Number 23
The Number 23
Inhalt
Regisseur Joel Schumacher schickt seinen Hauptdarsteller Jim Carrey auf einen alptraumhaften Psychotrip um das Rätsel der Zahl "23" zu ergründen.Walter Sparrow (Jim Carrey) führt ein ereignisloses Leben. Er arbeitet als staatlicher Tierfänger und lebt gemeinsam mit seiner Ehefrau Agatha (Virginia Madsen) und seinem pubertierenden Sohn Robin (Logan Lerman) in einem Einfamilienhaus – alles scheint idyllisch zu sein.
Dies ändert sich jedoch schlagartig an Walters Geburtstag. Er wird kurz vor seinem wohlverdienten Feierabend noch zu einem "Notfall" gerufen, denn er soll einen streunenden Hund einfangen, der ihm jedoch mehr Schwierigkeiten als erwartet bereitet. Dadurch kommt er zu spät zum Treffen mit seiner Frau, die in der Zwischenzeit in einer Buchhandlung auf ein Buch mit dem mysteriösen Titel "The Number 23" stößt und darin blättert. Sie beschließt es für Walter zu kaufen, der anfangs von der Idee gar nicht begeistert ist.
Dennoch beginnt er darin zu lesen und wird Seite für Seite tiefer in den Bann des Buches gezogen. Er entdeckt viele Parallelen zu der Hauptfigur des Romans, Detective Fingerling (ebenfalls gespielt von Jim Carrey), der ein Spiegelbild seiner selbst zu sein scheint. Diese Figur wird im Verlauf der Geschichte in den Bann der mystischen Zahl "23" gezogen, ja er wird regelrecht besessen davon, denn sie scheint in seinem Leben allgegenwärtig zu sein, so dass er am Ende sogar einen Mord begeht, an der ebenso mysteriösen Femme Fatale Fabrizia (Virginia Madsen, ebenfalls in einer Doppelrolle). Auch Walter beginnt von dieser Zahl besessen zu werden, denn auch er entdeckt sie überall in seinem Leben. Er steigert sich immer weiter in dieses Mysterium hinein, bis auch er kurz davor steht dem Wahnsinn zu erliegen und seine Ehefrau zu ermorden. Er entschließt sich kurzerhand die Nacht in einem Hotel zu verbringen. Als er dort aus dem Fenster sieht, erblickt er erneut den widerspenstigen Hund. Er verfolgt ihn wie beim ersten Mal auf bis zu einen Friedhof, wo sich der Hund neben einem Grab niederlässt. Von dem zuständigen Pfarrer erfährt er, dass es das Grab eines jungen (23-jährigen) Mädchens ist, welches vor langer Zeit auf seltsame Weise verschwand – bis zum gegenwärtigen Tag blieb ihre Leiche verschwunden. Langsam beginnt Walter ein düsteres Geheimnis zu realisieren: soll dieser Roman etwa die Schilderung eines realen Mordfalls sein? Gemeinsam mit seiner Familie beginnt er Nachforschungen anzustellen und kommt dem Täter nach und nach auf die Spur. Dabei enträtselt er ein Geheimnis, dass sein Leben für immer verändern wird…
Kritik
Um die Zahl "23" ranken sich schon seit Jahrhunderten viele Mythen. In manchen Kreisen ist sie seitdem regelrecht zu einem Kult gereift. Im Internet findet man zahlreiche Seiten zu dieser Thematik, die sowohl auf okkulter, als auch auf wissenschaftlicher Ebene näher betrachtet wird. Vieles scheint mit dieser "magischen" Zahl direkt oder indirekt in Zusammenhang zu stehen – hier einige Beispiele:Jeder Elternteil gibt mit dem Erbmaterial 23 Chromosomen an sein Kind weiter, wobei das 23. Chromosom das Geschlecht bestimmt.
Die Mayas glaubten, die Welt würde am 23. Dezember 2012 untergehen (20 + 1 + 2 = 23).
Die Tempelritter hatten 23 Großmeister.
Der Terroranschlag auf das World Trade Center fand am 11. September 2001 statt (11 + 9 + 2 + 1 = 23).
So kann man noch viele andere Ereignisse und Begebenheiten auf die Zahl 23 reduzieren. Ist das alles nur Zufall, oder steckt doch mehr dahinter? Sicherlich biegen die Anhänger dieses Kults auch vieles für ihre Zwecke zurecht, aber merkwürdig mutet das Ganze schon manchmal an.
