James Bond 007: Ein Quantum Trost (2008)
Quantum of SolaceHandlung
Mit "Quantum of Solace" geht das langlebigste und erfolgreichste Franchise in die 22. Runde und mit der Startnummer 006 mimt der Brite Daniel Craig nach seinem furiosen Einstieg mit "Casino Royale" bereits zum zweiten Mal den Agenten mit der Lizenz zum Töten. Befand man die Reihe nach Fehlbesetzungen mit George Lazenby in "Im Geheimdienst ihrer Majestät" aus dem Jahre 1969 temporär für Tod (Was ich wohlgemerkt nicht verstehen kann: Obwohl die darstellerischen Fertigkeiten des Models George Lazenby an einigen Stellen zu Wünschen übrig ließen, ist es ein Bondfilm, den ich mir immer wieder gerne anschaue und mit dem Tod seiner Frau Tracy Di Vicenzo alias Diana Rigg gab er der Bondfigur eine neue Richtung und wurde vielleicht zu Recht mit einer Golden Globe-Nominierung als 'Most Promising Newcomer' geehrt.) oder gab es zahlreiche Kontroversen mit Bonddarsteller 004 Timothy Dalton, erschufen die Bondfilmemacher stets etwas zeitgetreu Frisches und schöpften dabei konstant aus dem Ian Flemming Fundus. Dieses Mal - wurde man in "Casino Royale" noch zu Bonds Anfängen zurückkatapultiert - setzt "Ein Quantum Trost" inhaltlich dort wieder an, wo Daniel Craigs erster Einsatz aufhörte, doch eine klassische Fortsetzung soll es dessen ungeachtet trotzdem nicht sein.
Zur Erinnerung: Vesper (Eva Green) ist tot. Die Frau, die Bond geliebt hat und von der er betrogen wurde. Fest entschlossen will Bond (Daniel Craig) die Wahrheit aufdecken und verhört mit M (Judi Dench) den gekidnappten Mr. White (Jesper Christensen), von dem sie erfahren, dass die Organisation hinter Vespers Erpressung viel komplexer und gefährlicher ist als zunächst angenommen.
Das Bankkonto eines Mi6-Verräters führt Bond nach Haiti. Dort trifft er auf die beherzte Camille (Olga Kurylenko), die ihre eigene Vendetta führt. Camille bringt Bond direkt zu Dominic Greene (Mathieu Amalric), einem rücksichtlosen Geschäftsmann und der treibenden Kraft innerhalb der mysteriösen Organisation.
Bonds Mission führt ihn nach Österreich, Bolivien, Italien und Südamerika. Er erfährt, dass Green einen Deal mit dem im Exil lebenden General Medrano (Joaquin Cosio) plant. Indem Greene seine Partner in der Organisation benutzt und seine einflussreichen Kontakte bei der CIA und in der Britischen Regierung manipuliert, verspricht er, das gegenwärtige Regime eines lateinamerikanischen Staates zu stürzen und dem General die Macht zu übertragen - als Gegenleistung für ein scheinbar wertloses Stück Land.
Um herausfinden zu können, was Greene tatsächlich plant, muss Bond sich mit alten Freunden verbünden und der CIA, den Terroristen und sogar M immer einen Schritt voraus sein...
Besetzung / Stab
Regie
Bilder
Kritik
Die Geschichte von "Casino Royale" wird als Ausgangspunkt genommen, um neue Dinge zu erzählen. In "Quantum of Solace" geht Bond in seine nächste Mission und will Rache. Rache für den Tod seiner Geliebten Vesper, Rache dafür, dass er betrogen wurde. Auf dem Wege seiner Verwüstung und Zerstörung muss Daniel Craig alias 007 eine Bedrohung des Weltgleichgewichts durch ein neues Verbrechersyndikat abwenden, 'Quantum', deren gefährliche Spione, Mitarbeiter und Mitwisser überall sitzen: in den Regierungen, in großen Firmen, sogar den Mi6 haben sie infiltriert und stellen selbst S.P.E.C.T.R.E. in den Schatten. Quantums Vordenker und Lenker ist der Milliardär Dominic Greene, der eine Kampagne zur Rettung des Regenwaldes als Deckung für einen teuflischen Plan nutzt, lebenswichtige Ressourcen allein zu kontrollieren, um sein Profit zu maximieren.
