Heffalump - Ein neuer Freund für Winnie Puh
Pooh's Heffalump Movie
Inhalt
Pooh`s Heffalump Movie - ein neuer Freund, nicht nur für Winnie Puh, überquert die Grenze zum Hundertmorgenwald.Heffa nice day - heißt es auf den amerikanischen Filmpostern, ein nettes Wortspiel, das dennoch nicht alles vom neuen Zeichentrickabenteuer Heffalump - Ein neuer Freund für Winnie Puh preis gibt, denn dahinter verbirgt sich nicht ausschließlich der Spaß, sondern wie immer eine wichtige Wertevermittlung an die kleinen Filmgucker. Es geht um Toleranz, um Vorurteile, ein bedeutendes Thema, das hier, in Form eines Zeichentrickfilms, an die jungen Zuschauer gerichtet ist.
Nach Ferkel`s Grosses Abenteuer der nächste Kinofilm der bunten Tierschar um den honigfanaten Bären Winnie Puh, den niedlichen, aber dauerhaft ängstlichen Ferkel, den hüpfend scherzenden Tigger, den allzteit betrübten Esel I-ah, den desöfteren strengen, aber dennoch freundlichen Rabbit und den noch jungen, aber abenteuerlustigen Ruh mitsamt seiner Mama Kanga.
Es ist mehr ein Gerücht, denn eine auf Erfahrungen beruhende Wahrheit, das im Siebenmorgenland umhergeht. Die Rede ist von den Heffalumps, riesige bösartige Wesen mit spitzen Hörnern und einem gezackten Schwanz. Und schon an dieser Stelle wird jedem klar, der ein gewisses Alter erreicht hat, dass es sich bei der vordergründigen Aussage, die den Kindern neben dem Lachen und möglicherweise auch Weinen präsentiert wird, um Vorurteile handelt. Denn noch nie hat auch nur einer der Rasselbande um Winnie Puh einen Heffalump gesehen, so ganz aus der Nähe, von Angesicht zu Angesicht sozusagen. Und dennoch können sie beurteilen, dass es sich bei den Geschöpfen, die zweifelsohne in dem angrenzenden Wald leben, denn ihre Rufe, die Geräusche, die sie von sich geben, sind lautstark zu hören, um fiese, zerstörende Monster handelt? Mitnichten, was einem kleinen Knirps von zwei Jahren vielleicht nicht sofort auffällt, doch anschließende Gespräche, Erklärungen von Seiten der Eltern (oder Babysitter, wie auch immer) können durchaus etwas in diese Richtung bewegen, wenn der eigene Alarm des Kindes das Fehrverhalten der Protagonisten noch nicht entlarvt hat.
Der Plot ist simpel, was logisch ist. Um den Gerüchten Nahrung zu liefern, planen die Freunde eine abenteuerliche Expedition, auf der sie einen Heffalump mit bloßen Seilen fangen möchten - mit von der Partie sind natürlich die gesammelten Charaktere: Puh, Ferkel, Tigger, Rabbit und I-ah, der in der neuen Geschichte leider viel zu kurz kommt. Auch Ruh, der kleine Kängeruhjunge, möchte an der Expedition teilnehmen, dessen Titel von den einzelnen Figuren immer wieder aufs Neue falsch ausgesprochen wird. Doch es wird ihm verboten, zum einen von Seiten seiner Freunde, zum anderen von seiner Mutter, die ihm diesbezüglich auch gleich ein Schlaflied singt (nun gut, es mag sein, dass solche Lieder bei dem eigentlichen Publikum der Zeichentrickfilme gut ankommt), in dem eine Nebenthematik angeschnitten wird - das Erwachsenwerden. Ruh aber fühlt sich nicht zu jung und fasst demnach den erwarteten Entschluss, am nächsten Tag allein über die Grenze und in den geheimnisvollen Wald zu gehen, um es allen anderen zu beweisen. Wie? Natürlich indem er einen echten Heffalump fängt.
Wirklich schade ist die Tatsache, dass I-ah nur eine winzige Nebenrolle in Heffalump - Ein neuer Freund für Winnie Puh besitzt. Der leicht depressive Esel, der normalerweise einen beständigen Teil des Ensembles darstellt, hat nämlich so seine Schwierigkeiten, den Zaun zu überqueren, der das Siebenmorgenland von dem Wald der Heffalumps trennt... I-ah hat einfach zu viele Sachen mit; im Grunde genommen sein gesamtes Hab und Gut.
Ruh wird also tatsächlich fündig und trifft relativ schnell auf einen Heffalump, namens Lumpi (voller Name in der Originalversion: Heffridge Trumpler Brompet Heffalump, III), der in Sachen Gerüchte und Vorurteile auf demselben Level ist wie die Bewohner des Siebenmorgenlandes - nur eben umgekehrt.
