stücke seiner Ohren abschneiden lässt, um gefängnisintern versetzt zu werden. Außerdem gibt es eine Szene, in der wir -deutlich erkennbar- Choppers bestet Stück sehen; allein das hätte gereicht, um keine Altersfreigabe zu vergeben.
Darsteller Eric Bana hat zwei Tage mit dem wahren Mark "Chopper" Read, der Bana für die Rolle vorgeschlagen hat, als er ihn in der Sketchcomedy Full Frontal sah, verbracht, um die Person, die er spielen soll, praktisch zu studieren und zu verstehen. Um der Rolle schließlich auch äußerlich nahe zu kommen hat sich Bana vier Wochen lang ständig von Fast Food ernährt.
Kritik
Der Film ist definitiv sehenswert, eine richtig gute Filmbiographie mit etlichen ansehnlichen Actionszenen und einer wunderbar unterschwelligen Dramatik, die hin und wieder den Weg an die Oberfläche findet, aber nie so aufdringlich wird, dass der Film etwas verliert, das er nicht verlieren sollte - Stil und Action eben, denn Chopper ist definitiv kein reines Drama.Der nachstehende Link führt sie direkt zu einer Internetseite, die sich explizit mit Mark Brandon "Chopper" Read befasst - ChopperRead.
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Regisseur
Schauspieler
Eric Bana, Simon Lyndon, David Field, Daniel Wyllie, Bill Young, Vince Colosimo, Kenny Graham, Kate Beahan, Serge Liistro, Pam Western, Garry Waddell, Brian Mannix, Skye Wansey, Annalise Emtsis, Johnnie Targhan