Wir folgen Bond bei der Bekämpfung seiner neuen Feinde auf eine lange Reise. Gefilmt an so vielen Drehorten wie für keinen anderen Bondfilm der bereits 46 Jahre währenden Kino-Reihe zuvor, bringt uns die Story nach Haiti, Österreich, Bolivien, Italien und Südamerika. Dort häufen sich Bonds Morde. Sie werden immer diffuser. Selbst M weiß nicht mehr, ob sie der Mission dienen oder nur Bonds Blutlust stillen sollen. Letzten Endes bremst sie ihn, entzieht ihm seine Privilegien und setzt ihn auf die "Festnehmen oder töten"-Liste des Mi6. Als dann noch die CIA ihren Deal mit einer südamerikanischen Landesregierung durch Bond bedroht sieht, gibt Felix Leiter Bond zum Töten frei.
Nach dem rekordbrechenden Erfolg von "Casino Royale" könnte man denken, dass der erste Schritt für Craigs Bondkarriere gemacht wurde. Hat man einmal die Erwartungen erfüllt, muss man mit seiner nächsten Mission einen noch besseren Film machen als den Vorgänger. Ein sehr zweischneidiges Schwert. Ko-Produzent Michael G. Wilson befand vor dem Drehstart des ersten Dalton-Bonds im Jahre 1988 die noch zur Verfügung stehenden Flemming-Titel als nicht zündend genug. Unter den Titeln "The Porperty Of A Lady", "Risico" und "The Hildebrand Rarity" befand sich auch noch dieser Titel: "Quantum of Solace". Nun war es anscheinend an der Zeit diesen Titel zu verwenden. Als Regisseur engagierten die Produzenten den visuellen Geschichtenerzähler Marc Forster. Er setzt den Realismus aus dem vorigen Bond weiter fort und lässt Bond genau so hart aussehen. Scheinbar wurde Craigs Bond endlich ausdefiniert. Er ist sehr maskulin, hart und egoistisch. Trotz der kompromisslosen und gefährlichen Art ist er nach wie vor verletzlich und angreifbar, was ihn wirklichkeitsnah erscheinen lässt.
Bonds Gegenspieler Greene wird vom Franzosen Mathieu Amalric verkörpert. Ein Schurke ohne äußerliche Merkmale, doch mit gespaltener Identität. Es gibt einen öffentlichen Greene, der schüchterne, der nicht viel redet und den privaten, der ganz anders ist. Er ist jemand, der verschwinden möchte, der einfach unsichtbar – fast nur eine Ahnung – sein will. Auf diese Art wird zwar sein Handeln effektiver, aber nicht schurkenhafter. Obzwar Amalrics Verkörperung dem Filmstil entspricht, ist er nicht dem coolen, amoralischen kriminellen Genie Le Chiffre ebenbürtig.
Bond zur Seite steht bereist zum sechsten Mal M, verkörpert durch Judi Dench. Die anfänglichen Schwierigkeiten in der Beziehung und in der Interaktion zu Bond werden seit "GoldenEye" fortgeführt. Selbst in "Quantum of Solace" ist sie nicht sicher, was Bond betrifft. Sie zweifelt daran, ob sie ihn vorbehaltlos trauen kann, was den Geschichten einen zusätzlichen Reiz gibt.
Darüber hinaus gibt es zwei sexy Bondgirls. Gemma Aterton mimt eine, Agentin Fields. Sie ist keine Femme fatale, hat einen natürlichen Charakter, nicht übermäßig stark oder gut aussehend. Eine Person, mit der man sich gut identifizieren kann. Leider ist ihr Auftritt zu flüchtig, doch ihr Abgang wird Bondherzen höher schlagen lassen! Die andere ist Camille, gespielt von Olga Kurylenko. Sie ist eine Frau mit tragischem Hintergrund. Smart, fokussiert und geschickt. Camille befindet sich zudem auf ihrer eigenen Vendetta. Obwohl Bond und Camille nicht das gleiche wollen, merken sie schnell dass ihr Handeln in die gleiche Richtung geht.
