James Bond 007: Der Hauch des Todes
The Living Daylights
Inhalt
Timothy Dalton gibt sich als vierter James Bond-Darsteller zum ersten Mal die EhreAuf Gibraltar soll ein neues britisches Radar-System getestet werden: James Bond 007 (Timothy Dalton) und die beiden Doppel-Null-Agenten 002 und 004 werden damit beauftragt, das System zu überwinden. Die Soldaten, die die Anlage schützen, wurden eingeweiht und feuern nur mit Farbpatronen. Dabei kommt es aber zu einem desolaten Zwischenfall: einer der beiden Doppel-Null-Agenten wird ermordet aufgefunden. Bei ihm der Hinweis "Smiert Spionem" (Tod den Spionen).
Bond wird nach Bratislava gesandt, wo er gemeinsam mit Saunders (Thomas Wheatley) dem russischen General Georgi Koskov (Jeroen Krabbé) das Überlaufen in den Westen ermöglichen soll. Koskov befürchtet, dass ein Scharfschütze auf ihn angesetzt wurde. Der Heckenschütze entpuppt sich als die attraktive Cellistin Kara Milovy (Maryam d'Abo). Die Flucht gelingt dem General mittels einer Pipeline, die in den Westen führt.
Sich in Freiheit wähnend, erzählt Koskov dem britischen Secret Service, dass der neue Leiter der russischen Spionage-Abteilung, Leonid Pushkin (John Rhys-Davies), den alten Plan "Smiert Spionem" wieder aufleben lassen möchte und zudem über eine Liste von Agenten verfügt. Ziel dieser Operation sei es, die Großmächte gegeneinander auszuspielen und so einen Krieg zu provozieren. Plötzlich wird Koskov vom KGB-Killer Necros (Andreas Wisniewski) entführt.
Bond reist erneut nach Bratislava, entdeckt Kara und findet heraus, dass ihr Anschlag auf Koskov ein Täuschungsversuch war und sie seine Freundin ist. Beide fliehen nach Wien.
In Tanger bringt Bond in Erfahrung, dass Koskov Verbindung zum Waffen- und Drogenhändler Brad Whitaker (Joe Don Baker) hegt, der in Afghanistan Diamanten gegen Roh-Opium eintauschen will. Mit Hilfe der Mujaheddin und deren stellvertretenden Kommandanten Kamran Shah (Art Malik) vernichten Bond und Kara die Drogen.
Bei einem Kampf zwischen Himmel und Erde muss Bond zurück in Tanger Whitaker und Koskov besiegen …
Kritik
Der Hintergrund:Die Originalkurzgeschichte THE LIVING DAYLIGHTS von Ian Fleming erschien zum ersten Mal am 4. Februar 1962. Nur die ersten 15 Minuten des Films hielten sich an der Kurzgeschichte, in der Bond einen Russen, der von einem Scharfschützen verfolgt wird, bei der Flucht aus dem Osten hilft. Die 115 folgenden Minuten basieren auf einem Original Screenplay und enthalten frei erfundene Elemente.
Doch bevor es an die Verfilmung von DER HAUCH DES TODES gehen konnte, musste erst einmal ein neuer Hauptdarsteller gefunden werden. Niemand nahm die Äußerungen von Roger Moore, dass IN TÖDLICHER MISSION sein letzter Einsatz als 007 gewesen wäre, wirklich wahr, denn solche Aussagen tätigte er schon vor anderen Bondeinsätzen. Doch plötzlich musste man sich auf die Suche nach einem würdigen Nachfolger begeben und castete solche Schauspieler wie Tom Selleck, Mel Gibson, Pierce Brosnan, Don Johnson und Sam Neil. Man entschied sich für Pierce Brosnan, machte sogar schon Probeaufnahmen und Fotos mit dem irischen Schauspieler. Doch bevor man den Vertrag unterschreiben konnte, meldete sich Mary Tyler Moore, Chefin von MTM und Produzentin der TV-Serie REMINGTON STEELE zu Wort und hielt an ihrem Anspruch auf die Vertragserfüllung von Pierce Brosnan an der Serie fest. Somit war Pierce Brosnan aus dem Rennen und man trat telefonisch an Timothy Dalton, den man schon für IN TÖDLICHE MISSION für die Doppel-Null-Rolle engagieren wollte. Damals lehnte Dalton mit der Begründung, er wäre noch zu jung, dankend ab. Er ging lieber weiter seiner Karriere in Shakespeare-Darstellungen nach. Dieses Mal sagte er jedoch zu.
Drehbuchauto Richard Maibaum schrieb ein 80seitiges Treatment, das noch von der endgültigen Fassung abwich. In seiner Geschichte sollten die Anfänge von Bond erzählt werden: wie er von seinem Großvater ermahnt wird, getreu dem Familienmotto THE WORLD IS NOT ENOUGH zu handeln. Des Weiteren schilderte seine Fassung die Ereignisse, wie er zu dem bekannten Agenten werden konnte. Sie erzählte von seinem ersten Auftrag als junger Marineoffizier. Broccoli missfiel allerdings die Idee. Er wollte keinen Bond-Amateur, sondern einen agierenden Profi, der seinen Job erledigt. Also änderte Mann das Drehbuch und wählte Wien als einen der Hauptdrehorte für das 30 Millionen Dollar teure Projekt, die Alternative Kopenhagen wurde somit sogleich fallengelassen. Wien diente auch als Kulisse für Bratislava, denn mit einer Drehgenehmigung hatte es mal wieder nicht geklappt. Unter anderem wurde in Marokko gedreht. Die weltgrößte Sammlung von Miniatursoldaten stellte der Verleger und Militaria-Sammler Malcolm Forbes zur Verfügung.