Doch irgendetwas stimmt nicht. Soll dieses Geschöpf wirklich so furchteinflössend sein? Wo sind die Hörner und der gezackte Schwanz? Wo ist die Gefahr, die von den Heffalumps ausgehen soll? Aber Ruh lässt sich nicht beirren und hält an seinem Vorhaben fest. Er wirft das Seil um den Hals von Lumpi, der das alles aber eher als ein Spiel betrachtet... und so entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden Jungen und sie entdecken, dass es sich bei all den Sagen tatsächlich nur um Gerüchte handelt, um schlichte Unwahrheiten.
Die beiden haben eine Menge Spaß - bis es zum Eklat kommt, denn gegen Ende des Films treffen Ruhs Freunde, die noch immer vor der bösen Natur der Heffalumps überzeugt sind, auf die neuen Freunde und zu alledem verliert Lumpi auch noch den Funken Orientierung, der ihn etwas zu weit von seiner Mutter abbringt; rein örtlich gesehen.
Der Film war ursprünglich als Direct-to-Video-Produktion gedacht, was man der Qualität deutlich entnehmen kann, was den Kleinen aber wiederum nicht sonderlich auffallen wird, die die Bilder hauptsächlich eh aus dem Fernsehen kennen werden.
Übrigens: um die Abgrenzung deutlicher zu machen, sprechen die Figuren in der Originalversion in unterschiedlichem Akzent. So weisen die Charaktere des Siebenmorgenlandes einen amerikanischen, die Heffalumps hingegen einen britischen Akzent auf; ein Aspekt, der in der deutschen Fassung wegfällt.
Hier noch eine Warnung, vielleicht nicht ganz ernst zu nehmen, aber den einen oder anderen Erwachsenen wird das sicher stören: Lumpi ist verspielt und mitunter auch wirklich niedlich, das geht in Ordnung, aber sobald er auch nur den leisesten Anschein erweckt, jeden Augenblick loszulachen, sollten sie sich doch eher die Ohren zuhalten. Ohne Witz, diese Lache ist einfach nur scheußlich, ich weiß nicht, was sich die Verantwortlichen der deutschen Fassung dabei gedacht haben, denn diese Lache klingt weder niedlich noch sonderlich amüsant, nein vielmehr macht sie aggressiv, ein deutlich verheerender Effekt. Und an dieser Stelle noch eine kurze Hintergrundinformation. Für die Stimme von Lumpy wurde in den USA aus einer Masse von mehr als 900 Kindern, viele von ihnen Schauspieler und Schauspielerinnen, gewählt. Bis es schließlich die fünf-jährige Kyle Stanger wurde, die nie zuvor in irgendeiner Form geschauspielert hat.
Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass wirklich jeder Charakter, der die Geschichten sonst hauptsächlich anführt, in Heffalump - Ein neuer Freund für Winnie Puh zu kurz kommt (I-ah in besonders tragischer Intensität). Aber auch die übrigen Figuren kommen schlicht zu kurz, es ist ja in Ordnung, das Ruh hier die Hauptrolle bekommen hat, doch ein wenig mehr hätte man sich von Puh, Ferkel, Tigger, I-ah und Rabbit schon gewünscht.
Kritik
Natürlich kann ich nicht sagen, ob die angestrebte Vermittlung der hier vordergründigen Werte funktioniert, denn dazu müssten komplexe Forschungen herhalten. Aber eines kann ich sagen: der Film wird wohl jedem Kind gefallen, so oder so, denn die einzelnen Figuren handeln wie immer strikt nach ihrem jeweilig bekannten Charaktermuster und sprechen zudem auch noch in derselben Stimme wie sonst auch - vielleicht der wichtigste Aspekt, um gute Voraussetzungen zu schaffen. Welches Kind die Wertevermittlung nun annimmt hängt dann wohl vom Alter und dem Einsatz der Eltern oder Freunde oder Babysitter... eben der Verantwortlichen ab. Festhalten kann man aber natürlich, dass das Thema, um das es hier geht, wichtig ist, ohne Frage, und umso bedeutender, dass es Zeichentrickfilme gibt, die nicht nur auf Unterhaltung setzen, der dennoch der augenscheinlich vorherrschende Aspekt in Kinderfilmen sein sollte. Denn ohne den nötigen Spaß lässt sich sicher nichts dergleichen vermitteln.Jetzt kommentieren? / 0 Kommentare
Regisseur
Schauspieler
Jim Cummings, John Fiedler, Nikita Hopkins, Kath Soucie, Ken Sansom, Peter Cullen, Brenda Blethyn, Kyle Stanger


