Hannibal Rising - Wie alles begann
Hannibal Rising
Inhalt
Die frühe Geschichte des Dr. Hannibal LecterDer Film handelt davon, wie der berühmteste Kannibale der Filmgeschichte, Hannibal Lecter (Gaspard Ulliel), zu dem wurde, was er in den späteren Filmen ist. Seine Erfahrungen als Kind und als junger Erwachsener führten zu seinen bemerkenswerten Beiträgen im Bereich der Medizin, Musik, Malerei und Forensik.
Die Geschichte beginnt während des zweiten Weltkrieges in der mittelalterlichen Burg in Litauen, die Dr. Lecters Vorfahr, Hannibal the Grim, erbaute. Hannibal überlebt als Kind die Gräueltaten an der Ostfront und entflieht der trostlosen sowjetischen Nachkriegszeit, indem er in Frankreich Zuflucht bei der Witwe seines Onkels (Gong Li) findet - eine geheimnisvolle, schöne Nachfahrin von Lady Murasaki Shikibu, der Verfasserin der Tale of Genji. In ihrer freundlichen und weisen Obhut lernt er, seine unerträglichen Erinnerungen an den Krieg zu verstehen und sie bringt dem jungen Hannibal Lecter kulturelle Werte bei.
Seine Erinnerungen sind Mittel zum Zweck, um die gesetzlosen Feinde zu besuchen, die sein Leben für immer veränderten, als sie während des Zusammenbrauchs der Ostfront auf Hilflose einschlugen. Hannibal hilft diesen Kriegsverbrechern zur Selbsterkenntnis. Dabei wird ihm auch seine eigene Natur bewusst.
Kritik
Wir erinnern uns kurz: The Silence of the Lambs erschien 1989, geschrieben vom amerikanischen Autor Thomas Harris. Der Roman handelt von der FBI-Agentin Clarice Starling (Jodie Foster), die den Serienmörder "Buffalo Bill" finden muss und dafür die Hilfe des inhaftierten Serienmörders und Kannibalen Hannibal Lecter (Anthony Hopkins) in Anspruch nimmt - der Film Das Schweigen der Lämmer gewann unter der Regie von Jonathan Demme nicht nur den Oscar in der Königsklasse (Bester Film), es wurden auch Foster und Hopkins sowie die Regiearbeit ausgezeichnet.Wenn die Taten des Hannibal Lecter auch noch so grausam erscheinen und dargestellt werden, ist dieser Mann, könnte man sagen, der sympathischste Serienkiller der Filmgeschichte. Man kann dieses Phänomen kaum ausreichend in Worte fassen und deshalb der Rat an alle, die die Filme noch nicht gesehen haben... auf zur nächsten Videothek und dann ab in den Player mit der DVD. Da ist es natürlich gerade für ein Prequel alles andere als einfach, den Ursprung eines solchen Charakters darzustellen, sozusagen das "Dazuführen", das "Heranwachsen"... Hannibal Rising.
Es gibt richtig gute Rachefilme. Das beste Beispiel ist hier wohl die südkoreanische Trilogie von Park Chan-wook mit Sympathy for Mr. Vengeance, Oldboy und Sympathy for Lady Vengeance. Das Thema "Rache" in unterschiedlichen, aber stets künsterlisch und filmisch wertvollen Beiträgen. Auch Hannibal Rising ist ein Rachefilm, einer, der es nicht sein sollte. Zumindest nicht in so stupider Form. Der Film beginnt mit den Ereignissen in Hannibal's Kindheit bis hin zum Tod der Eltern und der Besetzung der Jagdhütte durch die Plünderer um Grutas. Dann ein Sprung in die Zukunft, acht Jahre später. Hannibal ist wieder in der Burg Lecter, in der er aufgewachsen ist. Oder besser: in der ehemaligen Burg Lecter, die jetzt ein Waisenheim ist. Das Büro des Leiters war einmal das Zimmer seiner Mutter. Erinnerungen, die Hannibal Schmerzen bereiten. Doch am schmerzlichsten ist die Erinnerung an seine jüngere Schwester Micha, der ein unaussprechlich grauenhaftes Schicksal zuteil wurde. Diese Erinnerungen werden uns auch filmisch präsentiert, was allerdings nicht immer die erhoffte Wirkung zeigt und so teilweise misslingt. Allein die Szene, in der einer der Plünderer das rohe Fleisch des toten Vogels isst und dabei aussieht wie ein wildes Tier... das soll bedrohlich wirken und erscheint nur übertrieben. Der Hunger, ja, das ist nachvollziehbar. Dennoch würde dieser Mann sich auch in einer solch lebensbedrohlichen Situation nicht in dieser Art über einen Vogelkadaver her machen... und ebendiese Szene ist doch so wichtig, kehrt jenes Bild doch ständig in seinen Träumen wieder und soll wohl als (Teil-)Erklärung für den spätere Hang zum Kannibalismus dienen; sozusagen als Einstieg, der andere -wesentlich "nachvollziehbarere" Grund für seine Neigung- soll noch folgen. Nur irgendwann ist es halt immer dasselbe und nichts neues mehr, das uns durch seine Träume und Erinnerungssequenzen erreicht.
Die Story von Hannibal Rising: die Kindheit, aber nicht allzu lang, Fliehen aus dem Waisenhaus, Kennen und Lieben lernen der Madame Murasaki (viel zu dürftig) und Auffindig machen und Töten der damaligen Plünderer. Nicht mehr. Regelrecht glanzlos nimmt sich Hannibal einen nach dem anderen vor und wer das Buch gelesen hat, fragt sich nicht nur an einer Stellen, warum bestimmte Inhalte weggelassen wurden. So empfinde ich es als äußerst ungenügend, dass im Film in keiner Weise auf den Gedankenpalast eingegangen wird, der im Roman so grandios dargestellt wird. Hier hätte man den vorangegangenen Filmen gerecht werden können, die wesentlich mehr Intelligenz und Charme bieten. Hier hätte man mit Musik spielen können, mit klassischen Klängen wie in Hannibal beispielsweise. Hier hätte man dafür sorgen können, dass der Film Hannibal Rising wie ein Kunstwerk und nicht wie ein kommerzielles Mittel wirkt.