Regisseur Marc Forster greift gegenwärtige Grundgedanken wie die Vermeidung von Wasserknappheit auf. Er prangert die Machenschaften der Geheimdienste an, die selbst vor einer Zusammenarbeit mit undurchsichtigen Verbrechern nicht zurückschrecken, wenn dies einen Vorteil für die eigene Nation verspricht. Er setzt die Distanzierung von den illusorischen Brosnan-Bonds fort. Weiterhin gibt es trotz coolen 'Grafiktischen' keinen Q, zum ersten Mal fehlt auch der vielleicht berühmteste Filmsatz der Welt "Mein Name ist Bond, James Bond." Die Gunbarrel-Sequenz rutscht vom Anfang an das Ende des Films und und und... Man sollte sich irgendwann einmal fragen, wie sehr man sich von dem Bond-Image entfernen sollte, denn irgendwann ist es kein Bond mehr sondern nur noch ein Bourne! Dessen ungeachtet platziert Forster eine Hommage an frühere, goldenere Zeiten, doch diese sind jetzt pech schwarz: Agentin Fields stirbt den Jill Masterson-Tod aus "Goldfinger". Seine subtile Art Regie zu führen präsentiert Forster auch in "Quantum of Solace". Trotz wilden Auto- und Bootverfolgungsjagden, harten Kampfszenen, coolen Stunts mit einer DC3-Maschine, vielen Explosionen und Kugelhagel, Forster geht es um die Menschen, die Personen, die Figuren an sich. Bond vollbringt einen Drahtseilakt, er muss die Balance zwischen der Missionserfüllung und der Unterdrückung seiner Rachegefühle halten. Man weiß, ihm geht es um Vesper und die Geschehnisse aus "Casino Royale", doch mehr als nur ein Foto von Vesper verrät von seinen tiefen Gefühlen, die er einst zu ihr hatte, nichts. Zu wenig um das Prinzip der Sühnung von Verbrechen, bei dem Tötungen durch Tötungen gerächt werden, glaubhaft anwenden zu dürfen!
Fazit:
In "Quantum of Solace" geht es um Vergeltung, Macht, Leben und Tod. Er ist ein moderner, zynischer, schneller Action-Thriller, leider nicht so bahnbrechend wie "Casino Royale" und alles in allem hinkt er ihm etwas hinterher, aber mit einem exzellenten Daniel Craig als 007 ... einen der besseren Bondmimen, das steht nun fest!

Kommentare
SERF
geschrieben am 02.12.2007 um 15:10:23
Nach "Casino Royale" bin ich ja mal echt gespannt, wie Daniel seine zweite Mission meistern wird! Bei "Casino" war ich zunächst skeptisch, wurde dann aber überzeugt. Das war ja mal einer der besten Bonds überhaupt (aber natürlich nicht besser als die Connery-Bonds ^^)!
Morgion
geschrieben am 02.12.2007 um 18:24:13
Bester Bond ^^
SORRY sehe ich nicht so
Er war gut. Aber was man zuerst gehört hat von Daniel C. wie es bei den dreharbeite Angestellt hat war ich mehr als skeptisch.
Aber jetzt wo der Film fertig ist und man das Endprodukt sieht ist der Film doch gelungen.
Aber zusagen das er der Beste ist „KLARES NEIN“ von mir ^^
turbo
geschrieben am 02.12.2007 um 19:58:49
Ich hoffe der nächste Teil wird wieder ein echter Bond und nicht nur ein guter Actionfilm.
Kaspian
geschrieben am 02.12.2007 um 21:11:37
Mir gefiel der Film ganz gut...doch es ist kein Bond....ein Bourne...aber kein Bond
Scaramanga
geschrieben am 03.12.2007 um 02:14:46
Morgion: "Aber was man zuerst gehört hat von Daniel C. wie es bei den dreharbeite Angestellt hat war ich mehr als skeptisch."
Stimmt, wer seine Stunts zum Großteil selbst macht und dann in einer verpatzten Choreographie vom Stuntman zwei Zähne ausgeschlagen bekommt, muss schon ein ganz schönes Weichei sein. Leute kommt mal zurück auf den Boden der Tatsachen, der Junge ist doch von Beginn an als Fehlbesetzung abgetan worden und jedes kleinste Detail wurde doch auf das negativste ausgeschlachtet. So etwas unfaires habe ich selten gesehen, aber plötzlich finden ihn alle superspitze.
Schreibe hier deine Meinung