Madonna sollte als KGB-Doppelagentin fungieren und den Titelsong schreiben. Sie lehnte aber Broccolis Angebot ab, als der ihren Wunsch abschlug, auch Freund Sean Penn im Film unterzubringen. Neben dem Titelsong von a-ha lieferten auch Chrissie Hynde und Pretenders Songs zum Film.
In der realen Welt lieferte ein Waffenskandal unter dem Schlagwort "Irangate" eine Parallele zur Filmwelt. Der bekannte sowjetische Außenminister Schewardnadse wollte daraufhin zum ersten Mal mit den afghanischen Rebellen Verhandlungen aufnehmen.
Der Film spielte weltweit 190 Millionen Dollar ein, wovon der Löwenanteil in Europa, Südostasien und Japan und nur 55 Mio. Dollar in den USA verdient wurden.
Bonds Verbündete:
Bonds Kontaktmann in Bratislava und Wien hieß Saunders und wurde von Thomas Wheatley verkörpert. Saunders fand Bonds Vorgehensweise in Bratislava zunächst zu lässig, später findet er den eigenen Tod in einem Vergnügungspark in Wien.
Bonds Gegner:
Der skrupellose Heuchler Georgi Koskov, der in Wirklichkeit hinter der neu aufgelegten "Smiert Spionem"-Kampagne steckte, wurde von dem aus Holland stammenden Jeroen Krabbé dargestellt. Einmalig in der Bondgeschichte ist wahrscheinlich der Aufstieg vom zweiten Bösewicht Joe Don Baker, der den Drogen- und Waffenhändler Brad Whitaker mimte. Jahre später sollte er nämlich in GOLDENEYE und DER MORGEN STIRBT NIE Jack Wade, einen Verbündeten von Bond verkörpern. Ein Deutscher als Bösewicht sollte natürlich auch nicht fehlen: der Berliner Andreas Wisniewski verkörperte einen von Koskovs Schlägern, den ehemaligen KGB-Killer Necros.
Die Autos:
Der Aston Martin V8 war ein würdiger Nachfolger des DB5 und des DBS. Q rüstete den Wagen mit zahlreichen Waffen aus und machte ihn mit ausfahrbaren Kufen und Spikes winterfest. Zum Waffenarsenal gehörten die Laserkanonen und eine Raketenabfeuerung. In der Windschutzscheibe war ein Zieldisplay installiert. So richtig auf Fahrt kam der Aston Martin V8 erst durch den Raketenantrieb.
Die Gimmicks:
Ein ganz besonderer Schlüsselanhänger fand sehr große Bedeutung: er beinhaltete einen Sprengsatz, Betäubungsgas und verschiedene Dietriche. Ausgelöst wurde das Betäubungsgas durch ein Pfeifen des Liedanfangs von "Rule Britannie"“.
Kritik:
Durch die Neubesetzung der Titelfigur waren in vielen Breichen Neubelebungen unerlässlich. Bond ist romantischer als je zuvor und bleibt Aidszeitgemäß Gentlemanlike einer Dame treu. 007 ist nicht humorlos, aber die vordergründige Komik der Roger Moore-Interpretation wurde stark zurück genommen. Die Action entwickelt sich aus der Geschichte und wirkt nicht wie irrationales Stunttheater. Die Flucht mit dem Cello-Kasten und der Kampf im Transportflugzeug über Afghanistan wirken glaubwürdig. Alles in allem kam die Produktion den Wunsch von Dalton nach, die Figur menschlicher zu gestalten. Die Fachpresse war begeistert: "Der neue Bond ist ganz der Alte, zurück zu den Anfängen, jünger und vor allem glaubwürdiger." Die Newsweek schrieb korrekt: "Der neue Mann ist intensiv, Macho und fast glaubwürdig. Genau der Mann, um die Nostalgiefreunde anzulocken, die James Bond den Kindern überlassen haben."
Richtig böse war eigentlich nur Necros, der Handlanger von Koskov, der eher als feiger, schleimiger, hinterhältiger Heuchler rüberkam. Zeitgemäß war der Sowjetgeneral Puschkin dem Westen freundlich zugewandt.
Fazit:
Der vierte Darsteller der Bondfigur kam im 25. Bondjahr dem ersten Darsteller schon ziemlich nahe und haucht dem Doppel-Null-Agenten mehr Menschlichkeit ein. Trotz der etwas weicheren Interpretation stimmt die Virtuosität der Kamera in allen Belangen: ob zu Lande, zu Wasser, in der Luft, im Schnee oder auf dem Eis … es macht einfach Spaß dem unglaublichem Abenteuer zu folgen, das viel Authentizität besitzt.
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Regisseur
Schauspieler
Timothy Dalton, Maryam d'Abo, Jeroen Krabbé, Joe Don Baker, John Rhys-Davies, Art Malik, Andreas Wisniewski, Thomas Wheatley, Robert Brown, Geoffrey Keen, Walter Gotell, Caroline Bliss, John Terry, Virginia Hey, Desmond Llewelyn, John Bowe, Julie T. Wallace, Kell Tyler, Catherine Rabett, Dulice Liecier, Nadim Sawalha, Alan Talbot, Carl Rigg, Tony Cyrus, Atik Mohamed, Sumar Khan, Ken Sharrock, Peter Porteous, Antony Carrick, Frederick Warder, Glyn Baker, Derek Hoxby, Bill Weston, Richard Cubison, Heinz Winter, Leslie French



Jigsaw / 15.04.2008 10:55:37
Wann war sich ja nicht sicher wie Dalton als Bond bei den Fans der Serie ankommen würde und auch ich war skeptisch aber wurde eines besseren belerht,absolut sehenswert.
5 Sternen