Drehbuchautor Fernley Phillips wurde durch einen Freund auf diesen Mythos aufmerksam gemacht und war sehr schnell von der Bedeutung fasziniert. Er arbeitete sich tief in die Thematik ein und schnell reifte in ihm die Idee heran ein Drehbuch für einen Film darüber zu verfassen. Anders als der deutsche Film "23 – Nichts ist so wie es scheint" aus dem Jahr 1999, dreht sich dieser Film nicht um Geheimbünde und Verschwörungstheorien, sondern vielmehr um die Allgegenwärtigkeit der Zahl 23, die das Leben des Hauptprotagonisten bestimmt und dadurch aus der Bahn wirft. "The Number 23" ist das erste Drehbuch, das aus Phillips Feder stammt. Die Produzenten waren sofort von seiner Idee fasziniert, denn sie hielten das Projekt für einen ungewöhnlichen Thriller, der Neuland betritt und die Zuschauer zum Nachdenken anregen soll. Die 23 dient in dem Film jedoch nur als roter Faden, um den sich der Rest der Handlung spinnt, die, an dieser Stelle erwähnt, in meinen Augen zwar teilweise überraschend, jedoch leider nur mäßig spannend ist. Ferner wirkt die ständige Erwähnung der Zahl 23 im Verlauf des Films eher nervend und trägt nicht zur Erzeugung von Spannung bei.
Für das Produzententeam kam von Anfang an nur ein Regisseur für dieses Projekt in Frage: Joel Schumacher, ein Meister des Suspense-Thrillers. Auch Schumacher war sofort von dem Stoff begeistert, obwohl er die Obsession rund um die mystische Zahl nicht unbedingt teilt. Während der Dreharbeiten entstand am Set unter den Mitwirkenden ein regelrechter Hype um die Zahl, doch der Regisseur blieb stets mit beiden Beinen auf der Erde. Für ihn ging es in dem Film um mehr als die reine mystische Zahlenlehre.
"Im Grunde geht es um Verantwortung, denn das ist etwas, was ich sehr ernst nehme. In jedem Fall müssen wir die Verantwortung für unsere Taten übernehmen, und wenn wir das verdrängen, entsteht daraus eine Krankheit, eine physische Krankheit der Seele." – J. Schumacher.
Für Schumacher war es wichtig die Romanfiguren als düsteres Spiegelbild der Hauptprotagonisten, Walter und Agatha, darzustellen. Für die Romanszenen mit Fingerling und Fabrizia bediente er sich einer surrealen Darstellungsweise, die von sehr düster bis überbelichtet reicht und stets überzeichnet, beziehungsweise weich gezeichnet wirkt. So gelingt es ihm den Zuschauer auch in die Romanwelt hineinzuziehen.
Für die Hauptrolle des Walter Sparrow / Fingerling fiel dem Regisseur sofort Jim Carrey ein, mit dem er bereits 1995 für seinen Film "Batman Forever" zusammenarbeitete und in dem er viel mehr als nur einen guten Komödianten sieht. Allerdings waren das Produzententeam sowie er selbst ein wenig skeptisch, ob Carrey denn diese für ihn ungewöhnliche Rolle in einem Thriller annehmen würde.
Wie sich herausstellte war diese Sorge unbegründet, denn Carrey war wie alle Anderen sofort von dem Stoff angetan. Er beschäftigte sich bereits zuvor privat mit der 23-Mythologie, so dass er sogar seine eigene Produktionsfirma in "JC23" umbenannte. Außerdem war er zu diesem Zeitpunkt auf der Suche nach einem derart ungewöhnlichen Projekt und auch eine neuerliche Zusammenarbeit mit Schumacher reizte ihn sehr. Und Carrey macht wirklich eine gute (Doppel)Rolle in dem Film. Er agiert sowohl als liebender Familienvater Walter Sparrow, dessen Leben durch ein Buch völlig aus der Bahn und er selbst an den Rand des Wahnsinns gerät, als auch als düsterer Detective Fingerling. Beide Charaktere werden nach und nach in den Bann der Zahl 23 gezogen und zwischen ihnen besteht eine merkwürdige Verbindung, die an dieser Stelle jedoch nicht preisgegeben wird. Ganz ohne Witze kommt Carrey jedoch auch in diesem Film nicht aus, was aber nicht weiter stört, es ist jedoch eine zunehmend bizarrer werdende Komik.