Weitere Kritikpunkte, was die anderen Figuren betrifft: die Beziehung zu Madame Murasaki, die im Buch ausführlich und auf eine überaus interessante "Zwischen-den-Zeilen"-Weise erzählt wird, wird einfach zu kurz beschrieben und damit als zu belanglos abgetan. Außerdem wirken die Plünderer, die zwar die "Bösen" darstellen, hier zu sehr wie die typischen Actionfilm-Bösewichte, allen voran natürlich Grutas, der so abscheulich dargestellt wird, dass es schon wieder übertrieben erscheint. Insgesamt wirkt der gesamte Film dadurch zu sehr wie ein reiner Genrefilm ohne nötigen Tiefgang.
Das größte Manko ist der Hannibal-Darsteller Gaspard Ulliel. Man kann sich einfach nicht vorstellen, dass aus diesem jungen Menschen einmal der Hannibal Lecter wird, den Anthony Hopkins so einzigartig mimt. Es ist vor allem die Mimik, das Spiel mit den Mundwinkeln, das schnell störend und irgendwann nur noch nervig erscheint. Ulliel driftet teilweise in lächerlich aggressive Verhaltensmuster ab, möchte intelligent und sprachlich trickreich sein und wirkt in diesen Momenten nur wie eine Nervensäge auf Drogen. Sein Spiel ist zu übertrieben, er ist mehr Theaterschauspieler als Leinwanddarsteller und das passt einfach nicht. So missfällt ein Vergleich mit dem älteren Hannibal auf ganzer Länge, allein die Vorstellung, dass aus diesem Bengel einmal der Lecter aus Das Schweigen der Lämmer wird, ist kaum zu bewerkstelligen.
Fazit: nun, das kann nicht gut ausfallen. Der Film hat schlichtweg nicht viel zu bieten. Ansatzweise kommt so etwas wie Traurigkeit und Mitgefühl auf, aber das richtet sich nur auf Micha und so wird uns ein junger Serienmörder präsentiert, zu dem man keinerlei Sympathien, in welcher Hinsicht auch immer, aufbauen kann; ganz anders als bei den anderen Filmen über Hannibal Lecter, ein Aspekt, der diese Filme erst so interessant macht.
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Regisseur
Schauspieler
Gaspard Ulliel, Gong Li, Helena Lia Tachovska, Toby Alexander, Veronika Bellová, Beata Ben Ammar, Dominique Bettenfeld, Pavel Bezdek, Nancy Bishop, Matthew Blood-Smyth, Vitezslav Bouchner, Richard Brake, Radek Bruna, Brian Caspe, Václav Chalupa, Ingeborga Dapkunaite, Katrine De Candole, Zdenek Dvoracek, Pavel Dvorscik, John Early, David Fellowes, Ota Filip, Ladislav Hampl, Martin Hancock, Michal Havelka, Petr Hnetkovsky, Martin Huba, Rhys Ifans, Marko Igonda, Robert Kay, Robbie Kay, Jindrich Klaus, Goran Kostic, Todd Kramer, Pavel Kratky, Milos Kulhavy, Vladimir Kulhavy, Richard Leaf, Lana Likic, Petra Lustigova, Charles Maquignon, Ivan Marevich, Dmitrij Matus, Kevin McKidd, Denis Menochet, Elsa Mollien, David Mottl, Mirek Navratil, Jan Nemejovsky, Ivo Novák, Vanesa Novakova, Vaclav Pacal, Thomás Palaty, Dalibor Pavelka, Jaroslav Psenicka, Paul Ritter, Seon Rogers, Hugh Ross, Robert Russell, Joe Sheridan, Joerg Stadler, Jiri Subrt, Linda Svobodova, Aaron Thomas, Jan Unger, Marek Vasut, Jaroslav Vízner, Michele Wade, Timothy Walker, Stephen Walters, Dominic West



JiggyGirl25 / 09.03.2008 22:30:13
Ich habe angefangen diesen Film zu schauen...und als der Blick des einen Typen auf Micha ging habe ich ausgemacht!!!Und das passiert mir!!!???Ich seh mir Hostel,Saw und was weiß ich nicht an ohne mit der Wimper zu zucken...aber das war zu viel für mich!!!!!!!Ganz grausam und echt nicht sehenswert in meinen Augen :o( ich schätze ich werd heut Nacht schlecht träumen!
nicht bewertet
eddy / 11.03.2008 17:18:19
Eigentlich ein guter Film,wen man "Das Schweigen der Lämmer"nicht kennen würde.Anthony Hopkins ist und bleibt halt" Hannibal the Canibale"!
nicht bewertet
Toaster / 11.03.2008 22:09:54
ich fand den film klasse :)
nicht bewertet
Jigsaw / 06.04.2008 11:19:39
Gaspard Ulliel hat sich wirklich Mühe gegeben kommt aber an die Qualitäten eines Anthony Hopkins bei weitem nicht ran,ansonsten gut gemachter Film mit einigen zu langatmigen Handlungssträngen.
3 Sternen
Chinchillakiller / 07.06.2008 22:35:00
Wiedermal ist das Buch besser als der Film, aber trotzdem fand ich die Umsetzung nicht schlecht. Ich muß aber den anderen recht geben, Hannibal ist Anthony Hopkins und der fehlt einem in dem Film.
4 Sternen