An seiner Seite ist Virginia Madsen ebenfalls in einer Doppelrolle zu sehen. Sie spielt Walters Ehefrau Agatha und auch die Femme Fatale Fabrizia, die für ihre aufgestaute Wut ein Ventil in ihrer Sexualität findet, welche oftmals von Gewaltphantasien geprägt ist. Für die oscarnominierte Schauspielerin, sie erhielt im Jahr 2004 von der Academy eine Nominierung für ihre Rolle in der Independent-Komödie "Sideways", war die Doppelrolle eine große und wie sie selbst zugibt teilweise auch eine beängstigende Herausforderung. Besonders der Part der Fabrizia hat ihr regelrecht Angst gemacht. Dennoch weiß sie in beiden Rollen zu überzeugen, wie ich finde besonders in der Rolle der für sie untypischen Femme Fatale. Ein weiterer Pluspunkt ist ihre gute Chemie zu Filmpartner Jim Carrey, die für den Film von großer Wichtigkeit ist.
Wie die beiden Hauptdarsteller, so übernehmen auch einige andere Protagonisten eine Doppelrolle in "Number 23", wie der aus "Butterfly Effect" bekannte Logan Lerman, Danny Huston oder Lynn Collins – so viele Doppelrollen sind selten in einem Film zu sehen. Die temperamentvolle Laura Tollins, das Mädchen, deren Leiche nie gefunden wurde, wird im Übrigen von Rhona Mitra verkörpert.
Fazit: Die gute schauspielerische Leistung, insbesondere von Carrey und Madsen, können den mäßig spannenden Thriller nur bedingt retten. Die eine oder andere überraschende Wendung macht den Film zwar unterhaltsam, jedoch versinkt er insgesamt gesehen leider im Mittelmaß.
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Regisseur
Schauspieler
Jim Carrey, Virginia Madsen, Logan Lerman, Danny Huston, Lynn Collins, Rhona Mitra, Michelle Arthur, Mark Pellegrino, Paul Butcher, David Stifel, Corey Stoll, Ed Lauter, Troy Kotsur, Walter Soo Hoo, Patricia Belcher, Rudolph Willrich, John Fink, Julie Remala, Tara Karsian, Kerry Hoyt, Jennifer Lee Grafton, Tom Lenk, Ka'ramuu Kush, Helen Jordan, Eddie Rouse, Lesli Margherita, Maile Flanagan, Bob Zmuda, Susan Kitchen, Coier Amerson, Michael Hurley, Donna G. Earley, Shannon Gayle, K.T. Rowe



mye / 09.12.2007 14:42:28
auch hier muss ich sagen: ich fand den film tatsächlich durchaus spannend und fühlte mich daher rundum unterhalten, zudem ein klasse-darsteller wie carrey: macht für mich einen wirklich gelungenen thriller
4 Sternen
stallone / 29.12.2007 11:37:41
ja der sieht sehr interessant aus!
nicht bewertet
siBBe / 29.12.2007 14:21:53
der film war alles andere als gelungen, hatte mich sehr drauf gefreut aber das ging ziemlich in die hose was dabei rauskam. langweilig, unspannend, vorhersehbar und dieses "ohh, da ist ja schon wieder die 23" ging irgendwann auf die nerven nachdem 1 stunde lang nur diese 23-er aufkommen gezeigt wurden.
2 Sternen
DocProc / 29.12.2007 16:27:57
Ich fand ihn gelungen... vor allem der Wandel von Carrey... echt spitze wie er seine Zwei Personen unterschiedlich darstellt...fand ich sehr überzeugend
4 Sternen
Kaspian / 29.12.2007 22:12:15
Ich schließ mich SiBBe an. Bis auf diese Idee mit dem Buch kannte ich allllllllles schon irgendwoher. Nichts neues nur neu zusammengemixt und Carrey mit einer ungewohnten Rolle. Kommt der Film mal auf Pro7 werde ich ihn mir sicher aufnehmen...doch kaufen? NÖ NÖ
nicht bewertet
Zoidberg / 28.04.2008 10:33:43
Fand ihn jetzt auch nicht so umwerfend, war mal was anderes von Jim Carrey. Aber Schauspielrisch hat er es schon gut gemacht, allerdings wird er aus seienm Comedystaus nie ganz rauskommen fürchte ich. Ich danke ihm auf jeden Fall für seine Ace Ventura Reihe.
3 Sternen